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Kommentare zu:
Tarzan: Schwuler Kuss aus Kinoversion geschnitten


#81 falken42
  • 15.07.2016, 10:04h
  • Antwort auf #79 von Lars
  • tja und wieviel zeit willst du ihnen dann lassen, tage, monate, jahre jahrzehnte - ihr und dein ganzes leben?
    es mag ein schöner ansatz sein und nobel klingen, führt jedoch häufig dazu, das du als kuriosität betrachtet wirst und kein hetero ein motivation sieht, sich zu ändern. mit etwas glück lassen sie dich in ruhe (weil sie dich kennen, resp. mögen) und lynchen den unbekannten nachbarn.
    du stehst daneben und sagst "die wollen doch nur spielen - und brauchen noch zeit....."
    da hört sichs schon nicht mehr so nobel und schön an, oder?
    jeder der nicht in die klapse gehört, weiss in vielen dinge heute was richtig ist und was er zu tun hätte. das er es nicht tut, liegt nicht daran, das er es nicht weiss oder zeit braucht, es liegt i.d.R. an seinem Egoismus, mangelndem Mut und solchen Sachen. Da kommst du mit Geduld nicht weiter. der mitläufernazi, wird sich bessern - ja , aber nur wenn die gesamte kuhherde in eine andere richtung schwenkt, da läuft er dann mit. die fortschritte in den schwulenrechten sind nicht mit geduld anbiederung gekommen, sondern mit leid und mut.
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#82 LarsAnonym
  • 15.07.2016, 21:32h
  • Antwort auf #81 von falken42
  • "die fortschritte in den schwulenrechten sind nicht mit geduld anbiederung gekommen, sondern mit leid und mut."

    Geduld ist etwas anderes als Anbiederung und hat auch etwas mit Leidensfähigkeit zu tun.

    Noch einmal: Ich bin sehr vorsichtig, über andere ein Urteil abzugeben, wie weit sie in ihrem Umfeld gehen wollen und können. Homophoboe ist ein altes, tiefvewurzeltes Phänomen in sehr vielen mächtigen Kulturen. Der praktische (nicht nur juristische) Abbau von homophoben Gewohnheiten und Stereotypen ist ein zivilisatorisches Jahrhundert(e)werk, leider, aber auc ein notwendiges. Man kann sich da an der Frauenemanzipation orientieren, die auch einen langen Weg zurücklegen musste und muss. Das klingt jetzt resignativ, aber ich finde es normal, dass man sich auch Ziele setzt, die über die eigene, beschränkte Lebenszeit hinausreichen.

    Ich verstehe Deinen Impetus, jetzt und sofort und für Dich möglichst viel zu ändern, und lasse mich davon gerne hin und wieder antreiben, aber mich ermüden diese ewigen Gegenüberstellungen, die einfach zwei Seiten einer Medaille darstellen. Wir sollten aufhören, uns gewohnheitsmäßig gegenseitig in die Pfanne zu hauen und abzuwerten, nur weil wir auch innerhalb der Community unterscheidlich ticken.

    Eine Geschichte der schwulen Emanzipationsbewegung, veröffentlicht vom "Schwulen Museum" in Berlin trägt den Untertitel: "Selbstbehauptung und Beharrlichkeit". Das scheint mir ein guter gemeinsamer Nenner.

    Sorry, ist wieder ein grundsätzlicher und fast philosophischer Ansatz bei einem so leichten Thema, es ist aber nun mal meine Haltung zu diesen Fragen und soll keine Bremse für mutige Queer-Aktivisten sein, die ihre Kräfte richtig einschätzen können.

    P.S.: Es wäre es interessant gewesen, nicht dem Bösewicht, sondern dem Helden Tarzan eine Nicht-heteronormative Sexualität oder Anklänge daran zu verleihen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das Testpublikum da so irritiert gewesen wäre.
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