Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?26822

Zwei junge Flüchtlinge am Grenzübergang Wegscheid bei der Einreise nach Deutschland (Bild: flickr / Metropolico.org / by 2.0)

  • 14. August 2016, 08:01h 113 2 Min.

Eine Berliner Hochschule stellt bei einer Befragung von Flüchtlingen "zum Teil erhebliche Werteunterschiede" im Vergleich mit Deutschen fest und fordert als Reaktion die "Vermittlung liberaler, humanistischer Werte".

Eine neue sozialwissenschaftliche Studie unter Flüchtlingen in Berlin liefert sowohl überraschende wie einige erwartete Ergebnisse. Die Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat dafür im Juni und Juli rund 1.000 Fragebögen in den Sprachen Farsi, Arabisch und Englisch in Flüchtlingsunterkünften verteilt – 445 Antworten kamen zurück und wurden ausgewertet. Das Ergebnis ist damit nicht repräsentativ, bietet jedoch ein Stimmungsbild.

Nach der am Freitag vorab verbreiteten Zusammenfassung der Studie stellen sich die befragten Flüchtlinge Deutschland, die politischen Verhältnisse in der Bundesrepublik und das soziale Zusammenleben zum Teil ganz anders vor als es wohl von den meisten Deutschen vermutet wird. Die übergroße Mehrheit fordere etwa eine klare Trennung von Staat und Religion, die überwältigende Mehrheit bekenne sich ausdrücklich zur Demokratie.

Sind Flüchtlinge die künftigen AfD-Wähler?

Doch was Flüchtlinge unter Demokratie verstehen, lasse "gravierende politische Verständnisdefizite" erkennen, erklärte die HMKW. So stimme eine "besorgniserregende Zahl" von Flüchtlingen rechtspopulistischen Aussagen vorbehaltlos zu. "Damit ähnelt das Wertebild der Flüchtlinge in zentralen politischen Teilen am ehesten dem der AfD-Anhänger oder der Pegida-Bewegungen."

Viele Einstellungen, unter anderem zu Homosexualität, würden stark von dem in Deutschland vorherrschenden Ansichten abweichen, so die 2008 gegründete private Hochschule. "In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft." Manche Ansichten erinnerten "stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland".

Allerdings möchten die meisten der befragten Flüchtlinge laut der Studie Deutschland als neue Heimat annehmen und sind bereit, dafür in Sprache und Bildung zu investieren. "Die positive Botschaft unserer Umfrage lautet: Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge möchte sich in die deutsche Gesellschaft integrieren und weiß, dass das großer Anstrengungen bedarf", heißt es in einer Pressemitteilung der HMKW. "Sie sind bereit, diese Anstrengungen zu schultern."

Diese Offenheit und Neugier der Flüchtlinge könne für eine aktive Aufklärungsarbeit und selbstbewusste Wertevermittlung genutzt werden, so die Hochschule. "Die Umfrage bestätigt, dass und wo es erheblicher Anstrengung bedarf, eine Integration zu realisieren. Politische Bildungsarbeit und die Vermittlung liberaler, humanistischer Werte müssen im Mittelpunkt stehen. Andernfalls könnten aus den vorhandenen, zum Teil erheblichen Werteunterschieden ernsthafte Konflikte werden."

Die komplette Studie will die HMKW am Montag vorstellen. (cw)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 14.08.2016, 10:20h
  • Das ist nicht überraschend.

    Man sollte den mehr als schwammigen Begriff 'Flüchtling' durch den präziseren Begriff 'SyrerIn' übersetzen.

    Dort ist Homosexualität verboten.

    Dort ist aber auch der Bathismus entwickelt worden, der säkulare arabische Nationalismus (hat mit der Nähe zur Türkei zu tun, die das Gebiet ja auch bis 1918 verwaltete).

    Man hat dort also im Gegensatz zu Saudi-Arabien etc. schon eine Vorstellung von einem modernen, einigermaßen säkularen Staat, der sich dann auch Republik oder Demokratie nennt, in Wirklichkeit aber eine Diktatur ist.

    Es gibt in Syrien aber auch eine islamistische Rebellion gegen diese nationalistische Modernisierung (ein Grund für den Bürgerkrieg).

    Viele SyrerInnen sind sicher leichter integrierbar als z. B. viele Menschen aus der 'Islamischen Republik' Pakistan, mit der sanften Lebenswelt von Claudia Roth oder Jakob Augstein haben sie aber nichts zu tun (okay, bei Augstein gibt es den Antisemitismus).

    Zuwanderer werden nicht neu geboren, sie bringen nun mal ihre Vorstellungen mit.

    Schaffen wir das?
  • Direktlink »
#2 LegoAnonym
  • 14.08.2016, 10:53h

  • "Flüchtlinge wollen Deutschland als neue Heimat annehmen"

    Ich dachte, Flüchtlinge sind auf Zeit hier? Sobald sich die Zustände in den Heimatländern gebessert haben, müssen sie zurück?
    Sonst könnten das ja auch Leute nutzen, die nicht flüchten, sondern aus wirtschaftlichen Gründen ( kein Fluchtgrund) hier hinwollen und so die Chance nutzen ohne Visa hier reinzukommen.

    Die Mehrheit der Flüchtlinge kommt ohne Pass an, wie soll man da denn noch kontrollieren wer zurecht kommt und wer das ausnutzt oder gar gefährlich ist?

    Integrationswilligkeit, Toleranz gegenüber anderen Minderheiten und Respekt gegenüber Frauen sollten die Grundvoraussetzungen sein, dass hier jemand bleiben darf. Wir haben schon genug eigene homophobe, da müssen wir nicht noch Homophobe importieren.
    Bei islamistischem Gedankengut und Homophobie sollten die Entscheider ( die Einreisende ablehnen oder nicht) genau hinschauen was die Personen erzählen, ob sie bereit sind unsere Lebensweise zu akzeptieren.
    Wenn nicht, sollten sie sobald es in ihren Heimatländern besser wird, zurück müssen.
    Wenn es um Strafdelikte geht, dann sowieso.
  • Direktlink »
#3 GeorgG
  • 14.08.2016, 11:17hBerlin
  • "Sind Flüchtlinge die künftigen AfD-Wähler?"

    Ich fürchte, ja!

    Die Flüchtlinge werden sicher nicht die liberalen Parteien wie die Grünen, die Linke oder die SPD wählen. Vielleicht in der ersten Zeit, wenn sie das Wahlrecht bekommen haben. Langfristig werden sie jedoch konservative Parteien wählen. Die CDU fällt für sie weg, weil die das "C" im Namen hat. Es bleibt also die AfD.
  • Direktlink »