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Fantasy-Drama
Akzeptanz dank Zauberpflanze

Der Saft einer Art "Zauberpflanze" verwandelt drei Mädchen in Jungen und lässt sie gleichzeitig von Außenseiterinnen zu beliebten Teenagern werden (Bild: Edition Salzgeber)
- 13. August 2016, 10:08h - 2 Min.
Jetzt auf DVD: "Girls Lost" ist ein schwedischer Coming-of-Age-Knaller über die Suche nach der eigenen Identität.
Von Marie Lange
Mit "Girls Lost" möchte Regisseurin Alexandra-Therese Keining nach ihrem Erfolg "Kyss mig" (2011) nachlegen und spricht dabei doch eine ganz andere Zielgruppe an. Basierend auf dem schwedischen Jugendbuch-Bestseller "Pojkarna" von Jessica Schiefauer ist das Drama ein zauberhaftes queeres Märchen, das überall da berührt, wo jemand auf der Suche nach sich selbst ist.
Kim, Momo und Bella sind beste Freundinnen, die alle auf ihre Art und Weise im spannenden Prozess des Erwachsenwerdens mit ihrer Identität kämpfen und dabei immer wieder in ihrem Umfeld anecken. Alles was ihnen bleibt, ist ihre unerschütterlich scheinende Freundschaft zueinander und ihr Rückzugsort: ein Gartenhaus, das Schauplatz einer wundersamen Fügung werden soll.
Der Saft einer Art "Zauberpflanze" verwandelt die drei Mädchen in Jungen und lässt sie gleichzeitig in der Schule von Außenseiterinnen zu beliebten Teenagern werden.
Spannende Mischung aus Fantasy und klassischem Coming-of-Age-Drama

Die Edition Salzgeber hat "Girls Lost" mit deutschen Untertiteln auf DVD veröffentlicht
Das ungewohnte Gefühl, akzeptiert zu werden, ist für die Freundinnen wie ein Rausch. Insbesondere Kim, die sich ohnehin in ihrem weibliche Körper gefangen fühlt, flüchtet sich mehr und mehr in ihre männliche Identität. Zwischen Drogen, Kriminalität und Romanzen bekommt Freundschaft einen neuen Stellenwert, wollen Prioritäten (neu) gesetzt werden.
Die 106 Minuten des Films sind geprägt von einer etwas langatmigen Bildsprache, durchweg aber überzeugender Kameraarbeit mit verspielten Ideen. Die Nachwuchsdarstellerinnen haben sich ihren schwierigen Rollen mit dem nötigen Ernst angenommen und sind dabei liebenswert authentisch geblieben.
Unter dem Deckmantel von Fantasy ist "Girls Lost" zwar ein interessanter Versuch einer gesellschaftlichen Analyse, doch Alexandra-Therese Keining hat es sich damit etwas zu leicht gemacht. Die Geschichten sind teils viel zu schnell und zu vorhersehbar erzählt und entwickeln sich recht naiv. Manche Meta-Ebenen, wie etwa der Tod von Bellas Mutter oder ihre Beziehung zu ihrem Vater, kommen mit soviel Potential daher, dass man sich dafür mehr Raum gewünscht hätte.
Und trotzdem: "Girls Lost" ist vor allem für Menschen, die sich noch finden, sowie für ein heranwachsendes queeres Publikum absolut sehenswert und birgt für jeden einige Momente, in denen man sich wiedererkennt. Ein typischer und guter Coming-of-Age Film, der mit "Kyss mig" allerdings so gar nichts gemein hat.
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Girls Lost. Drama. Schweden 2014. Regie: Alexandra-Therese Keining. Darsteller: Tuva Jagell, Emrik Öhlander, Louise Nyvall, Alexander Gustavsson. Laufzeit: 106 Minuten. Sprache: schwedische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Edition Salzgeber
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