Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?26601

Diese Länder haben in den vergangenen fünf Jahren Anal-Zwangsuntersuchungen durchführen lassen

  • 14. Juli 2016, 12:35h 17 2 Min.

Mehrere Verfolgerstaaten in Afrika und Asien nutzen Anal-Untersuchungen, um die Homosexualität von Verdächtigen "beweisen" zu können.

Ein neuer 90-seitiger Bericht (PDF) der amerikanischen Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" kommt zu dem Ergebnis, dass Anal-Zwangsuntersuchungen von mutmaßlichen Homosexuellen in den letzten fünf Jahren in mindestens acht Ländern durchgeführt worden seien. Dabei handelt es sich um Ägypten, Kamerun, Kenia, Libanon, Sambia, Tunesien, Turkmenistan und Uganda.

Für den Bericht haben die Menschenrechtler unter anderem 32 Opfer interviewt und mit Anwälten, lokalen Aktivisten und Regierungsvertretern gesprochen. Außerdem haben sie mit Ärzten aus vier Ländern Interviews durchgeführt, die selbst Anal-Tests durchgeführt hatten.

Bei Anal-Tests wird den beschuldigten Männern oder transsexuellen Frauen unter anderem ein Metallobjekt in Eierform in den Enddarm eingeführt. Der Arzt soll so feststellen können, ob der Patient Analsex gehabt hat. Ärzteverbände halten den Test für nutzlos und nicht aussagekräftig. Außerdem haben Menschenrechtsaktivisten wiederholt erklärt, dass die Untersuchung eine Form der Vergewaltigung sei, die unter anderem gegen die UN-Antifolterkonvention verstoße. Laut "Human Rights Watch" habe die Untersuchung bei manchen Menschen zu einem "anhaltenden psychologischen Trauma" geführt. Zudem gefährdeten diese Tests die HIV-Prävention, da das Patienten-Ärzte-Verhältnis beschädigt werde.

Youtube | In einem kurzen Video stellt die "Human Rights Watch" die Ergebnisse vor

"Ich fühlte mich wie ein Tier"

In dem Bericht werden die Leidensgeschichten der Opfer dokumentiert. So berichtete der tunesische Student Mehdi der Organisation, dass er sich einem Zwangstest im Dezember 2015 unterziehen musste. "Ich fühlte mich wie ein Tier, nicht wie ein Mensch", erklärte er. Zwei Polizisten hätten der "Untersuchung" zugeschaut. "Ich habe mich missbraucht gefühlt", so Mehdi.

Trotz Vorfällen wie diesem hat der Deutsche Bundestag erst im Mai mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD Tunesien und die anderen Maghreb-Staaten als "sichere Herkunftsländer" anerkannt. Im Bundesrat gibt es jedoch noch Widerstand gegen diese Einstufung (queer.de berichtete).


Ein Arzt in Uganda vermerkt auf seinem Fragebogen "eine hohe Wahrscheinlichkeit für Unzucht".

Die "Human Rights Campaign" fordert das sofortige Verbot dieser Tests. Außerdem sollen sich UN-Organisationen dafür einsetzen, die entsprechenden Regierungen zu überzeugen, diese Praxis zu unterbinden. So soll die Weltgesundheitsorganisation WHO ein Dokument herausgeben, in dem Anal-Tests als unethisch verurteilt werden. (dk)

-w-

#1 Jadughar
  • 14.07.2016, 15:34hHamburg
  • Es ist schon absurd, Homosexualität irgendwie mit den Enddarm in Verbindung zu bringen. Was will man da feststellen? Was sind für diese Ärzte die Kriterien, um in Enddarm Homosexualität feststellen zu können? Verletzungen im Enddarmbereich können verschiedene Ursachen haben, und ob da ein Penis hineinpaßt ist individuell verschieden und auch keine Frage der sexuellen Orientierung. Abgesehen davon haben viele Homosexuelle niemals Analsex, weil sie ihn als unerträglich schmerzhaft empfinden. Ein Neurodermitiker bekommt dabei schon heftige Probleme mit der Haut, wenn da schon einen dünnen Fieberthermometer da hineinlangt. Schon aus diesen Gründen kann das Einführen eine solchen Gegenstands sehr schmerzhaft sein und den Enddarm verletzen.
  • Direktlink »
#2 OrthogonalfrontAnonym
  • 14.07.2016, 17:02h
  • Antwort auf #1 von Jadughar
  • Also ich als Lesbe stehe total auf Anal und verstehe wirklich nicht warum es so wenig Schwule zu geben scheint, die einfach stolze Analverkehrer sind und auch dazu stehen. Allermeistens lese ich "viele Schwule würden das niemals tun". Ich meine ich kapiere ja schon, dass man sich damit auch gegen Klischees positionieren will aber meine Güte, so langsam kommt es einem so vor als würden höchstens eine Handvoll Schwuler überhaupt was mit Anal machen. Kanns das sein?
  • Direktlink »
#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 14.07.2016, 17:03h
  • Abgesehen davon sollte queer.de mal was über "Corrective Rape" an Lesben, Bi-Frauen und Transpersonen in diesen Ländern berichten. Vor allem lesbische Themen gehen auf dieser Seite immer total unter!
  • Direktlink »