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Vergleich der Woche
"Die Welt" vergleicht Homos mit Hausbesetzern
- 7. Juli 2016, 05:27h 1 Min.

Mit was Lesben und Schwule nicht schon alles verglichen wurden! Für Kardinal Meisner sind unsere Beziehungen wie Fahrgemeinschaften, für einen CDU-Ratsherr sind wir scheinbar behandlungsbedürftig wie Alkoholiker, Gabriele Kuby nannte uns in einem Atemzug mit Rauchern, und der Kölner "Kirchenzeitung" fielen Einbrecher und Diebe ein.
Nun hat "Welt"-Redakteur Alan Posener einen neuen interessanten Vergleich beigesteuert:
Berlin war nie eine bürgerliche Stadt, und das ist auch gut so. Was gestern noch kriminell war, wird heute gefeiert, ob es sich um Homosexualität oder Hausbesetzer handelt.
Nun wird sich manch stolzer Homo sicher dagegen verwahren, mit den ungepflegten Krawall-Kids aus der Rigaer Straße in einen Topf geschmissen zu werden (auch wenn es schon mehrfach besetzte Tuntenhäuser gab). Ich dagegen finde den nett gemeinten, aber natürlich verunglückten Vergleich von Alan Posener gar nicht so schlimm, ja in einem Punkt sogar recht passend. Weil die legendäre "Berliner Linie" seit vielen Jahren auch für Lesben und Schwule gilt.
Die Geschichte der Hausbesetzer in Deutschland zeigt: Wer brav mitspielt, erhält vom Staat zur Belohnung vielleicht Verträge – wer zu viele Forderungen stellt und aufs Anderssein beharrt, wird auf jeden Fall geräumt. (mize)
Foto oben: Instandbesetzer Berlin Kreuzberg 1981 (Wiki Commons / Tom Ordelmann / CC-BY-SA-3.0)















Auf unserem Anderssein beharren müssen wir schließlich auch. Immerhin SIND wir anders. Anderssein darf aber keine Grundlage für das Aberkennen gleicher Rechte sein.
So zu tun, als seien wir (wie die) Hetero(s), ist also absolut nicht zielführend.
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derzaunfink.wordpress.com/2015/02/14/ich-habe-nichts-gegen-t
olerante-heteros-aber/