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Ende des Bürgerkriegs in Sicht
Kolumbien: LGBT-Rechte in FARC-Friedensabkommen

Die marxistischen Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbien, kurz FARC) kämpfen seit 1964 mit Waffengewalt gegen den kolumbianischen Staat
- 26. Juli 2016, 04:54h 1 Min.
Die kolumbianische Regierung und die linksgerichtete FARC-Guerilla wollen in ihrem Friedensabkommen die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten festschreiben.
In einer Grundsatzeinigung, die am Sonntag in der kubanischen Hauptstadt Havanna vorgestellt wurde, wird Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans-Personen ein "gleichberechtigter Zugang" zu staatlichen Leistungen versprochen. Es sei ein "Novum", dass Gleichstellungsfragen Eingang in einen Friedensvertrag fänden, sagte Kolumbiens Außenministerin María Ángela Holguín.
Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) kämpfen seit über 50 Jahren gegen den kolumbianischen Staat und die Macht der Großgrundbesitzer. In dem Bürgerkrieg wurden Schätzungen zufolge über 250.000 Menschen, größtenteils Zivilisten, getötet und 6,5 Millionen Menschen vertrieben.
Die Friedensgespräche zwischen Regierung und Rebellen hatten im November 2012 in der kubanischen Hauptstadt begonnen. Am 22. Juni vereinbarten beide Seiten einen endgültigen Waffenstillstand. Das Friedensabkommen, das u.a. eine Übergangsjustiz, landwirtschaftliche Entwicklungsprogramme in den Hochburgen der Rebellen sowie die künftige politische Beteiligung der Guerilla vorsieht, muss von der kolumbianischen Bevölkerung in einem Referendum bestätigt werden.
Kolumbien gilt bei LGBT-Rechten als Vorreiter in Südamerika. Im Frühjahr hatte das Verfassungsgericht die Ehe für lesbische und schwule Paare geöffnet (queer.de berichtete). (cw)














