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Unterstützung durch Theresa May und Boris Johnson

Britische Regierung stellt sich hinter LGBT-Community


Premierministerin Theresa May und Außenminister Boris Johnson: Wenn es um LGBT-Rechte geht, sind die britischen Konservativen den deutschen Christdemokraten weit voraus

  • 8. August 2016, 11:53h 22 3 Min.

Während CDU/CSU in Deutschland einen Kampf gegen die Regenbogenfahne führen, zeigt das Führungspersonal der britischen Konservativen Flagge für LGBT-Rechte.

Wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt setzen sich die britische Premierministerin Theresa May und Außenminister Boris Johnson, beide Mitglieder der konservativen Tory-Partei, im Rahmen der Pride-Saison für die weltweite Gleichbehandlung von LGBT ein. Johnson hat nach einem Bericht des Szenemagazins "Pinknews" vom Freitag ein Verbot seines Vorgängers Philip Hammond aufgehoben, Regenbogenfahnen an britischen Botschaften zu hissen. Das Außenamt bestätigte das Ende des Verbots am Wochenende gegenüber britischen Nachrichtenagenturen.

Ein Ministeriumssprecher sagte, die Regenbogenfahne könne an Botschaften während des Internationalen Tages gegen Homophobie, bei lokalen CSDs oder anderen für die LGBT-Community wichtigen Terminen gehisst werden. Hammond, der nach dem Amtsantritt von Theresa May das Wirtschafts- und Finanzministerium übernahm, hatte erst vergangenen Monat erklärt, dass an Botschaften nur die britische Flagge, die Flagge der britischen Landesteile oder in manchen Fällen die EU-Flagge wehen dürfe.

Theresa May gegen "alle Formen von Engstirnigkeit und Gewalt"

Zum Brighton Pride, dem größten CSD im Königreich, erklärte die neue Regierungschefin Theresa May am Wochenende ihre Solidarität mit der LGBT-Community. In einem Grußwort schickte sie ihre "besten Wünsche" an alle Teilnehmer und sagte, dass sie an ein Land glaube, "das jedem Menschen dient, egal wer wir sind und wo wir herkommen".

Weiter erklärte die 59-Jährige: "Wir sind berechtigterweise stolz darauf, dass wir Großbritannien zu einem der LGBT-freundlichsten Orte der Welt gemacht haben. Wir trauern mit allen LGBT-Communitys nach den tragischen und sinnlosen Morden in Orlando und wir drücken unsere Entschlossenheit aus, alle Formen von Engstirnigkeit und Gewalt zu besiegen. Zusammen stehen wir für eine Zukunft, in der jeder die Freiheit hat, offen zu leben."

Johnson und May galten in der Vergangenheit nicht immer als Befürworter der Gleichbehandlung von LGBT. Johnson polemisierte etwa in einem 2001 erschienen Buch gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht – und warnte davor, dass dann auch die "Hochzeit von drei Männern mit einem Hund" anerkannt werden müsste. Als Bürgermeister von London setzte er sich dann aber 2012 für die Öffnung der Ehe ein.

May, die seit 1997 im Unterhaus sitzt, hatte zunächst wie die meisten in ihrer Partei stets gegen LGBT-Rechte votiert. So stimmte sie beispielsweise 1998 gegen ein gleiches Schutzalter für Hetero- und Homosexuelle. 2002 lehnte sich auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare ab. Später änderte sie aber wie Johnson ihre Meinung: Sie stimmte für die Einführung von eingetragenen Lebenspartnerschaften und sprach sich später für ein volles Adoptions- und Eherecht aus.

Merkel ist die Anti-May

Anders als May zog sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei LGBT-Rechten dagegen immer mehr zurück: So schrieb Merkel etwa 2006 noch ein Grußwort für den Stuttgarter CSD. Nachdem sie von christlich-konservativen Aktivisten dafür kritisiert worden war, weigerte sich die Kanzlerin aber fortan, Grußworte zu verfassen. Bis heute hält sie auch am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fest.

Andere CDU-Politiker kämpfen zudem offensiv gegen LGBT-Sichtbarkeit: So betonte das von Thomas de Maizière geführte Bundesinnenministerium erst kürzlich, dass an Fahnenmasten von Bundesministerien und Bundesbehörden das Hissen der Regenbogenfahne verboten sei (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 08.08.2016, 14:01h
  • Da sieht man wieder mal, dass Regierungen sich auch als Vertreter aller Bürger begreifen können statt in Menschen 1. und 2. Klasse zu unterscheiden. Zumindest so lange Union und SPD nicht in der Regierung sind...
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#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 08.08.2016, 14:23h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • "...statt in Menschen 1. und 2. Klasse zu unterscheiden."

    Und wieder einmal diese unnötige Nazispeech! Und zum letzten Mal: es gibt keine Menschen 2. Klasse, das gabs in der Nazi- und Sklavenzeit!
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#3 Simon HAnonym
  • 08.08.2016, 14:27h
  • Während sich unsere schwarz-rote Bundesregierung irgenwelchem braunen Gesocks anbiedert, zeigen andere Länder, dass auch Konservative Grundrechte und das demokratische Gleichheitsprinzip achten.

    Konservativ ist das Achten von Grundrechten, aber nicht Teile seiner Bürger zu diskriminieren, um sich auf ihre Kosten zu profilieren und von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.
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