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Georg Uecker war jahrelang fester Bestandteil der "Lindenstraße" (Bild: WDR)

  • 29. Juli 2016, 07:47h 61 2 Min.

Der "Lindenstraßen"-Veteran spricht erstmals über seine HIV-Infektion, mit der er bereits seit mehr als drei Jahrzehnten lebt.

Der schwule Schauspieler Georg Uecker hat in der neuesten Ausgabe des Szenemagazins "Schwulissimo" zum ersten Mal öffentlich erklärt, dass er HIV-positiv ist. "Ich bin vermutlich weit über 30 Jahre HIV-positiv und weiß es definitiv seit 25 Jahren", sagte der 53-Jährige.

Zunächst sei die Diagnose ein Schock gewesen: "Vor den ersten Kombitherapien habe ich schon geglaubt, ich hätte jetzt nicht mehr viel Zeit", so Uecker. Die sogenannten Kombinationstherapien kamen Mitte der Neunzigerjahre auf den Markt und stellten erstmals eine Behandlungsmethode dar, mit der die Krankheit nicht geheilt, aber kontrolliert werden kann. "Mir geht es dank der Pharmaindustrie und einer in jeglicher Hinsicht positiven Lebenseinstellung gut." Heute sei er "völlig fit und fest entschlossen, ein schriller Alter zu werden."

Viele Gerüchte um Gesundheitszustand Ueckers

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Gerüchte um Ueckers Gesundheitszustand gegeben, da er rapide an Gewicht verloren hatte und ausgezehrter wirkte. Er musste immer wieder Termine absagen. 2008 erlitt er einen Zusammenbruch bei der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Ein Jahr später erklärte "Lindenstraßen"-Produzent Hans W. Geißendörfer: "Georg Uecker ist krank. Es ist ja nicht zu übersehen… Er hat ein Problem mit den Lymphen" (queer.de berichtete). Kurze Zeit später gab seine Figur Dr. Carsten Flöter die Praxis in der "Lindenstraße" auf (queer.de berichtete).

Im aktuellen Interview erklärte Uecker jetzt: "Der Grund für meine Unsichtbarkeit: Ich war komplett überarbeitet." Daher habe er zwischenzeitlich einen Gang runterschalten müssen.

Uecker ist seit 1985, seit der sechsten Folge, mit einigen Unterbrechungen bei der wöchentlichen Mieter-Soap "Lindenstraße" dabei. Seine Figur sorgte mit dem ersten schwulen Kuss in einer deutschen Vorabendserie für Aufregung. Als Carsten Flöter dann 1990 mit seinem damaligen Lover eine heiße Liebesnacht erlebte, gingen säckeweise Beschwerden beim WDR ein, darunter sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. 1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit "Käthe" und adoptierte den HIV-positiven Felix.

Neben der "Lindenstraße" wirkte Uecker noch in mehreren Comedy-Sendungen ("Schillerstraße", "Genial daneben") mit und trat wiederholt als Experte des Eurovision Song Contest auf. Er engagierte sich auch als LGBT-Aktivist und unterstützte Initiativen gegen Rassismus. (dk)

#1 AntiFanti
  • 29.07.2016, 10:06hBerlin
  • was ich nicht nachvollziehen kann sind die vielen negativen kommentare von schwulen bei facebook, so viel zum thema "community". mir tut es leid u. ich hoffe dass es ihm noch lange gutgeht.
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#2 gatopardo
  • 29.07.2016, 10:27h
  • Er hatte das Pech, noch vor dem Durchbruch der rettenden Medikamente 1996 mit den damals mit schweren Nebenwirkungen versehenen unzulänglichen Pillen über Wasser gehalten zu werden und wird alle möglichen opportunistischen Infektionen überstanden haben. Erfreulich zu sehen, wie er durch die immer wirksamer werdenden Therapien heute ein normales Leben führen kann.
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#3 gatopardo
  • 29.07.2016, 10:53h
  • Hinzufügen möchte ich noch, dass Uecker einer der wenigen ist, der 10 Jahre lang mit den seinerzeit herkömmlichen Therapien tatsächlich überleben konnte. Keiner unserer Freunde, der in den 80er Jahren erkrankte, hat die effektive Therapie 1996 erreichen können !
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