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Niedersachsen
Homo-Wahlkampf in der Samtgemeinde Bersenbrück

Bernd Rehme und Martin Brinkmann stellen den FDP-Wahlkampfschwerpunkt vor: "Vielfalt statt Einfalt. Typisch liberal", steht auf dem handbemalten gelben Plakat (Bild: Martin Schmitz / NOZ)
- 7. August 2016, 13:25h 2 Min.
In einer niedersächsischen Gemeinde macht die FDP "Homosexualität auf dem Land" zum Spitzenthema im Kommunalwahlkampf.
Der kurioseste Wahlkampf des Jahres wird in der Samtgemeinde Bersenbrück geführt, einer selbständigen Gemeinde in Niedersachsen mit rund 28.500 Einwohnern nördlich von Osnabrück. "Ich bin schwul! Ja und?!", steht auf den Plakaten mit dem Konterfei des FDP-Spitzenkandidaten Bernd Rehme zur Kommunalwahl am 11. September.
"Ja und?!", werden sich vermutlich auch einige Bürger von Bersenbrück denken – denn neu ist die Information nicht wirklich. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Rehme in der Lokalpresse geoutet und einen Ableger des schwul-lesbischen Vereins "Landlust" gründen wollen. Er bekam jedoch nicht genügend Mitstreiter zusammen.
"Deshalb wollen wir der Sache nun auch eine politische Seite geben", erklärte der 31-jährige Diplomkaufmann und Parteivorsitzende in der vergangenen Woche gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
"Gelebt und akzeptiert werden muss und darf es vor Ort!"
Im Wahlprogramm der FDP für die Samtgemeinde, das nur aus vier Punkten besteht (PDF), ist "Homosexualität auf dem Land" das Spitzenthema. "Gelebt und akzeptiert werden muss und darf es vor Ort!", heißt es dazu erläuternd, verbunden mit den beiden Forderungen "Unterstützungsleistungen für Homosexuelle in Form von Kooperationen mit Vereinen" sowie "Kommunikationsangebot für Homosexuelle und Angehörige".
Die weiteren Punkte des liberalen Wahlprogramms sind "Freizeitmöglichkeiten für Mensch und Tier" – Rehme ist auch Gründer und Vorsitzender des Bundesverbandes für verstorbene Tiere -, "Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger sowie mehr Transparenz" und "Solide Haushaltspolitik".
Es gebe immer noch "eine hohe Dunkelziffer" an Lesben und Schwulen, begründete Rehme seinen Wahlkampfschwerpunkt gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele hätten Angst, sich zu outen. Von seiner Partei wird der Spitzenkandidat dabei voll unterstützt. Er habe selbst miterleben müssen, dass homosexuelle Kinder vom Hof verstoßen worden seien, erklärte Rehmes heterosexueller Parteifreund Martin Brinkmann bei der Vorstellung der Wahlkampagne.
Viel verlieren können die Liberalen mit ihrem ungewöhnlichen Schwerpunkt nicht: Bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2011 erhielt die FDP in der Samtgemeinde Bersenbrück 1,24 Prozent der Stimmen. (mize)














Im Wahlkampf wird viel geredet und alles mögliche versprochen, aber nach der Wahl ist das alles vergessen und die machen sogar das genaue Gegenteil.