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Bevor Harvey Milk LGBT-Aktivist wurde, diente er in der amerikanischen Marine während des Korea-Krieges

Während seiner Militärzeit musste der spätere LGBT-Aktivist seine Homosexualität noch geheim halten. An seinen Dienst soll nun die "USNS Harvey Milk" erinnern.

Ein neues Tankschiff der US-Marine soll nach dem LGBT-Aktivisten Harvey Milk benannt werden. Das hat das Fachmagazin "USNI News" am Donnerstag unter Berufung auf eine von Marineminister Ray Mabus unterzeichnete Mitteilung berichtet. Das Schiff, das noch nicht gebaut worden ist, soll damit die Bezeichnung "USNS Harvey Milk" tragen. USNS steht für "United States Naval Ship". Laut dem Bericht hat die Marine auch vor, weitere Schiffe nach den Frauenrechtlerinnen Lucy Stone und Sojourner Truth zu benennen.

Milk stammte aus einer Navy-Familie. Trotz des Homo-Verbots im US-Militär trat er als 21-Jähriger 1951 in die Marine ein und wurde 1955 im Rang eines Leutnants ehrenhaft entlassen. Später wurde Milk zum wohl bekanntesten LGBT-Aktivisten der USA: Als erster offen schwuler Mann wurde er 1978 in ein politisches Amt gewählt, in den Stadtrat von San Francisco. Zehn Monate nach seinem Amtsantritt wurde er zusammen mit Bürgermeister George Moscone im Rathaus erschossen. Ein Film über das Leben Milks mit Sean Penn in der Hauptrolle kam 2009 in die Kinos (queer.de berichtete).

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Namensvorschlag umstritten


LGBT-Aktivisten setzten sich seit Jahren für die Benennung eines Kriegsschiffes nach Harvey Milk ein

LGBT-Aktivisten hatten seit Jahren dafür geworben, ein Schiff nach Milk zu benennen. Eine Lobbygruppe begründete die Forderung auf einem Flyer (PDF) mit den Worten: "Die Fähigkeiten, Führungsqualitäten und der Mut, die Harvey Milk während seiner Zeit in der US Navy während des Koreakrieges gelernt hat, konnte er später als Anführer der Bürgerrechtsbewegung nutzen." An dem Vorschlag gab es aber auch Kritik, weil sich Milk gegen den Vietnam-Krieg eingesetzt hatte.

In den amerikanischen Streitkräften herrschte bis 1993 ein vollständiges Dienstverbot für Schwule und Lesben, das erst unter Präsident Bill Clinton gelockert wurde. Er führte die "Don't ask, don't tell"-Regelung ein, nach der homo­sexuelle Soldaten ihre sexuelle Orientierung vor Kameraden und Vorgesetzten verbergen mussten. Diese Regelung war ein Kompromiss, da insbesondere republikanische Politiker befürchteten, dass die Anwesenheit von Schwulen und Lesben die Schlagkraft der Streitkräfte schwächen könnte. Das Homo-Verbot wurde schließlich unter Barack Obama 2011 vollständig aufgehoben (queer.de berichtete). Wegen der "Don't ask, don't tell"-Regelung wurden zwischen 1993 und 2011 rund 14.000 Soldaten wegen Homosexualität gefeuert.

Inzwischen sind Schwule und Lesben im US-Militär integriert. Auch das Trangender-Verbot soll aufgehoben werden (queer.de berichtete). Im Mai hat mit Eric Fanning sogar ein offen schwuler Mann das Heeresministerium übernommen (queer.de berichtete). (dk)

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#1 NiedergemeiertAnonym
  • 29.07.2016, 16:19h
  • Auch schwule Soldaten sind potentielle Mörder.
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#2 YannickAnonym
  • 29.07.2016, 16:34h
  • Dass das ausgerechnet ein Kriegsschiff sein muss, finde ich zwar nicht so toll, aber immerhin:

    Während in Deutschland noch diskutiert wird, ob an einem öffentlichen Gebäude eine Regenbogenflagge wehen darf, werden anderswo sogar Schiffe nach Kämpfern für Homorechte benannt.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 29.07.2016, 19:10h
  • Antwort auf #2 von Yannick
  • "werden anderswo sogar Schiffe nach Kämpfern für Homorechte benannt."

    Das soll dann wohl bedeuten: Wir kämpfen mit diesem Schiff auch für euch.

    Das ist immerhin ein Versprechen.

    Unabhängig, ob es gehalten wird, zeigt es, dass die USA weiter sind als das rückständige Land des rosa Winkels, wo kein Schiff nach Hirschfeld u.a. benannt wird.

    Unsere weltfremde Pastorentochter würde ja bei der Schiffstaufe auch Bauchschmerzen kriegen.

    Mal sehen, ob Hillary das Schiff als Präsidentin taufen kann.

    Hegel und Marx gespenstern z. Zt. jedenfalls nicht in ihrem Geburtsland rum.

    www.youtube.com/watch?v=TnQDW-NMaRs
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