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Lesbische und schwule Paare können sich in mehreren evangelischen Landeskirchen trauen lassen, Pfarrer und Gemeinen können die Zeremonie jedoch aus Gewissensgründen ablehnen

  • 2. Juli 2016, 11:27h 144 2 Min.

Im Januar beschloss die Evangelische Kirche im Rheinland, auch Homosexuelle zu trauen – doch bis heute gibt es demütigenden Widerstand.

Mit großer Mehrheit hatte die Evangelische Kirche im Rheinland im Januar bei ihrer Synode in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren beschlossen – nach Hessen-Nassau als damals zweite der insgesamt 20 Landeskirchen (queer.de berichtete). Doch weil Pfarrer und Gemeinden die Trauungen von Lesben und Schwulen aus Gewissensgründen ablehnen können, kommt es seitdem immer wieder zu demütigenden Vorfällen.

Wie das "Solinger Tageblatt" am Freitag berichtete, wurde die für Dezember geplante und vom zuständigen Verwaltungsamt des Kirchenkreises bereits im April bestätigte Trauung von Janine Schneider und Anja Timm in der kleinen evangelischen Kirche im Solinger Stadtteil Unterburg wieder abgesagt. Die zuständige Pfarrerin habe dies mit einer "skeptischen Stimmung" in der Gemeinde begründet.

"Die Burger sind zurückhaltend mit der Thematik"

Der Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Ulrich Seng, berichtete laut "Solinger Tageblatt" von intensiven Diskussionen im Bereichsausschuss Burg-Hünger zum Beschluss der Landessynode. Die kirchliche Trauug von lesbischen und schwulen Paaren sei ohne inhaltliche Vorbereitung überraschend auf die Gemeinden zugekommen. "Das hat viele irritiert. Die Burger sind zurückhaltend mit der Thematik und gehen damit nicht fröhlich um." Mit dem konkreten Lesbenpaar habe dies nichts zu tun.

Nach diesem Schock blieben Janine Schneider und Anja Timm, die sämtliche Einladungen zu ihrer Hochzeit bereits verschickt hatten, eine Terminverschiebung und eine weitere Bettelei immerhin erspart. Eine andere Kirche im Stadtteil Ohligs hatte mit ihrem Wunsch, nach der Zeremonie auf dem Standesamt "einfach nur unsere Liebe auch kirchlich zu begründen", keine Probleme. (mize)

-w-

#1 kuesschen11
  • 02.07.2016, 13:47hFrankfurt
  • So viel zur einheitlichen Regelung von gleichgeschlechtlichen Paaren in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

    Es ist Sache der EKD, diese kirchlichen Trauungen einheitlich zu regeln. Aber dafür ist die Kirche immer noch zu menschenverachtend, eben nicht diskriminierungsfrei.

    Gleichzeitig ist es ein Armutszeugnis, homosexuelle Paare in eine Bittstellerhaltung zu drängen, welche Kirche wo denn nun bereit ist, eine Trauung durchzuführen.

    Welche arrogante, heuchlerische Pfarrer da am Werk sind - einfach unfassbar.
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#2 Johannes45Anonym
  • 02.07.2016, 13:47h
  • "und eine weitere Bettelei immerhin erspart. Eine andere Kirche im Stadtteil Ohligs hatte mit ihrem Wunsch, nach der Zeremonie auf dem Standesamt "einfach nur unsere Liebe auch kirchlich zu begründen", keine Probleme."

    --> Erfreulicherweise müssen homosexuelle Paare nicht "betteln", wie es falsch in diesem Artikel formuliert ist. Homosexuelle Paare haben in der Rheinländischen Kirche einen kirchenrechtlichen Anspruch darauf, dass von der Kirchenleitung Ihnen ein anderer Pfarrer/Pfarrerin oder eine andere Pfarrgemeinde für die Trauung gestellt wird. Daher brauchen Sie auch nicht "auf die Suche" gehen, sondern müssen sich nur an die Kirchenleitung wenden, die Ihnen dann hilft und Ihnen mit Sicherheit die Trauung ermöglichen wird.

    Das ist das GUTE an dieser Entscheidung im Rheinland oder auch in Berlin, dass ein kirchenrechtlicher Anspruch gegenüber der Kirchenleitung besteht. Eine "Bettelei" ist daher schlichtweg nicht nötig, weil die Kirchenleitung verpflichtet ist, die Trauung in ihrer Landeskirche zu ermöglichen.
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#3 GaykreuzigtAnonym
  • 02.07.2016, 14:06h
  • Antwort auf #2 von Johannes45
  • "--> Erfreulicherweise müssen homosexuelle Paare nicht "betteln", wie es falsch in diesem Artikel formuliert ist"

    So wie du nicht darum "bettelst" von der RKK endlich akzeptiert zu werden, damit du freudestrahlend in der ersten Reihe mit deinem Mann Platz nimmst und die gläubige Omi vom Platz schubsen kannst?

    Wenn dir der Schreibstil von queer.de nicht passt, dann mach doch eine eigene Seite auf!
    Was ist denn nun mit dir auf gaywatch passiert? Hat dich David Berger für deine dauernden Belehrungen rausgekickt?
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