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Neben der Regenbogen­fahne soll es auch Alleinzeriehende als Emojis geben – zudem wird abgerüstet: Statt einer echt aussehenden Waffe ist fortan eine grell grüne Wasserpistole enthalten (Bild: Apple)

Alleinerziehende, Bauarbeiterinnen und die Regenbogenfahne – mit neuen Emojis will Apple die Vielfalt besser repräsentieren.

Das nächste Update für das Betriebssystem von iPhone und iPad wird mehr als 100 neue Emojis umfassen, darunter auch eine Regenbogenfahne. Das gab der amerikanische Konzern Apple am Montag bekannt. Bislang ist nur ein "echter" Regenbogen Teil der Bildschriftzeichen, aber keine Fahne.

"Diese aufregende Update liefert mehr Geschlechts-Optionen von existierenden Figuren, inklusive Athletinnen und weibliche Fachleute, es gibt schöne Umgestaltungen von populären Emojis, eine neue Regenbogenfahne und mehr Familienoptionen", so Apple in einer Pressemitteilung. "Apple arbeitet eng mit dem Unicode-Konsortium zusammen, um sicherzustellen, dass populäre Emojis die Vielfalt von Menschen überall repräsentieren." Das wie Apple in Kalifornien beheimatete Konsortium hat die Aufgabe, den internationalen Standard der Schriftzeichen in der digitalen Welt weiterzuentwickeln und herauszugeben.

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Ab Herbst erhältlich

Die neuen Emojis sind Teil des Betriebssystems iOS 10, das im Herbst erscheinen soll. Sie können dann beispielsweise in SMS-Nachrichten oder anderen Instant-Messaging-Diensten genutzt werden.

Neu ist auch ein Wasserpistolen-Emoji – es soll ein Symbol ersetzen, das wie eine echte Waffe aussieht. Apple hatte sich gemeinsam mit Microsoft gegen die bereits geplante Einführung eines neuen Gewehr-Emojis ausgesprochen. Über die Ablehnung des Emojis berichteten US-Medien nur wenige Tage nach dem Massaker von Orlando.

Apple hatte bereits 2012 Emojis für Schwule und Lesben integriert, darunter etwa gleichgeschlechtliche Paare, die Händchen hielten (queer.de berichtete). Das führte zu teils heftigen Reaktionen in Staaten, in denen Homosexuelle diskriminiert werden. So forderte die indonesische Regierung, diese Emojis im Land zu blockieren (queer.de berichtete). In Russland klagte ein Vater auf Schadensersatz, weil die Emojis gegen das Verbot von Homo-"Propaganda" verstoßen würden – allerdings erfolglos (queer.de berichtete).

Apple wird seit 2011 von Tim Cook geführt. Drei Jahre nach seinem Amtsantritt outete sich der Vorstandsvorsitzende und wurde damit zum mächtigsten offen schwulen Firmenboss der Welt (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr sprach er in einer Latenightshow im US-Fernsehen über sein Coming-out und sein Engagement für Menschenrechte und meinte, mit dem Schritt in die Öffentlichkeit vielleicht homosexuellen Teenagern geholfen zu haben (queer.de berichtete). (dk)

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#1 Carsten ACAnonym
  • 02.08.2016, 18:29h
  • Das ist ja ein schönes Zeichen, aber noch viel wichtiger wäre, dass Apple endlich die prüde Zensur (unter dem Deckmantel der Familienfreundlichkeit) beendet.

    Ich erinner nur mal beispielhaft an das eBook, das zensiert wurde, weil auf dem Cover der Busen einer Frau von der Seite halb zu sehen war. Aber religiöse Anti-Gay-Therapie-Apps werden im App-Store zugelassen.

    Letztlich ist das auch nur einer dieser typisch prüden US-Konzerne, für die jeder Hauch von nackter Haut bereits anstößig ist, während wirklich problematische Inhalte, die tatsächlich und nachweisbar viel Unheil bringen, kein Problem darstellen.
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#2 RobinAnonym
#3 MarcAnonym
  • 03.08.2016, 01:53h
  • Antwort auf #2 von Robin
  • Gerade bei solchen internationalen Groß-Konzernen ist es doch immer dasselbe:
    wenn man bestimmte Maßnahmen ergreift, dann stecken da immer monetäre Interessen dahinter.

    Wenn man sich besonders homofreundlich gibt, hofft man halt auf zusätzliche Absätze in dem Marktsegment. Und dort, wo Homofreundlichkeit vielleicht weniger ankommt (im allg. Werbefernsehen) verzichtet man dann darauf.

    Wenn ein kleiner regionaler Betrieb ganz bewusst einen Schwulen einstellt oder sich als homofreundlich positioniert, kann man das denen als echtes Engagement abkaufen. Aber bei multinationalen Konzernen ist das leider alles nur Kalkül.

    Natürlich: auch wenn nur Kalkül dahintersteckt, ist jeder Fortschritt dennoch ein Fortschritt. Aber man muss sich halt im Klaren sein, dass ein Konzern genauso anders entscheidet, wenn das als günstiger erscheint. Und wenn irgendwelche Marktanalysen Apple sagen, dass man in manchen Ländern auf das Lesbenpaar im Werbespot verzichten sollte, dann verzichten die eben darauf. Da ist dann das Bekenntnis zu Diversity genauso schnell wieder vergessen. Das muss einem als Kunden einfach klar sein, wie solche Konzerne ticken.
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