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Anti-Pride-Protest
Stockholm: Rechtsextreme stören CSD

Bereits im letzten Jahr hatten die Jungneonazis gegen den CSD protestiert, damals aus sicherer Entfernung
- 30. Juli 2016, 23:38h 3 Min.
Mehrere Mitglieder der "Nordischen Jugend" wurden festgenommen, nachdem sie sich mit homophoben Plakaten und Parolen vor die Parade stellten.
Von Norbert Blech
Während des Stockholmer CSD ist es am Samstag zu kleineren Ausschreitungen gekommen, als sich Neonazis vor die Parade stellten und ein Banner "Schützt die Kernfamilie" entrollten. Der Protest der "Nordischen Jugend" dauerte wenige Minuten, bevor herbeigeeilte Polizisten für Ordnung sorgten.
Der Vorfall ereignete sich gegen ca. 16 Uhr an der Kreuzung Östermalmsgatan/Sturegatan. Medien- und Augenzeugenberichten zufolge konfrontierten CSD-Teilnehmer und Zuschauer die ungebetenen Gäste, es kam zu kleineren Handgemengen und Wortgefechten, als Pride-Besucher den Rechtsextremen unter anderem das gegen den CSD gerichtete Plakat entreißen wollten. Es zeigte auch eine durchgestrichene Regenbogenflagge – auf einem weiteren Plakat war ein Paar aus Mann und Frau abgebildet, das seine Kinder mit einem Regenschirm vor einem Regenbogen schützt.
Obwohl der Pride unter erhöhten Sicherheitsbedingungen stattfand, dauerte es, bis die Polizisten einschritten, die zunächst die bereits von der CSD-Parade vor sich hergedrängten Gegendemonstranten mit Polizeipferden in eine Seitenstraße vertrieben. Mindestens ein Beamter setzte seinen Schlagstock ein. Tomas Kvarnkullen, ein Reporter der Zeitung "Expressen", meinte, die Situation sei brenzlig gewesen und die Polizei gerade noch rechtzeitig erschienen.
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17 Personen seien kurzzeitig festgenommen worden, zehn weitere hätten Platzverweise erhalten, sagte ein Polizeisprecher später gegenüber dem Sender SVT. Verletzt wurde offenbar niemand, der Grund für die Festnahmen seien Verstöße gegen das Demonstrationsrecht und gegen die öffentliche Ordnung gewesen.
Gegen "Sexualisierung der Kinder"
Bereits im letzten Jahr hatten Mitglieder von "Nordisk Ungdom", von Menschenrechtsorganisationen als rechtsradikal eingestuft, am Rande des CSD mit dem gleichen Plakat demonstriert. In sozialen Netzwerken tauchte zudem ein Video auf, das Jugendliche beim Verbrennen einer Regenbogenflagge zeigte. Der Sprecher der Gruppe, Fredrik Hagberg, sagte Medien damals, man habe in der Innenstadt eine Flagge verbrannt, das Video zeige aber eine Aktion anderer Jugendlicher.
An diesem Samstag meinte Hagberg gegenüber der Zeitung "Göteborgs Posten": "Wir waren da, um gegen den CSD zu demonstrieren. Wir brauchen eine kritische Stimme für traditionelle Familienwerte". Diese seien unterem anderem durch den Pride bedroht. "Der CSD ist ein Gräuel", schrieb Hagberg später auf Twitter, "Stoppt die Sexualisierung unserer Kinder." Er beschwerte sich, dass die "Helden" seiner Gruppierung von CSD-Teilnehmern "attackiert" worden seien.
An der Parade, ansonsten nur von einem Regenschauer gestört, beteiligten sich fast 50.000 Menschen, verfolgt von einer halben Million Zuschauern am Straßenrand. Mehrere Politiker nahmen teil, darunter der sozialdemokratische Ministerpräsident Stefan Löfven und mit Ebba Busch Thor erstmals die Vorsitzende der Christdemokraten.
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Nicht vertreten war die Parteiführung der Schwedendemokraten. Einigen Medienberichten zufolge hatten die Veranstalter mitgeteilt, dass eine Teilnahme der Rechtspopulisten nicht erwünscht sei, da sie nicht die Werte des Pride teilen würden. Der Vorsitzende der Partei sagte hingegen, dass "obszöne Elemente, Nacktheit und allgemeine Sexualisierung" von der wichtigen Botschaft des CSDs ablenken würden und man daher auf eine Teilnahme verzichte.















Das muss endlich gestoppt werden... Wo soll das nur hinführen...