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Konzern entschuldigt sich
Air Berlin bedauert Zensur von Lesbenkuss

Air Berlin will künftig darauf achten, dass im Filmprogramm keine homophobe Zensur mehr vorkommt. (Bild: flickr / InSapphoWeTrust / by 2.0)
- 4. August 2016, 14:03h 2 Min.
Die zweitgrößte Fluglinie Deutschlands entschuldigt sich dafür, in ihrem Bordprogramm einen gleichgeschlechtlichen Kuss verpixelt zu haben – und gelobt Besserung.
Die Zensur eines gleichgeschlechtliches Kusses im Bordprogramm der Fluglinie Air Berlin sorgte am Donnerstagabend in sozialen Netzwerken für Aufregung: Die Aktivistengruppe "Enough is enough" veröffentlichte auf Facebook Aufnahmen eines Anhängers, die er vor zwei Wochen an Bord eines Air-Berlin-Fluges machte und eine Szene aus dem Film "Die Royal Tennenbaums" im Videoprogramm des Fliegers zeigt: Als sich in dem Film zwei Frauen küssten, wurde das Bild verpixelt – anders als bei heterosexuellen Küssen.
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Dem Konzern ist diese Verpixelung offenbar peinlich: Ein Air-Berlin-Sprecher erklärte auf Anfrage von queer.de, dass man die Zensur bedaure. "Die Tatsache, dass wir das Bordprogramm von einem Dienstleister zur Verfügung gestellt bekommen, entbindet uns natürlich nicht von der Verantwortung für dieses. Nachdem der Film überprüft wurde, werden wir ihn als Konsequenz aus unserem Programm nehmen, da er in dieser Version nicht mit unseren Grundwerten übereinstimmt."
Dienstleister erhielt einen Rüffel
Wie Air Berlin weiter mitteilte, werde man den Dienstleister anweisen, "diesen Aspekt bei der Filmauswahl zu berücksichtigen, um solche Situationen in der Zukunft zu vermeiden." Weiter heißt es in der Stellungnahme: "Sollten wir damit in irgendeiner Weise einem Fluggast zu nahe getreten sein, bitten wir dies zu entschuldigen."
Air Berlin ist äußerst aktiv in der LGBT-Community: So ist die Firma Mitglied der "International Gay & Lesbian Travel Association" (IGLTA) und unterstützt Dutzende CSDs und LGBT-Veranstaltungen in Deutschland, darunter etwa das lesbisch-schwule Stadtfest in Berlin.
Der bei Homo-Küssen sensible Dienstleister für das Bordprogramm arbeitet offenbar auch für andere internationale Fluglinien: So beklagte sich bereits ein Youtube-Nutzer im Jahr 2014 darüber, dass die US-Firma United Airlines ebenfalls den gleichgeschlechtlichen Kuss aus den "Royal Tennenbaums" verpixelt hatte.
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Andere Airlines, bei denen man es weniger erwartet, zeigen dagegen auch LGBT-Themen unzensiert: Beispielsweise läuft bei "Qatar Airways" die Serie "Modern Family" ohne Pixel oder schwarze Balken, obwohl das Emirat Katar Homosexualität unter Strafe stellt. (dk)
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Man könnte ja auch den Film ganz einfach unverpixelt zeigen...
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"diesen Aspekt bei der Filmauswahl zu berücksichtigen, um solche Situationen in der Zukunft zu vermeiden."
Mit anderen Worten:
Air Berlin will in Zukunft einfach gar keine Filme mit gleichgeschlechtlichen Küssen mehr zeigen, damit sich die Frage "Verpixeln oder nicht" erst gar nicht stellt.
Die einzige richtige Reaktion wäre, sich von diesem offenbar homophoben Dienstleister, der anderen seine Meinung aufzwingen will, zu trennen.