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Kommentare zu:
Man braucht kein Sixpack, um attraktiv zu sein


#1 BodyMassIndexAnonym
  • 23.07.2016, 10:02h
  • Sixpacks werden überbewertet, nicht jeder steht darauf. Deshalb sind die Geschmäcker mit Recht ja auch so verschieden. Die Hauptsache ist aber, daß jeder Topf seinen Deckel findet und mit dem Mann seines Herzens glücklich wird!
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#2 entartetEhemaliges Profil
  • 23.07.2016, 21:33h
  • So ganz kann ich der Argumentation nicht folgen. Ich bin eher der Anti-Typ der Sixpack-Models, habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass ich von der Männerwelt "übersehen" werde. Und so weit unten wie meine Chancen auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten schätze ich mein eigenes Selbstwertgefühl eigentlich gar nicht ein. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich schaue auch eher einem Typen mit wohldefiniertem Körper hinterher als jemandem in meiner Gewichtsklasse. Sein Selbstwertgefühl interessiert mich dabei wohl eher nicht.
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#3 Homonklin44Profil
  • 24.07.2016, 05:30hTauroa Point
  • Mit 20 rum hätte ich den Artikel wohl hoffnungsvoll verschlungen. Mir ja auch jahrzehntelang einen abgequält um dieses ach so positive Selbstwert-Ding zu erkämpfen, und neben Sport alles Erdenkliche versucht, um den Teil der Genetik zu fördern, der mir brauchbar erschien, um den anderen Teil in einen vernünftigen Griff zu kriegen, der benachteiligend wirkt.

    Mit nunmehr Mitte vierzig finde ich es grausam, dass man Menschen immer wieder diese doch kaum umsetzbaren Hoffnungen macht, und in Praxis dazu rät, wider der Wirklichkeit den draußen unbeliebten Teil ihres Selbst herunter zu kurbeln, Problemkomplexe einfach mal eben wegzuklappen und unterm Teppich verschwinden zu lassen und ... Hurra, man ist ein neuer Mensch ... und super attraktiv, trotz Plauze, Glatze, Krankheit, zahnlos & Co.

    Nö, das funktioniert so nicht. In der Partnersuchwelt wird grob auf Vorzüge geschaut, und zuerst begehrt man natürlich, was man SEHEN kann.

    Leider verbreiten ziemlich viele diesen Unfug über die "Inneren Werte", die man sowieso erst kennenlernt, nachdem man den Menschen an sich länger kennt. Interessanterweise vertreten das besonders Leute, die selbst nicht danach leben, oder selbst Attraktivitätsprobleme aufweisen.
    "Innere Werte" interessieren im schwulen Partnermarkt aber maximal den Hausarzt zwischendurch.
    Ebnenso blöd ist diese "Kleiner-Prinz"-Idee davon, man sähe nur mit dem Herzen gut ... ect.
    Mit dem Herzen kann man gut das Blut im Körper herum pumpen, ja. Aber sonst nicht viel.

    Das Auge sieht, was man begehrt. Wer nicht begehrenswert erscheint, wird weggeblendet.
    Alles, was Titten hat ... Selbstwertgefühl hin oder her ... ich sehe die einfach nicht.
    Die meisten Körbe kriegt man von Leuten, die diese Geschichte von Antoine de Saint Exupery eigentlich richtig toll finden. Komisch, nicht?
    Auch ganz viele der "Innere Werte zählen" -Anhänger wichsen zuhause auf die Bel-Ami-Fotobook-Model-Typen, wetten dass?

    Und so ähnlich wie in dem Lied von Xavier Naidoo, "Sie sieht mich nicht" ... kann der Obelix-Typ noch so ein tolles Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen kultivieren. Damit kommt er nur in der Bibliothek durch, und da auch nur durch die nicht so engen Gänge. Im Club ist er ... Invisible ... unsichtbar.

    Tja, ein definierter Sixpack muss es nicht unbedingt sein, klar, das kommt beim Wellenreiten sowieso mehr oder weniger von allein etwa hin, aber ein "Häuptling volles Fass" ist eben auch kein Hingucker, egal, wie viel Selbstüberzeugtheit, oder oft auch Selbstignoranz und ganz viel "So tun als ob" dahinter klemmt.

    Denn das alles, was hier lax aus der Elle als "Gejammer" abgetan wird, hat oft genug Hintergründe, die man mit dem "So tun als ob" auch nicht wegwischen kann. Menschen haben nicht nur vorzeigbare Facetten, Menschen bestehen nicht bloß aus "wunderbar".
    Menschen haben Persönlichkeit, eine Erfahrungsgeschichte, jeder hat sein Päckchen zu tragen, und auch die Schattenseiten im Paket gehören zu dem, was sichtbar bleibt.

    Es ist auch Quatsch, dass man bestimmte "Fehler" so akzeptieren müsse, wie sie eben Mutter Natur verbrockt, bzw. eher verbockt hat. Wir leben heute in einer Zeit, in der die kosmetische Chirurgie weit gekommen ist, um gewisse Korrekturen zu ermöglichen. Krumme, zu lange, zu knollige Nasen und 'Muttermale', assymetrische Gesichtspartien, Monobraue oder Extremhaarwuchs - das muss nicht mehr so bleiben. Auch die Adipositas-Chirurgie leistet gute Ergebnisse und hat schon vielen Verzweifelten nach x Diätprogrammen und fehlgeschlagenen Jahrzehnt-Selbstkasteiereien zu einem brauchbaren Körper verholfen.

    Manchmal muss man einfach andere Methoden versuchen, andere Wege, ein bisschen was investieren, um einen Look zu bekommen, den man anderen auch anbieten kann!
    Fällt mir so ein Typ ein, den sie im Park immer nur als den "Fettarsch" bezeichnet haben, wenn der da ankam. Junger Typ, Mitte 20 rum, nur eben Typ "Heck schwenkt aus" und darum wohl auch single geblieben.
    Der hatte irgendwann wohl keinen Bock mehr auf die Abweisungen und fing an, sich fit zu machen. Zwei Jahre später = 30 Kilo weniger, ich hatte ihn nicht mal wiedererkannt. Offenbar hat er jetzt 'nen Freund ... vielleicht happy Ending.

    Mit dem Sixpack klappt das natürlich besser als mit dem großen Fass. Das sieht man auch immer wieder in den vielen kleinen Online-Foren oder Clubs, wo Dicke, die auf Dünne stehen, inserieren. Mitgliederstand etwa 2000 Dicke, die suchen, und eine Handvoll Dünne, die einen Dicken ... tolerieren, fetischisieren, auch mal akzeptieren.

    Und redet man mit einem, der als "gut aussehend" gehandelt wird? Der kann sich vor Bewerbern kaum erretten, dem gehen sie enorm auf den Sack. Im wahrsten Sinne des Wortes, oder hängen an seinem Arsch.

    Das alles folgt in der Regel gewissen Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Biologie. Attraktivität ist eine balancierte Mische aus dem, was begehrt wird = das, was wir SEHEN können, und hinterher dem, was der jeweilige Mensch in sich trägt, mit sich bringt, wie seine Person beschaffen sein mag.
    Zumindest für solche, die nicht nur ein Stück Arsch zum heute noch ficken wollen, scheint es so zu sein.

    Das Selbstwertgefühl allein, ohne einen ansehnlichen, ja anbietungswert beschaffenen Körper, das nützt nicht viel. Es hilft ein bisschen darüber hinweg, wenn man auch nach 25 oder 40 Jahren noch 'erfolgreich' single belassen wurde. Mit einer stoischen Haltung "Nix kann mir was" verkraftet man zwar die zahllosen Körbe, die man über die Jahrzehnte gekriegt hat, aber das Gefühl der Einsamkeit, wenn man von der Party, vom Surf mit der Clique oder vom Grillen mit den Kollegahs heim kommt und den Abend im Gaychat verstreunert, oder den Film mal wieder allein ansieht, vertreibt kein Selbstwertgefühl.

    Die Wirklichkeit bleibt schwierig.

    Bei anderen sehe ich auf Gesicht,Körperstatur, Sportlichkeit, Bewegung, es ist ein bestimmter Typ sportlich-schlank-sehnig-süß oder was, der mich zu sich hinzieht. Es waren immer Sportler oder Tänzer-Typen. Ich kann mich mit supercharmanten Typen jeder Art irgendwie unterhalten, wenn der Gesprächsstoff interessant ist, aber die mich äußerlich nicht anziehen, können maximal in einen Bekanntschaftsstatus jenseits aller Partner-Ideen reinfallen.

    Ein psychischer Knacks ( je nach Lagerung, depressiv oder melancholisch ist okay, psychotisch oder Borderline ginge gar nicht ) oder gewisse Persönlichkeitsfehler scheinen da eher verzeihlich zu sein, als ästhetische Mängel. Für dauerhaft hätte das aber auch nur dann klappen können, wenn Beides synergiert, also ein Mann, wo ich mich jeden Tag von Neuem kaum an ihm satt sehen kann, der aber auch das eloquenteste Kopf-i-Versum mit bringt, "Where no man has gone before" ... oder so ähnlich.

    Um das aber zu erhalten, muss man selbst Entsprechendes anzubieten haben. Da hapert es gewaltig. Vielleicht ist das der Grund, warum es bei Etlichen beim ewigen Single bleiben muss.

    Doch hey ... wozu gibt's Fleshlight? 5 gegen Willy,und Willy bleibt trotzdem Dein bester Freund!
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#4 LarsAnonym
  • 24.07.2016, 09:50h
  • Antwort auf #2 von entartet
  • Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Mich spricht das oben abgebildete Bild wenig an. Ein Körper wie aus Plastik gegossen, kein Gesicht, keine Persönlichkeit. Sterile Muskelpartien nach dem Prinzip: Zuviel des Guten ist wundervoll. / Viel hilft viel.

    Schönheitsideale - gerade überzogene - werden auch erlernt. Leider kontakariert queer.de in diesem Artikel die wohlgemeinten psychologischen Ratschläge mit einem auf Klicks berechneten Hingucker-Bild, das genau das Gegenteil vermittelt von dem, was der Text sagen will. Leider sagen Bilder mehr als 1000 Worte.

    Hiw wäre ein Bild von einem Ideal-Single, kombiniert mit sinknormalen Paaren mit Ecken und Kanten, wie man ihnen im Alltag begegnet, liebevoll fotografiert, sinvoller gewesen.
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#5 LarsAnonym
  • 24.07.2016, 11:57h
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • "Das Selbstwertgefühl allein, ohne einen ansehnlichen, ja anbietungswert beschaffenen Körper, das nützt nicht viel."

    Was Dir in Deinem langen Kommentar im Kopf rumspukt, scheint mir aber ein merkwürdiger Begriff von Selbstwertgefühl zu sein. Ich glaube, das ist mehr so en Trotzgefühl, der sich aus der Erfarhung von Ablehnung speist. Im Sinne von: Man(n) mag mich eh nicht ansehen, dann setehe ich dazu, dass ich unansehnlich bin.

    Wenn man auf äußere Werte abfährt, dann ist es klar, dass man sich selbst nicht gehen lassen soll. Zu einem guten Selbstwertgefühl gehört auch, den Ruf des eigenen Körpers, etwas aus ihm zu machen, ihn zu wertschätzen zu pflegen und zu mögen, ernst zu nehmen.

    Ein häufiger, nachvollziehbarer Fehler, den mir schwule Männer zu machen scheinen, dass sie selbst ihrem äußerlichen Idealtyp entsprechen wollen. Gerade das muss nicht sein. Ein Idealtyp braucht kein Gegenüber, sondern nur sich selbst. Es ist, denke ich, besser, aus seinem Typ das beste zu machen und darüber hinaus zu lernen sich an der Schönheit anderer zu freuen und auch diese Freude zu zeigen. Anerkennung finden auch attraktive Menschen attraktiv.

    Insofern will ich meinen vorigen Post nicht mißverstanden sehen: Natürlich hat der gezeigte Körper in de Bild eine in sich stimmige Superman Ästhetik, die ich anerkenne, auch wenn ich nicht darauf abfahre.
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#6 entartetEhemaliges Profil
  • 24.07.2016, 13:18h
  • Aus der Gehirnforschung wissen wir, dass Bruchteile einer Sekunde für unser Gehirn maßgeblich sind, welches Bild wir von einer Person haben, was wir von ihr halten. Da kann es kaum um innere Werte gehen. Ist übrigens egal, ob es um ein Date oder Vorstellungsgespräch geht. Für Sympathie oder Antipathie zählt der erste Eindruck. Und der ist nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen.
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#7 LarsAnonym
  • 24.07.2016, 15:03h
  • Antwort auf #6 von entartet
  • "Für Sympathie oder Antipathie zählt der erste Eindruck."

    Das stimmt, aber wir nehmen sehr komplexe Eindrücke in dem ersten Moment auf, nicht nur das Aussehen, sondern auch Ausstrahlung, Stimmung, Energie, Anspannung, Harmonie, Zugewandtheit, sozialen Status, Erziehung, Bewegung, Geruch, Gepflegtheit, Stimme, aber auch Ähnlichkeiten zu posiiven Bezugspersonen aus der Kindheit und Jugend etc. Das ist so komplex, dass uns das meiste davon nicht bewusst wird.

    Für eine flüchtige Begegnung spielt das alles mitunter auch keine Rolle. Da lassen sich körperliche "Mängel" oder Vorbehalte oft leicht austricksen, u.a. durch trendige Accessoires und schlechte Beleuchtung oder Stimuli.

    Je mehr man aber eine persönliche Beziehung anstrebt, werden die äußerlichen Trigger, auf de man zuerst geachtet hat, weniger interessant und man begnnt, den Rest zu "sehen". Und da wird es dann für alle gleich leicht oder schwer, denke ich.
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#8 entartetEhemaliges Profil
  • 24.07.2016, 17:21h
  • Antwort auf #7 von Lars
  • Das "Beuteschema" spielt dabei schon eine große Rolle. Und es gibt Leute, die fallen eben durch alle Raster durch. Ich habe vor einiger Zeit von einer Studie gelesen, habe mir leider nicht gemerkt, wo das war, da war der Prozentsatz derjenigen, für die sich kein Deckel findet und nach Meinung der Autoren der Studie trotz aller Anstrengung auch nicht finden wird, für mich überraschend hoch. Habe mir allerdings die Zahlen nicht gemerkt. Weiß nur, dass mich der Anteil sehr überrascht hat. Mit anderen Worten, es gibt hoffnungslose Fälle, bei denen alle äußeren Tricksereien nicht helfen werden. Die werden als nicht authentisch empfunden und verschärften so das Frustpotential eher noch.
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#9 Homonklin44Profil
  • 25.07.2016, 11:19hTauroa Point
  • Antwort auf #5 von Lars
  • " Ich glaube, das ist mehr so en Trotzgefühl, der sich aus der Erfarhung von Ablehnung speist. Im Sinne von: Man(n) mag mich eh nicht ansehen, dann setehe ich dazu, dass ich unansehnlich bin."

    Sicher was dran. Der Trotz entsteht erst als Kompromissversuch und nach langen Jahren, in denen man von außen kontinuierlich die Bestätigung dafür eingefahren hat, nicht gesucht, nicht erwünscht, allgemein unsichtbar als Mann oder nicht vermittelbar zu sein, und sämtliche noch so bemühten Versuche gescheitert sind, diesen Selbstwert auch im Auge des Betrachters zu finden. Wo die ganze Anstrengung und Kasteierei nicht fruchtete.

    "Wenn man auf äußere Werte abfährt, dann ist es klar, dass man sich selbst nicht gehen lassen soll. Zu einem guten Selbstwertgefühl gehört auch, den Ruf des eigenen Körpers, etwas aus ihm zu machen, ihn zu wertschätzen zu pflegen und zu mögen, ernst zu nehmen."

    Das kann erst klappen, wenn sich der Körper dem Willen auch beugt, bzw. die Methoden, Anstrengungen, Investitionen anschlagen, mit denen man versucht, ihn auf "vermittlungsbereit" zu trimmen. Genetik und diverse andere Faktoren der Lebensumstände und Möglichkeiten zur Entfaltung bzw. gesundheitliche Zusammenhänge geben da Grenzen vor, die der Wille nicht erweitern kann.

    Wenn das nicht oder zu wenig hinhaut, kann man sich selbst noch so passabel ansehen. Andere werden es nicht tun, nicht für das, was man im "Herzen" tragen mag, noch für irgendwelche Persönlichkeit, Ausstrahlung oder sonstige, geistige, emotionale, liebsam orientierte Werte.

    Ja, wie Jemand noch schreibt, da gibt es auch Studien drüber, was attraktiv wirkt und so weiter, und über Menschentypen, die da "unten raus" fallen.
    Sieht man sich mal Kontaktgesuche an, ist die Wunschperson selten gleichzeitig arm, krank, behindert,psychisch diagnostiziert oder doof.

    Warum solche Eigenschaften nicht gewünscht sind, das hat quasi endogene, auch evolutionsbedingte Gründe. Diese Gruppe Leute ist auch in den ganzen Attraktivitätsstudien immer Schlusslicht. Bei den Heteros wären das salopp gesagt jene Damen, welche mit der geringsten Wahrscheinlichkeit gesunden Nachwuchs produzieren und den bis ins geschlechtsreife Alter bestens versorgen. Wir wollen das vielleicht nicht wahrhaben, weil wir als Schwule aus dieser Kinderzeugungsschiene heraus fallen, aber diese Bio-Gesetze wirken auch in unserem Organismus. Ähnlich wie bei definitiv sterilen Tier-Hybriden, die Paarbildung anstreben und sich Partner*Innen aussuchen, nach dem Programm ihrer Natur, sozusagen.

    Die ganzen Topf & Deckel-Sprüche sind ein Ausdruck großer Träume von 'kleinen' Menschen.

    Den geradezu überdefinierten Body in dem Bild finde ich persönlich auch nicht unbedingt hoch ansprechend, zumal das Gesicht fehlt, das für mich meist den Auslöser zum Hingucken oder Weggucken triggert. Lächeln, Gesichtsform, Sommersprossen, schmale Züge, längere Haare, sowas. Typ Surfer, Boarder, MTBiker ist ein bisschen anders.

    Verkomplizierend ist halt auch, wenn man immerzu Stockheteros nachschaut. Die werden einen nie erst sehen.
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#10 LarsAnonym
  • 25.07.2016, 20:08h
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • "Sieht man sich mal Kontaktgesuche an, ist die Wunschperson selten gleichzeitig arm, krank, behindert,psychisch diagnostiziert oder doof."

    ... und trotzdem gibt es nicht wenige, die bei einem solchen Partner landen. Liebe macht blind für die "Fehler" und "Macken" anderer - zum Glück (manchmal auch zum Unglück).

    "Lächeln, Gesichtsform, Sommersprossen, schmale Züge, längere Haare, sowas. Typ Surfer, Boarder, MTBiker ist ein bisschen anders."

    Küchenpsychologisch würde ich fragen, was hinter einem Typ steht, auf den mann abfährt. Hier vielelicht der Wunsch, auch mal so unbdearft-naiv jungenhaft (Sommersprossen) die Lust an Jugend und Körperlihkeit austoben zu können, aus Lebensfreude, (mit weich wehenden Haaren) und nicht um den Körper asketisch dem Willen zu unterwerfen. Raus zu gehen und sich zu zeigen. Das kann man trainieren und bis zu einem gewissen Grade erleben, aber oft mehr durch Loslassen alter Hemmungen und Verletzungen als durch harte Arbeit an Bodydetails. Schönheit hat etwas mit Harmonie und Stimmigkeit zu tun.

    Der sommersprossige BIker mit den hübschen längeren Haaren leidet vielelicht darunter, dass er nicht groß gewachsen ist, fühlt sich nicht als echter Macker und schneidet sich deshalb eine Glatze, macht sich wilde Tatoos und trainiert sich einen riesigen Bizeps an und wundert sich auch, dass er von den massigen Typen nicht angeschaut wird, weil die eben was anderes suchen.

    Es ist auch für "gut aussehende" nicht einfach, eine richtige Balance von innen und außen zu finden, die nicht verkrampft rüberkommt.

    "Verkomplizierend ist halt auch, wenn man immerzu Stockheteros nachschaut. Die werden einen nie erst sehen."

    Genauso, wie sich mancher Schwuler manchmal nach einer Heteroseite sehnt, gibt es viele Heteros, die das Uneindeutige von Schwulen faszinierend finden und die erotische Selbstbestätigung nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern brauchen. Von Heteros kann man durchaus lernen, charmant und dezent zu flirten. Wir alle brauchen einander, denn kein Mensch ist vollkommen ;-).
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#11 entartetEhemaliges Profil
  • 25.07.2016, 20:45h
  • Hört sich für mich alles an wie die billigen Ratgeber aus der Bahnhofsbuchhandlung. Gut für die Auflage, in der Praxis unwirksam. Und am Ende muss es auch ohne Freunde und soziale Kontakte gehen. Bleibt ja auch gar nichts weiter übrig.
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#12 LarsAnonym
  • 25.07.2016, 21:59h
  • Antwort auf #11 von entartet
  • "Und am Ende muss es auch ohne Freunde und soziale Kontakte gehen. Bleibt ja auch gar nichts weiter übrig."

    Die Einstellung würde ich aber nochmal überdenken. Das klingt sehr nach "Alles-oder-nichts-Prinzip".

    In einem würde ich Dir recht geben: Es gibt Menschen, die nicht für Beziehungen geschaffen sind, auch wenn sie sich das wünschen. Ich denke allerdings, dass es da eher psychologische als körperliche Barrieren gibt - und dass diese auch ihren Sinn haben können. Jemanden zu lieben und Liebe anzunehmen, heißt, sich zu öffnen und damit verletzlich und ein Stück auch abhängig zu machen. Es bedeutet auch, auf sehr engem Raum Enttäuschungen und Konflikte zu durchleben und sein Leben zu begrenzen. Es kann, bewusst oder unbewusst, Gründe geben, sich das nicht anzutun. Das ist o.K. Singles sind keine häßlicheren Menschen - weder körperlich noch seelisch!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#13 entartetEhemaliges Profil
  • 25.07.2016, 23:01h
  • Antwort auf #12 von Lars
  • "Es gibt Menschen, die nicht für Beziehungen geschaffen sind, auch wenn sie sich das wünschen."

    Dann sind wir uns ja einig. Das ist aber genau das Gegenteil dessen, was der Artikel suggeriert.

    Ich spitze den Inhalt mal zu: Man muss nur an der Stellschraube des Selbstwertgefühls drehen, und schon fliegen dir die Herzen der Männer zu. Das ist mir zu mechanistisch und zu simpel.

    Ich bestreite nicht, dass ein gutes Selbstwertgefühl wünschenswert ist und auf die Ausstrahlung sicher einen positiven Einfluss haben kann. Persönlichkeitsveränderungen sind aber schwierig und nicht einfach mal so im Schnellkurs erlernbar.

    Und ein angenehmes Äußeres ist nun einmal erotisch anziehend. Falten und Bierbäuche gehören ganz sicher nicht. Selbstwertgefühl hin, Selbstwertgefühl her.
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#14 LarsAnonym
  • 25.07.2016, 23:37h
  • Antwort auf #13 von entartet
  • Also, wenn ich Dein Profilbild mit dem hochgetunten Fantasy-Bild vergleiche, dann würde ich bestimmt eher mit Dir Gespräch und Nähe suchen, gerade weil Du keine Mauer aus unerreichbarer Perfektion um Dich aufbaust. Außerdem weiß ich ja nicht, was der Typ auf dem Bild für ein Gesicht hat. Vielleicht hat er auch ganz verformte Füße oder ein Exzem am Schienbein. :-D

    Wenn Du die gleichen Fotografen, Style-Berater etc. um Dich versammeln würdest und alle Deine Energie in ein Foto legen würdest, könntest Du Deinen Internet-Auftritt auch noch optimieren. (Z.B. Make-up, um die Bräunung des Köperes einheitlich zu gestalten, mehr Licht im Gesicht etc.) Aber wozu? Du bist für einen Mann Deines Alters optisch doch voll o.K., das erkennt man auch so.
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#15 ursus
  • 26.07.2016, 00:14h
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • >"Sieht man sich mal Kontaktgesuche an, ist die Wunschperson selten gleichzeitig arm, krank, behindert,psychisch diagnostiziert oder doof."

    was ja vor allem auffällt, ist, dass in der gesamtheit der kontaktanzeigen in den allerwenigsten fällen der_die wunschpartner_in das selbe geschlecht hat wie der_die suchende. und trotzdem, man soll es ja nicht glauben, gibt es menschen, die sich das wünschen.

    die kleine übertragungsleistung, dass man aus bloßen mehrheiten des begehrens nicht auf universelle normen oder "natürlichkeit" schließen sollte, diese leistung sollten wir schwulen doch irgendwie hinbekommen, oder? vielleicht sogar die, dass dasselbe für körperformen und charaktereigenschaften gilt.

    davon abgesehen ist das, was man sucht, nicht immer das, was man findet. und das ist bei der liebe eigentlich sogar das schönste.
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#16 TheDadProfil
#17 LarsAnonym
  • 26.07.2016, 11:16h
  • Antwort auf #16 von TheDad
  • "nett, obwohl er ja schwul ist"..

    Toll, wie Du aus allem, was man so schreibt, eine homophobe Bedeutung herauslesen kannst. Als ob es bei Schwulen immer ums Antörnen ginge. Die Rubrik heißt "Liebe".

    Ob der Mann antörnend ist, hängt davon ab, ob der Betrachter auf reifere Menschen steht, ob er Schnauzbärte anregend und männlich findet, oder nicht, ob er eine geerdete, naturnahe Persönlichkeit schätzt, oder lieber ein BIld in Lederjacke auf dem Mofa sähe etc. Das ist bei jedem unterscheidlich und tut nichts zur Sache. Aber objektiv (und darum ging es mir) gesehen, ist er ein sehr ansehnlicher Mann, dem optisch nichts fehlt.

    Ich kann umgekehrt ganz gut damit leben, dass meine Art "Komplimente" nicht jeden antörnen oder ansprechen. Nobody is perfect :-)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#18 TheDadProfil
  • 26.07.2016, 13:29hHannover
  • Antwort auf #17 von Lars
  • ""Toll, wie Du aus allem, was man so schreibt, eine homophobe Bedeutung herauslesen kannst.""..

    Och ?
    Da wollt ich jetzt gar nicht drauf raus, aber gut das Du es ansprichst..

    Dieses mehr als verunglückte "Kompliment" gegenüber einem Mann, der einem zu alt ist, hat schon was von Alters-Diskriminierung..

    Es kommt ziemlich blöde daher..
    Das ist eigentlich schon alles..

    "Für Mitte Siebzig siehst Du doch noch gut aus"..
    "Ich bin erst Mitte Vierzig"..
    Das Eine schließt das andre nicht aus"..

    ""Die Rubrik heißt "Liebe".""..

    Liebe muß als nicht "antörnen" ?

    ""Aber objektiv (und darum ging es mir) gesehen, ist er ein sehr ansehnlicher Mann, dem optisch nichts fehlt.""..

    Objektiv könnt er auch so hässlich sein wie die Nacht..
    Was nichts an seiner geschilderten Lebenserfahrung änderte, noch an seiner geäußerten Meinung..

    Den Zusammenhang hast Du wahrscheinlich eher nicht begriffen, was nun absolut nichts mit Deinem Äußerem zu tun hat..
    Deine permanente Nicht-Festlegung im geäußertem sowohl-als-auch-Duktus tut dann ein Übriges..
    Bloß nichts konkretes äußern, auf Nichts festlegen, und vor allem keine Sätze bilden, die einer Meinung zuzuschreiben wären..
    Objektiv könnte man denken, Du verstündest davon gar nichts..
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#19 entartetEhemaliges Profil
  • 26.07.2016, 20:15h
  • Antwort auf #17 von Lars
  • Wollte eigentlich nicht mehr antworten, weil im Grunde alle Argumente ausgetauscht sind.

    Habe Deine Anmerkung nicht als verletzend empfunden und will auch nicht aus allem eine Weltanschauung machen.

    Außerdem gehört es zur Reife älterer Menschen, dass sie akzeptieren, dass der Alterungsprozess nun einmal unweigerlich bestimmte körperliche Verfallsprozesse mit sich bringt. Ein zwanghaftes Festhalten an einem jugendlichen Erscheinungsbild wird da wohl eher lächerlich wirken.
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#20 Homonklin44Profil
  • 27.07.2016, 11:49hTauroa Point
  • Antwort auf #10 von Lars
  • Na ja, wer sich einen sagen wir mal nachteiligen Partner aussucht, hat wahrscheinlich selbst keine besonderen Ansprüche oder gehört praktisch ins selbe Boot.
    Vielleicht ist er Anhänger eines Fetischs - es gibt ja welche, die suchen gezielt nach Amputierten. Aber nicht, weil Amputierte so viel mehr Selbstwert ausstrahlen als andere, weil sie's müssen, um sich erkennbar zu halten. Oder sieh mal die Leute, die stark Übergewichtige suchen. Bzw. Feeder & Gainer. Nicht, weil die den Menschen und seine Person so genial finden. Verliert er das ganze Gewicht und macht sich sportlich, ist der Partner weg. Der Fetisch will befriedigt sein.

    Gut Aussehende haben häufiger darüber geschrieben, dass sie ein Problem mit wahren Verehrer-Scharen haben, auch mit stillosen oder sogar nervigen Anmachen aus allerlei Richtung.
    Oder die Jüngeren, Twinks.
    Genervt ohne Ende von den Zuschriften von Typen, die so alt oder älter als ihr Vater sind. Ist es ein Wunder, wenn die eine Art Gerontophobie bekommen, oder nur Zustände?

    Da ist das Gegenteil wohl der Fall, Selbstwertgefühl wird verbaut durch die Erfahrung, als Objekt gesehen und als Ware gehandelt zu werden. So ähnlich geht es vielleicht auch dem Muskelmann aus dem Sportstudio.

    Warum man(n) auf bestimmte Typen abfährt, hat wohl ganz viele Gründe, aber zuvorderst steht doch die Anziehung.
    Ich bewundere Leute, die nicht diese innere Grenze haben, die sich von allen möglichen Typen oder Figuren und Personen angezogen fühlen. Wenn es nur Bestimmte sind, und auch aus einer beschriebenen Kategorie nur Einzelne, ist das ohne die ganzen "Bringer" in der Vermittlungsebene schon ein Hindernis.
    Ein Seinwollen, wie der andere ist, ist es meines Erachtens nicht so sehr, als vielleicht ein sich in Geborgenheit wundern, an seiner unaufhörlichen Besonderheit. Selbstkritisch hinterfragt verstehe ich's nicht mal, schätze es gibt sowas wie eine Typus-Fixation. Es sind immer Menschen, wie es sie in meiner Jugend nur in fernen Illusionen je gab.

    Über die Heteros meinte ich, wir als Schwule werden von deren Liebes-Radar gar nicht erfasst. Falsches Geschlecht. So, wie eine Frau sich auf den Kopf stellen könnte, um meine liebsam ausgerichtete Aufmerksamkeit zu fangen. Ich sehe sie so einfach nicht. Laternenpfahl. Gartenzaun. Null Anziehungswerte.

    Wo die äußeren "Bringer" nicht zu sehen sind, bringt das sich Zeigen vor allem neue schlechte Erfahrungen. Wenn man eine Grenze im Ertragen und Aushalten auch bei Beleidigungen, nicht nur bei Abfuhren hat, sollte man den Rest Harmonie, die ohne diese Erfahrungen, oder nebenbei übrig geblieben ist, bewahren. Das Selbstwertgefühl ist nicht unsterblich.

    Ich habe die Bremse nach so und so vielen Neu-Anläufen gezogen, und ab dem Erkenntnis-Alter mit dem "Suchen" bzw. Schauen aufgehört. Irgendwann ist man aus der Naivität heraus gewachsen. Die Männerwelt und der sommersprossige Langhaar-Mountain-Biker gehört den jungen Schönen.

    Bei denen ist der gut aufgehoben, da mache ich mir keine Sorgen.
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#21 Homonklin44Profil
  • 27.07.2016, 12:04hTauroa Point
  • Antwort auf #15 von ursus
  • "
    die kleine übertragungsleistung, dass man aus bloßen mehrheiten des begehrens nicht auf universelle normen oder "natürlichkeit" schließen sollte, diese leistung sollten wir schwulen doch irgendwie hinbekommen, oder?"

    Das kommt drauf an.Sieht man das idealistisch, wunschdenkerisch oder schlicht wissenschaftlich, und wenn so, mit der notwendigen Erweiterung der anknüpfenden Sachgebiete und evolutionsbiologischer wie soziokulturell einfließender Zusammenhänge.

    Die Natur dieser Dinge zeigt sich an sich ziemllich eindeutig - das passt "uns" Schwulen nicht in den Kram, aber woher kommen wir? Von wem werden wir gezeugt, ausgetragen, groß gezogen und wie haben wir diese Möglichkeit,zu sein, wer wir sind, überhaupt erhalten.
    Da haben wir schon eine natürliche Mehrheit vor uns, wir wurden nämlich eher nicht von anderen Schwulen in die Welt gesetzt. Aber darauf will ich gar nicht rumreiten.

    Innerhalb jeder Minderheit gibt es wieder Minderheiten, natürlich auch Leute, die Mitglieder von Minderheiten favourisieren. Aber eine Regel beschreibt das nicht.
    Da muss man dann weiter hinein schauen, um zum Beispiel zu sehen, wie wahrhaftig solche Minderheits-Zusammenfindungen wirklich sind, oder ob das nicht nur an einem Fetisch hängt.

    Man will das ja nicht verurteilen, wenn sich Leute aufgrund eines Fetischs gern haben, oder jemand wegen ihres Fetisch-Begehrens akzeptieren.
    Aber dass das dann am Selbstwertgefühl dessen liegen soll, der sich da anbietet, ist nicht gerade besser logisch oder verständlich erklärt.

    Wo sind denn die ganzen Massen derer, die "mit dem Herzen" sehen, und für die "Innere werte" wichtiger sind? In welchem entfernten Land oder Lager werden die vor der Welt verschlossen gehalten, wenn nicht in den hehren Fantasien einiger Weniger?

    In Wirklichkeit laufen wir doch alle denen hinterher, auf die wir irgendwie geil sind oder Bock kriegen. Selbstwert liegt da doch bei den Anziehungs-Ursachen ziemlich weit hinter der "Fuckability" oder dem Sex-Appeal. Machen wir uns da doch bitte nicht zu viel vor. Und das ist sogar urinnerst natürlich.
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#22 ursus
  • 27.07.2016, 15:15h
  • Antwort auf #21 von Homonklin44
  • >"Wo sind denn die ganzen Massen derer, die "mit dem Herzen" sehen, und für die "Innere werte" wichtiger sind?"

    "innere werte" sind hier überhaupt nicht mein thema, ich rede durchaus von körperlichen reizen. mir geht es darum, dass ich es problematisch finde, pauschal zu behaupten, dass z.b. ein sixpack nun mal sexy sei und ein bierbauch nun mal nicht. es gibt immer menschen, die gerade das attraktiv finden, was andere unattraktiv finden. keine mehrheiten vielleicht, aber es gibt sie, und es bleibt die frage, was es anrichtet, wenn wir hier wieder nur die mehrheiten des begehrens in den blick nehmen und die anderen gleichzeitig unerwähnt lassen oder sogar für nichtexistent erklären.

    ich weiß z.b. von jungen schwulen, die wesentlich ältere männer attraktiver finden als gleichaltrige, die aber nicht einfach ihr ding machen, sondern denen es wegen der normierenden bemerkungen ihrer peergroup sehr schwer fällt, sich und anderen einzugestehen, dass sie "außerhalb der norm" begehren. sowas ist doch scheiße.

    natürlich kann man irgendwelche statistiken erstellen, was irgendeine mehrheit toller findet, oder man kann irgendwelchen (pseudo-)wissenschaftlichen evolutionsbiologischen kram nachreden. aber ich finde nicht, dass das irgendein problem löst, sondern dass es im gegenteil erst unnötige probleme schafft.

    mir wäre es wichtig, die unterschiedlichen sexuellen präferenzen (auch was körperformen angeht) nicht schon wieder in normierende, bewertende konzepte einzuordnen ("dies gilt normalerweise als attraktiv, jenes nicht"), sondern gerade deren vielfalt hervorzuheben und zu schätzen. und das ist es, was ich mit der "übertragungsleistung" aus homophober diskriminierung meinte.
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#23 LarsAnonym
  • 27.07.2016, 15:54h
  • Antwort auf #20 von Homonklin44
  • "Wo die äußeren "Bringer" nicht zu sehen sind, bringt das sich Zeigen vor allem neue schlechte Erfahrungen."

    Das meinte ich nicht mit "Sich-Zeigen". Man sollte nicht das vor-zeigen, was man nicht hat oder wo man sich unsicher fühlt. Das kann schief gehen. Vor allem wenn man an sich selber glaubt, zeigen zu müssen, was man eher begehrt als hat.

    Man kann aber vom Skterboy lernen, dass man auch mal Riskiken eingehen, auf die Nase fallen darf und sich verletzen und lächerlich machen kann, das gehört zum Skaten nämlich dazu wie die seelischen Verletzungen zur Liebe.
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#24 Homonklin44Profil
  • 28.07.2016, 10:54hTauroa Point
  • Antwort auf #22 von ursus
  • "mir wäre es wichtig, die unterschiedlichen sexuellen präferenzen (auch was körperformen angeht) nicht schon wieder in normierende, bewertende konzepte einzuordnen ("dies gilt normalerweise als attraktiv, jenes nicht"), sondern gerade deren vielfalt hervorzuheben und zu schätzen. und das ist es, was ich mit der "übertragungsleistung" aus homophober diskriminierung meinte."

    Hehrer und guter Anspruch, doch erzähle das mal dem Markt. Auch am 'Partnermarkt'. An den Verkaufsschlagern kannst Du ablesen, wo die Wirklichkeit sich etwa bewegt. Von Vielfalt möglichst weit entfernt.
    Es muss noch nicht mal um andere Körper gehen, sogar bei Gearfetisch sucht man vergeblich nach etwas außerhalb einer bestimmten, abwerfenden und meistgewünschten Stereotype. Kann man sich selber malen oder weiter träumen. Fetischklamotten, das sollten Peers übrigens auch nicht mitbekommen, sonst hat man seinen Stempel sicher. Sogar Fremde feinden das an.
    Die Vorgabe eines Normativ hat auch etwas mit Absicherung sozialer Integrität zu tun, von daher verstehe ich die Gerontophilen, die es verheimlichen. Man will deswegen nicht überall gleich 'unten durch' sein.

    Was richtet die Mehrheit an, wenn sich die Mehrheit bestätigt? Anderes, als dass man von der Wertschätzung der Minderheit viel träumen kann.
    Sieht man ja auch 'draußen' und von Homophoben-Seite wieder, wie da die Wertschätzung aussieht.

    Vielleicht gibt's irgendwann Selbstwert zum Spritzen, oder vom Psychodoc in Pillenform.

    Biologische Gesetzmäßigkeiten muss man nicht 'nachreden', sie werden bei der Veranschaulichung wirklicher Zusammenhänge erkennbar. Sind in der Natur zu beobachten.

    Nur Gedanken, keine Front.
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