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Feuerwerk der Vorurteile
Kronen Zeitung: Schwule, redet über Autoreifen!
- 13. August 2016, 15:36h 2 Min.

In ihrer Ratgeber-Kolumne in der "Kronen Zeitung" hat die Wiener Psychologin Gerti Senger endlich eine Alternative zu den "Intrigen der örtlichen Schwulenszene" gefunden: Homos, freundet euch mit richtigen Heteros an!
Ein angeblicher Leser wollte von der in Österreich sehr bekannten Professorin, Jahrgang 1942, wissen, ob ein homosexueller Mann ernsthaft an der Freundschaft mit einem Hetero interessiert sein kann – also ohne den Hintergedanken, ihm irgendwann mal an die Wäsche zu gehen.
Der "bekennende Schwule" sei "sehr beliebt", weil er "lustig und hilfsbereit" sei. Nun wolle er sich anfreunden. "Ich würde das auch gerne, bin aber für Schwulensex zu haben", so der namenlose Fragensteller.
Gerti Senger antwortet auf die an sich schon alberne Frage am vergangenen Sonntag wie folgt:
"Ja! Viele suchen Heterofreundschaften, weil sie nicht in Intrigen der örtlichen Schwulenszene eingebunden sind. Außerdem schätzen sie freundschaftliche Kontakte, in denen sich Gespräche nicht nur um schwule Freunde oder Sex drehen, sondern über ganz alltägliche wie Fußball oder Autoreifen. Keine Skrupel!"
Obwohl dieses kurze Feuerwerk der Vorurteile bereits seit einigen Tagen in Sozialen Netzwerken die Runde macht, haben sich bislang weder die "Kronen Zeitung" noch Frau Senger für den dummen Tipp entschuldigt.
Im vergangenen Jahr hatte schon einmal eine homophobe Ratgeber-Kolumne für Wirbel gesorgt, Damals hatte Barbara Eggert im Anzeigenblatt "OWL am Sonntag" einem besorgten Vater empfohlen, seine beiden sechs und acht Jahre alten Töchter nicht zur Verpartnerung seines schwulen Bruders mitzunehmen. Nach einem anhaltenden Shitstorm entschuldigte sich die Zeitung und setzte Eggert vor die Tür (queer.de berichtete). (mize)
Gerti Sengers Kolumne "Lust und Liebe" vom letzten Sonntag:

Foto oben: Museum of Fine Arts, Boston / Herb Ritts Foundation














