https://queer.de/?26462
Neue Charme-Offensive
Papst: Katholische Kirche sollte sich bei Homosexuellen entschuldigen

Im Flieger findet Papst Franziskus immer wieder nette Worte für Lesben und Schwule – denen dann am Boden leider keine Taten folgen (Bild: Cindy Wooden / Twitter)
- 27. Juni 2016, 04:54h 2 Min.
Trotz der für manche "zu anstößigen" CSD-Paraden dürfe man Lesben und Schwule theologisch nicht verurteilen, sagte Franziskus.
Erneut sorgt Papst Franziskus mit warmen Worten für Schlagzeilen. Die römisch-katholische Kirche sollte bei Lesben und Schwulen um Vergebung bitten für die Art und Weise, wie sie von ihr behandelt wurden, erklärte das Kirchenoberhaupt am Sonntag auf dem Rückflug von Armenien nach Rom. "Wenn ich sage die Kirche, dann meine ich Christen. Die Kirche ist heilig, wir sind Sünder."
Während der einstündigen Pressekonferenz an Bord des päpstlichen Flugzeugs wurde Franziskus gefragt, ob er eine entsprechende Geste des Chefs der deutschen Bischofskonferenz Reinhard Kardinal Marx (queer.de berichtete) unterstütze. Franziskus erinnerte in seiner Antwort an die kirchliche Lehre, niemanden zu diskriminieren, sondern jeden Menschen zu respektieren und pastoral zu begleiten.
Nach der offiziellen Lehrmeinung des Vatikans ist Homosexualität an sich keine Sünde, sehr wohl aber die ausgelebte Sexualität mit dem gleichen Geschlecht.
Seitenhieb gegen "anstößige" CSD-Paraden
Trotz der historischen Worte konnte sich der Papst einen Seitenhieb gegen CSD-Paraden nicht verkneifen: "Man kann verurteilen, aber nicht aus theologischen Gründen, sondern allein aus Gründen des politischen Verhaltens", sagte der 79-Jährige. "Bestimmte Demonstrationen sind ein bisschen zu anstößig für andere, nicht wahr?"
Im Verlauf des Gesprächs mit den ihn begleitenden Journalisten nannte Franziskus weitere Gruppen, denen die katholische Kirche Unrecht getan habe: "Ich denke, die Kirche sollte sich nicht nur bei einer ausgegrenzten homosexuellen Person entschuldigen, sondern auch bei den Armen, den ausgebeuteten Frauen und den Kindern, die Zwangsarbeit leisten mussten. Sie muss sich dafür entschuldigen, zu viele Waffen gesegnet zu haben."
Angesprochen auf das Orlando-Massaker, sagte Franziskus, er empfinde Trauer, Bestürzung und Schmerz.
Warme Worte ohne Folgen
Mit der rhetorischen Frage "Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?", hatte Papst Franziskus bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2013 – und ebenfalls an Bord eines Flugzeugs – Hoffnungen auf einen neuen Kurs der katholischen Kirche gemacht (queer.de berichtete).
Doch außer manchem Ton hat sich an der ablehnenden Haltung des Vatikans gegenüber gelebter Homosexualiät und seinem heftigen Widerstand gegen eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auch unter Franziskus nichts geändert. Gleichgeschlechtliche Paare könnten nie in einer eheähnlichen Situation leben, heißt es etwa in dem April veröffentlichten Abschlussdokument zur Familiensynode "Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie" (queer.de berichtete). (cw)















Das wahre Christentum drückt sich am besten im Gleichnis des bamherzigen Samariters aus. Nicht der Hass auf den Nächsten, sondern dessen tagtägliche Unterstützung auch in schwierigen Situationen sind wahre christliche Größe. Und der andere wird dabei anerkannt, wie er von Gott geschaffen wurde.
Vergebung ist eines, Unterstützung im täglichen Leben oder in Not das andere. We are family!! Wir gehen in unseren Beziehungen tagtägliche Verantwortung für unsere Nächsten und Liebsten ein. Dafür schuldet uns die katholische Kirche ihren Respekt und ihre Unterstützung.
Ein bedigungsloses JA zur Liebe und Verantwortung zwischen Menschen, wie diese sich auch immer ausdrücken mag. Zwischen zwei Männern, zwei Frauen oder eben in einer heterosexuellen Gemeinschaft. Ich hoffe, Franziskus wird auch dies in nächster Zukunft noch zu sagen wagen.