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Premiere in Stuttgart
Türkische Gemeinde marschiert beim CSD mit

Die Türkische Gemeinde vertritt in Deutschland lebende Türken und Deutsche mit türkischem Hintergrund (Bild: Wiki Commons / Rainer Zenz / CC-BY-SA-3.0)
- 15. Juli 2016, 10:22h 2 Min.
Bei der CSD-Politparade am 30. Juli in Stuttgart wird zum ersten Mal die Türkische Gemeinde Baden-Württemberg als Fußgruppe teilnehmen.
Zum ersten Mal in Deutschland beteiligt sich die Türkische Gemeinde an einem Christopher Street Day. Bei der Politparade am 30. Juli in Stuttgart hat der Landesverband Baden-Württemberg eine Fußgruppe angemeldet. Sie wird auf der CSD-Homepage bereits gelistet.
Die Türkische Gemeinde wolle mit ihrem Auftritt das in Migrantenkreisen verbreitete Tabuthema Homosexualität angehen, erklärte der Landes- und Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu gegenüber dpa. Gegen die Pläne habe es internen Widerstand gegeben. "Wir können aber als Verein, der sich gegen Diskriminierung jeder Art einsetzt, davor nicht die Augen verschließen", so Sofuoglu.
Projekt "Kultursensible sexuelle Orientierung"
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Türkische Gemeinde Baden-Württemberg das vom Bundesfamilienministerium geförderte Projekt "Kultursensible sexuelle Orientierung" ins Leben gerufen. Hauptziel ist es, die persönliche Situation für LGBT-Jugendliche insbesondere mit Migrationshintergrund zu verbessern. Dazu arbeitet der Verein u.a. mit dem Landesnetzwerk LSBTTIQ und Stuttgarts schwul-lesbischem Zentrum Weissenburg zusammen.
Junge Türken und andere Migranten erlebten zwar in Deutschland eine offene und tolerante Gesellschaft, sagte Jochen Kramer von dem Projekt der dpa. "Wegen ihres Lebens in konservativ-traditionellen oder stark religiösen Familien können sie aber oft ihre Sexualität nicht frei ausleben." Psychische Belastung und Leidensdruck könnten die Folgen sein. Ziel sei es, Strategien gegen Ausgrenzung zu entwickeln. Geholfen werde den Jugendlichen, mit Ängsten umzugehen. Niemandem werde aber dazu geraten, sich in der eigenen Familie zu outen, so Kramer.
Im Jahr 2013 hatte sich die Türkische Gemeinde in Deutschland für eine "volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben" ausgesprochen (queer.de berichtete). In Schleswig-Holstein ist der dortige Landesverband Mitglied im Bündnis gegen Homophobie (queer.de berichtete). (cw)















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