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  • 27. Juni 2016, 13:35h 43 2 Min.


Regierungssprecher Steffen Seibert reagiert auf Fragen zu LGBT-Rechten zunehmend genervt

Wie schön, dass sich wenigstens ein Mitglied der Bundespressekonferenz für LGBT-Rechte interessiert und nicht locker lässt. Tilo Jung vom Youtube-Projekt "Jung und naiv" wollte auch heute mal wieder von Regierungssprecher Steffen Seibert wissen, wann die Bundesregierung das Verbot von Ehe und Adoption für lesbische und schwule Paare endlich abzuschaffen gedenkt. Nach dem Massaker in Orlando wäre dies doch ein gutes Zeichen gegen Homophobie.

Dass heterosexuelle Menschen in Deutschland mehr Rechte haben als homosexuelle, ist für Seibert jedoch keine Diskriminierung und schon gar kein Ausdruck von Homosexuellenfeindlichkeit. "Den Vorwurf der Homophobie weise ich für die Bundeskanzlerin und für die Bundesregierung ganz entschieden zurück", sagte er vor den versammelten Journalisten in Berlin. Als Begründung führte er – trotz anderslautender Rechtsgutachten – das Grundgesetz an, das die Ehe für alle angeblich verbiete.

Die deutsche Regierung, behauptete Steffen Seibert im Gegenteil, habe "in vielen Schritten" zum "Abbau von Diskriminierung" beigetragen. Denn: "Die Handlungen der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung entspechen genau diesem Respekt voreinander, vor jedem Menschen, hetero- und homosexuell, der uns in Deutschland leitet."

Wir finden das Verweigern gleicher Rechte eigentlich ziemlich respektlos!

Seibert war freilich in der Konferenz schon mehrfach mit Stellungnahmen aufgefallen, in denen er eine Diskriminierung homosexueller Paare abstritt (queer.de berichtete). "Lebenspartnerschaften nicht zu diskriminieren – das ist das klare Ziel der Politik der Bundesregierung", meinte er etwa im letzten Jahr. "Eine Gleichsetzung mit der Ehe ist es nicht."

-w-

#1 BauchgefühlAnonym
  • 27.06.2016, 15:37h
  • "Regierungssprecher: Merkel ist nicht homophob"

    Vollkommen richtig!

    Nur ihr Bauch ist homophob. Das Problem ist nur, dass bei ihr eben der Kopf nicht auf das Gehirn hört, sondern nur auf den Bauch.

    Die kann sich ja gerne ihre Hosenanzüge nach Bauchgefühl aussuchen, aber eine ganze Nation sollte man nicht nach Bauchgefühl regieren...
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#2 FrageAnonym
  • 27.06.2016, 15:41h
  • Herr Seibert,

    wenn es Frau Merkel "Sorgen bereitet", dass in Deutschland Homophobie wieder zunimmt, wieso trägt sie dann so massiv zu dieser Stimmung bei?
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#3 HeinerAnonym
  • 27.06.2016, 15:47h
  • Herr Seibert lügt!

    Er bebauptet, die Eheöffnung würde von Art. 6 GG verhindert und dass das auch die Rechtsprechung des BVerfG bestätigt.

    Das genaue Gegenteil ist der Fall:
    das BVerfG hat schon mehrfach mit dem Zaunpfahl gewunken, dass eine Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare NICHT gegen Art. 6 GG verstoßen würde. Eben weil Art. 6 GG nur Ehe und Familie schützt, aber dem Gesetzgeber überlässt, was alles unter Ehe und Familie fallen soll.

    Und selbst wenn es so wäre: es wurden schon für so viele weit weniger wichtige Themen Artikel des Grundgesetzes geändert. Dann müsste man das in einer so zentralen Menschenrechtsfrage eben auch tun.

    Aber wie gesagt: das wäre nicht mal nötig, wie selbst das Bundesverfassungsgericht sagt! Und die wissen das wohl besser als Frau Merkel, die ja schon mehrfach vom Bundesverfassungsgericht korrigiert werden musste.
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