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Ja-Wort in Köln
Bettina Böttinger ist unter der Haube

Die Moderatorin in der Sendung "Bettina Maria Böttinger – Fast ein Selbstportrait", die der WDR anlässlich ihres 60. Geburtstags ausstrahlte (Bild: Screenshot WDR)
- 18. Juli 2016, 11:13h 3 Min.
Die WDR-Talkerin hat sich an ihrem 60. Geburtstag heimlich verpartnert – Trauzeugin war die Kölner Oberbürgermeisterin.
Bettina Böttinger hat am 4. Juli, ihrem 60. Geburtstag, ihrer Freundin Martina im Historischen Rathaus Köln das Ja-Wort gegeben. Das hat die WDR-Talkerin nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" bei einer Geburtstagsparty im Kölner Sky-Tower bekannt gegeben.
Trauzeugin war die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), die das auch gegenüber der Boulevardzeitung "Express" bestätigte: "Ich hatte die Ehre, die Traurede zu halten. Die beiden sind ein tolles Paar, ich wünschen ihnen alles Glück dieser Erde", so Reker. An diesem Tag war die Oberbürgermeisterin sehr beschäftigt: Vor der Verpartnerung musste sie in Düsseldorf vor dem Untersuchungsausschuss zu den sexuellen Übergriffen auf der Kölner Domplatte in der Silvesternacht aussagen. Danach fuhr sie direkt nach Köln, um pünktlich der Verpartnerung beiwohnen zu können.
Zeitungen wie die "BamS", der "Express" oder auch der "Stern" bezeichneten die Verpartnerung als "Heirat" oder "Eheschließung", obwohl es nach wie vor ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in Deutschland gibt und das Paar lediglich eine "eingetragene Partnerschaft" eingegangen ist.
Vor 21 Jahren durch Harald Schmidt geoutet
Böttinger hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Berichten über ihr Privatleben gemacht und es daher nie an die große Glocke gehängt. Sie war 1995 gegen ihren Willen indirekt von Harald Schmidt geoutet worden. Der Entertainer hatte unter anderem in seiner Sat.1-Latenightshow in einem Bilderrätsel Fotos von Böttinger sowie der Zeitschrift "Emma", eines Eierlikörs und einer Klobrille gezeigt. Er fragte, was diese Bilder verbindet, und antwortete sogleich selbst: "Die Lösung lautet: Die würde kein Mann freiwillig anfassen." Vergangenen Monat beschuldigte Böttinger Schmidt daher in einem Interview der Homophobie (queer.de berichtete).
Anfang des Monats sendete der WDR eine Dokumentation über Bettina Böttinger, in der sie auch auf ihr Privatleben und ihre Erfahrungen mit Homophobie einging (Die gesamte Sendung in der WDR-Mediathek). So berichtete sie, dass sie sich als Schülerin in ein Mädchen verliebt habe und beinahe von der Schule geflogen sei, weil sie ihr einen Liebesbrief geschrieben hatte. Außerdem habe sie von den Eltern ihrer ersten Freundin Morddrohungen erhalten.
"Ich habe immer klar gesagt: Ich will nicht die Vorzeigelesbe vom Dienst sein", meinte sie kürzlich in einem dpa-Interview. "Ich bin Demokratin, ich bin Feministin, ich bin eine engagierte Frau. Und danach kommt die sexuelle Präferenz. Und nicht umgekehrt."
Vor zwei Wochen geriet Böttinger auch in die Schlagzeilen, als sie in einem Interview erklärte, dass "Köln relativ dreckig ist". Das führte bei Lokalpatrioten zu einiger Aufregung – insbesondere bei Fußballer Lukas Podolski, der via Twitter erklärte: "Dann wohn' und moderiere doch einfach in Düsseldorf". (dk)














Einerseits finde ich es gut, wenn Zeitungen nicht nur über CSD-Paraden berichten (und dabei in jedem zweiten Satz das Wort "schrill" verwenden), sondern auch mal über den ganz normalen Alltag von LSBTIQs - andererseits kann ein schlecht recherchierter Artikel mehr Schaden anrichten als gar keiner. Lieber Stern, lieber Express, liebe "Zeitung" mit den vier großen Buchstaben: Die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homo-Paare ist NICHT dasselbe wie eine Ehe unter Heteros!!
Und das Bilderrätsel von Herrn Schmidt war ja wohl das Letzte.