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Fall aus Bayern
Schwuler Flüchtling auf Flucht durch deutsche Flüchtlingsheime

Homosexuelle Flüchtlinge müssen in Deutschland höhere Hürden überwinden als andere (Bild: flickr / Johnathan Nightingale / by 2.0)
- 21. Juni 2016, 14:40h 2 Min.
Als schwuler Christ, so berichtet ein aus Syrien stammender Flüchtling in Oberbayern, hat man es in Asylbewerberheimen schwer.
Ein schwuler Asylbewerber aus der syrischen Stadt Aleppo wurde laut einem Bericht des "Donaukuriers" mehrfach aus Flüchtlingsunterkünften in Bayern herausgemobbt. Neben seiner sexuellen Orientierung galt in den Unterkünften offenbar auch als Problem, dass er vom Islam zum Christentum konvertiert war. "Als Moslem durfte ich vieles nicht. Meine Homosexualität war verboten, ich sollte mich anders anziehen, meine Haare auf bestimmte Weise schneiden. Ich will einfach frei sein", erklärte er gegenüber dem Regionalblatt.
Nach einem Aufenthalt im Erstaufnahmelager in München kam er in die oberbayerische Gemeinde Reichertshausen, rund zehn Kilometer von Pfaffenhofen entfernt. In der Unterkunft wurde er von einigen seiner Mitbewohner offenbar wegen seiner bunten Kleidung gemobbt, dann geoutet und deswegen bedroht.
Auch bei der nächsten Unterkunft im Ortsteil Winden kam es Angaben des Landratsamtes zu "zwischenmenschlichen Konflikten", die "ihre Ursache in den sexuellen Neigungen" des Mannes hatten. Bei einer Unterkunft in Pfaffenhofen, in der pakistanische Muslime lebten, sei er danach kurz vor Beginn des Ramadans unerwünscht gewesen, so eine Ehrenamtlerin. Es gab dabei offenbar unter anderem Streit um den Konsum von Schweinefleisch, außerdem konnte sich der 29-Jährige kaum mit den Pakistanern verständigen, da sie kaum Englisch sprachen.
29-Jähriger verschweigt Homosexualität
Schließlich kam der Mann dem Bericht zufolge in der rund 20 Kilometer von Pfaffenhofen entfernten Kleinstadt Geisenfeld in einem Einzelzimmer unter. In dem Flüchtlingsheim sind Anhänger verschiedener Religionen untergebracht. Trotzdem versteckt er einen Teil seiner Identität: "Diesmal habe ich niemandem erzählt, dass ich Homosexueller bin."
Wegen der besonderen Probleme und Bedürfnisse homo- und transsexueller Flüchtlinge sind inzwischen in Berlin und Nürnberg spezielle LGBT-Asylbewerberheime eingerichtet worden. Die Planungen hatten teilweise schon vor dem Anstieg der Flüchtlingszahlen begonnen, da es etwa bereits unter russischsprachigen Flüchtlingen zu Gewalt gegen LGBT gekommen war.
Auch sonst stellen sich in Deutschland für LGBT-Flüchtlinge spezielle Herausforderungen. So sind sie oft in Kleinstädten teilweise weitab von Beratungs- und Kontaktmöglichkeiten untergebracht oder treffen bei Anhörungen auf unsensible Bearbeiter oder homophobe Dolmetscher (queer.de berichtete). (cw)














