https://queer.de/?26529
Zwischenfall am Dom
Köln: Verletzter CSD-Teilnehmer wirft Polizei homophobe Misshandlungen vor

Unter anderem mit diesem Foto will Sven W. die angeblichen Misshandlungen durch Polizeibeamte belegen. Nun sucht er selbst Zeugen, die seine Version bestätigen (Bild: Facebook)
- 5. Juli 2016, 02:46h 3 Min.
Ein junger Schwuler behauptet, am Tag der Parade von Beamten geschlagen und beleidigt worden zu sein – die Polizei ermittelt, weist den Vorwurf der Homophobie aber zurück.
Einen Tag nach der Kölner CSD-Parade hat der junge Teilnehmer Sven W. schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. In einem hundertfach geteilten Facebook-Post wirft er Beamten "homophobe Misshandlungen" vor. Dazu lud er mehrere Fotos von Verletzungen hoch, die die Gewalttätigkeit der Ordnungshüter angeblich belegen sollen.
Im McDonald's am Dom sei er am Sonntag gegen 17 Uhr von Polizisten zu Boden gedrückt und mit Kabelbinder gefesselt worden, heißt es im Post von W.: "Dann in den Wagen geprügelt, auf der Rückbank rein gelegt. Körper und Kopf sind unten. Ein Polizist kommt von der anderen Türseite und schlägt mir bewusst ins Gesicht, beleidigt mich und streckt die Zunge raus zum Schluss."
"Ein reines sexualisiertes Dominanzspiel"

Sven W. behauptet, von Polizeibeamten geschlagen worden zu sein. Ärztliche Hilfe sei ihm verweigert worden (Bild: Facebook)
Später sei er auf einer Wache mehrere Stunden in einer Zelle festgehalten worden, behauptet der junge Schwule. Dort sollen die Polizisten erneut übergriffig geworden sein: "Von Folter kann man sprechen, da die Polizei den Alarmton in meiner Zelle oft stundenlang laufen ließ." Erst eine halbe Stunde nach Mitternacht sei er "halbnackt" freigelassen und über einen Nebeneingang auf die Straße geschickt worden.
"Das Ganze war ein unmenschlicher, nicht rechtsstaatlicher, willkürlicher, diskriminierender Akt, ganz gezielt gegen mich als schwächstes Glied der Gesellschaft, ein reines sexualisiertes Dominanzspiel, was ausartete", schreibt W. auf Facebook. "Man sah in ihren Gesichtern, dass sie viel Spaß hatten. Die Schmerzen und Wunden sind am ganzen Körper." Über den Auslöser der Festnahme im McDonald's äußerte er sich nicht.
Polizei spricht von Einsatz bei Schlägerei
Die Kölner Polizei distanzierte sich ausdrücklich vom Vorwurf homophober Gewalt. "Im Rahmen eines Einsatzes 'Schlägerei', zu dem die Polizei gerufen wurde, ist nach Widerstandshandlungen gegen polizeiliche Maßnahmen eine Person in Gewahrsam genommen worden", heißt es in einer kurzen Stellungnahme zum Vorfall auf Facebook. "Der Sachverhalt wird durch die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft ermittelt – dies beinhaltet auch die Prüfung der Anschuldigungen gegenüber der Polizei."
Sven W. bittet unterdessen Zeugen des Vorfalls, sich bei ihm per Email zu melden, um seine Version belegen zu können. Obwohl an der Geschichte noch vieles unklar ist, erhielt er bereits Solidarität aus dem Bundestag: Der Linken-Abgeordnete Niema Movassat zeigte sich auf Twitter "absolut fassungslos" über die "Polizeigewalt in Deutschland/Köln". (cw)
Update 15.45h: Zeugen sollen Polizeiangaben bestätigen
Nach einem Bericht der Boulevardzeitung "Express" haben sich mehrere Zeugen bei der Polizei gemeldet, deren Aussagen die Glaubwürdigkeit des angeblichen Opfers in Frage stellen. So stimme der Ablauf des Einsatzes eher mit den Angaben der Polizisten überein.
Sven W. droht nun ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte. Er selbst hat laut "Kölner Stadt-Anzeiger" noch keine Anzeige erstattet. Gegenüber Medien möchte sich der junge Schwule nicht weiter äußern.















Ja nun, es gibt durchaus homophobe, rechte, gewalttätige polizisten. Leider gibt es bis heute keine kennzeichnungspflicht in der bundesrepublik. Sonst ließen sich dersrtige täter leichter ermitteln.
Ist jedenfalls nix neues das polizisten sich als brutale schläger zeigen.