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Protest gegen Verbot
Israel: CSD-Parade nach Streit mit Behörden abgesagt

Am Donnerstagabend gab es eine Protestaktion von LGBT-Aktivisten vor dem Rathaus (Bild: ProudHouseBS)
- 15. Juli 2016, 07:27h 3 Min.
Die Behörden haben die Route des geplanten ersten Pride-Marsches in Beerscheba verboten, auch weil sie an Synagogen vorbeiführt. LGBT-Aktivisten protestierten daraufhin vor dem Stadtratsgebäude.
In der südisraelischen Großstadt Beerscheba ist ein Streit über die erste CSD-Demonstration eskaliert, die eigentlich am Donnerstag hätte stattfinden sollen. Wenige Stunden vor dem Start sagten die Organisatoren die Veranstaltung ab, weil die Polizei den Marsch entlang der geplante Route an einer zentralen Durchgangsstraße verboten hatte. Die Teilnehmer sollten stattdessen durch kleine Seitenstraßen marschieren. Das Verbot war am Mittwoch auch vom Obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden.
Daraufhin versammelten sich am Donnerstagabend rund 2.000 Demonstranten mit Regenbogenfahnen vor dem Stadtratsgebäude, um gegen die Entscheidung zu protestieren. Laut "Times of Israel" zeigten sie dabei Transparente mit Slogans wie "Die Homophobie gewinnt, wenn der Stadtrat nichts tut" oder "Der pinke Süden verlangt Geld und Respekt". Die Veranstalter erklärten, ein CSD müsste sichtbar sein und dürfe nicht in Nebenstraßen versteckt werden.
Am Rande des Protests kam es am späteren Abend zu kleineren Rangeleien zwischen der Polizei und Aktivisten, die einen Protest durch die Innenstadt abhalten wollten. Ein Video zeigt die Festnahme eines Mannes mit Regenbogenfahne. Laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" waren bereits am Mittwoch einige LGBT-Aktivisten für einige Stunden festgenommen worden; in Verhören wurde ihnen Whats-App-Nachrichten zu dem geplanten Protest vorgehalten.
Polizei führte Sicherheitsbedenken und religiöse Gefühle an
Die Polizei hatte das Routenverbot mit Sicherheitsbedenken begründet. So seien Verkehrsbehinderungen befürchtet worden, die den Zugang zum städtischen Krankenhaus erschweren könnten. Ein Sprecher der Polizei, der vor gewalttätigen Protesten gewarnt hatte, erklärte auch, das Verbot sei ausgesprochen worden, "um religiöse Gefühle nicht zu verletzen". Mehrere religiöse Mitglieder des Stadtrats hatten zuvor gedroht, aus der regierenden Koalition auszusteigen, weil der Marsch an mehreren Synagogen vorbeiführen sollte.
In den letzten Jahren hatte die LGBT-Community in der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Beerscheba immer wieder Pride-Veranstaltungen im lokalen Jugenzentrum abgehalten. Dieses Jahr wurde aber zum ersten Mal eine Parade geplant.
In der Vergangenheit hatte es in Jerusalem mehrfach CSD-Verbote gegeben, die mit religiösen Gefühlen begründet worden waren, etwa im Jahr 2005 (queer.de berichtete). Das Verbot wurde allerdings später von einem Gericht aufgehoben. Beim letzten CSD in Jerusalem griff ein ultraorthodoxer Jude die Teilnehmer an und tötete die erst 16 Jahre alte Teilnehmerin Shira Banki (queer.de berichtete). Die Eltern des ermordeten Mädchens haben für dieses Jahr zur Teilnahme beim Hauptstadt-CSD aufgerufen (queer.de berichtete). Die Vorfälle stehen in starkem Kontrast zum CSD in Tel Aviv, der von der Stadtverwaltung organisiert wird und jährlich Hunderttausende aus dem In- und Ausland zu einer friedlichen Feier lockt. (dk)















So ein Schmarrn!!!
Wer verletzt denn wen?
"Religiöse Gefühle" haben in Jerusalem 2x zum Attentat geführt! Und diese "Gefühle" soll man schonen???