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Repräsentative Umfrage
Österreicher sehen Homosexuelle am stärksten diskriminiert

Dieses Foto mussten 1.000 repräsentativ ausgewählte Österreicher im Auftrag des Familienministeriums bewerten (Bild: Mindtake)
- 31. Juli 2016, 09:44h 1 Min.
57 Prozent der Österreicher sind der Auffassung, dass Lesben und Schwule benachteiligt werden. Dies ist ein Ergebnis einer neuen repräsentativen Onlineumfrage des Instituts Mindtake im Auftrag des österreichischen Familienministeriums (PDF).
Keine andere gesellschaftliche Gruppe wurde von den Befragten so häufig genannt wie Homosexuelle. Mit 53 Prozent kamen Flüchtlinge auf den zweiten Platz. 52 Prozent gaben an, dass Ausländer aus muslimischen Ländern in Österreich diskriminiert werden. Eine Benachteiligung von Behinderten sahen 44 Prozent, von älteren Menschen 22 Prozent und von Frauen 21 Prozent.
Hauptthema der Studie waren Geschlechterrollen. Die Teilnehmer mussten Fotos von verschiedenen Familienkonstellationen persönlich bewerten und eine Einschätzung über die Akzeptanz in der Gesellschaft abgeben. Für Regenbogenfamilien sahen die Befragten dabei die geringste Akzeptanz, noch hinter weiblichen Führungskräften mit Kind oder einem berufstätigen Vater, der seine Kinder betreut. Mehr als zwei Drittel glaubten, dass homosexuelle Eltern in Österreich eher oder gar nicht akzeptiert werden.
Hier zeigte sich allerdings eine hohe Diskrepanz zwischen der eingeschätzten Akzeptanz und der persönlichen Bewertung. Nach ihrer eigenen Einschätzung befragt, fanden 48,5 Prozent Regenbogenfamilien als sehr positiv oder positiv und nur 26,5 Prozent als negativ bzw. sehr negativ. (cw)















Und hierin liegt der eigentliche Denkfehler bei der Betrachtung derartiger Umfragen. Auch wenn 57 % der befragten ÖsterreicherInnen Homosexuelle am Stärksten diskriminiert sehen sagt das eben noch lange nichts darüber aus, ob sie das gut oder schlecht finden.
Insofern ist das dann auch keine Diskrepanz, denn einen Sachverhalt einzuschätzen ist eine Sache, eine Meinung zu diesem Phänomen zu haben eine andere.