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Kommentare zu:
Paragraf 175: Fast alle Opferakten in NRW vernichtet


#1 markusbln11Anonym
  • 22.08.2016, 11:22h

  • UDie aktenvernichtung trifft uns doppelt.

    Zum ersten werden die schwulen opfer um ihre berechtigte entschädigung gebracht.

    Darüber hinaus wird die erforschung und aufarbeitung eines teils schwuler geschichte in deutschland unmöglich gemacht.

    Aus bewusstem grund? Es muss jetzt einen offiziellen und bundesweiten akten-vernichtungsstopp geben.
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#2 userer
  • 22.08.2016, 11:22h
  • Das ist SPD-Tradition: Die SPD in NRW hat sich seinerzeit unter Ministerpräsident Johannes Rau stets dafür ausgesprochen, den § 175 beizubehalten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 Frank LaubenburgAnonym
  • 22.08.2016, 12:21h
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • Dass Johannes Rau die Streichung des §175 StGB bekämft hat , ist allgemein bekannt und keien "absurde Lüge". Ende 1986 nannte er eine entsprechende forderung der Arbeitsgeminschaft sozialdemokratischer Juristen eine "absurde Debatte", im Wahlkampf 1987 sprach er sich als SPD-Kanzlerkandidat "wegen des Kinderschutzes" gegen eine Streichung des §175 StGB aus. Wie kannst Du (offenbar aus eigener Unwissenheit) andere der Lüge bezichtigen?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #3 springen »
#5 SebiAnonym
  • 22.08.2016, 12:57h
  • Ist ja praktisch, wenn die nordrhein-westfälische SPD alle Akten vernichten lässt, so dass es dann vielleicht irgendwann eine Rehabilitierung auf dem Papier erfolgt, die aber niemandem mehr zugute kommen kann.

    So kann man sich dann brüsten, die Rehabilitierung umgesetzt zu haben, hat aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass niemand mehr was davon hat.

    Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb die SPD das so hinauszieht. Die wollen einfach warten, bis so viele Akten wie möglich vernichtet sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 userer
#7 LinusAnonym
  • 22.08.2016, 13:43h
  • Wenn der Staat alle Akten vernichtet, muss man sich halt aufs Wort der Opfer verlassen...

    Ist ja nicht die Schuld der Opfer, wenn der Täter-Staat die Beweise vernichtet.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Patroklos
#9 wiking77
  • 22.08.2016, 14:10h
  • Das ganze mit der Aktenvernichtung ist doch viel profaner, als es hier mal wieder hochgekocht wird.

    Vermutlich haben Justizbehörden eine Vorschrift, wie lange Akten aufbewahrt werden und welche Akten evtl. dem Archiv übergeben werden. Ich denke nicht, dass da böser Wille dahintersteckt. Alle anderen mögen ihre Alu-Hüte abnehmen.
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#10 stephan
  • 22.08.2016, 14:38h
  • ... könnte zu einer "Farce" werden ...

    Eine Farce ist es schon längst, wenn man mit Opfer nach so langer Zeit immer noch so umgeht!

    Entschädigung der Opfer sofort und großzügig und zwar hinsichtlich der Nachweispflichten und ebenso hinsichtlich des Umfangs!

    Wie bei den Opfern des NS-Regimes kann man auch hier den Eindruck gewinnen, dass Deutschland sich seiner Verbrechen nur und erst dann erinnert, wenn 99,999% der Opfer und 99,9% der Täter tot sind! Peinlich und schäbig!
  • Antworten » | Direktlink »
#11 Frank LaubenburgAnonym
  • 22.08.2016, 15:00h
  • Antwort auf #9 von wiking77
  • Nicht nur vermutlich. Das geht doch aus der veröffentlichten und in dem Artikel verlinkten Antwort auf die Anfrage hervor. Kern der Kritik ist doch, dass auch nach 2012 in NRW noch Akten vernichtet wurden. Das hätte der Justizminister nach dem Landtagsbeschluss zur Rehabilitierung der Opfer aber mit einem einfachen Erlass verhindern können. Und: es gibt trotz der Beschlüsse des Landes aus 2012 und 2014 bis heute gar keinen Überblick, welche Akten evtl. doch noch wo vorhanden sind. Auch das wäre längst machbar und notwendig gewesen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#13 falken42
  • 22.08.2016, 15:18h
  • Antwort auf #9 von wiking77
  • nein es ist nicht profan, es ist methode.

    wozu die einzeflallprüfung? das gesamte gesetz ist inzwischen international als menschen- und grundrechtsverstoß anerkannt.

    mann will das ganze klein halten, wenig geld ausgeben, die opfer demütigen um damit den konservativen hirnlosen im land zum munde zu reden, die sich dann wenigstens noch mal die hände reiben können, wenn scheiterhaufen ja nun leider nicht gehen.

    das hat in deutschland methode, nach der nazizeit, nach 1990 und jetzt wieder. opfer stattlicher fehlentscheidungen werden in unserem land erst gut angesehen, wenn sie tot sind. dann kriegen sie ein denkmal, manchmal.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#14 MarekAnonym
#15 MarekAnonym
  • 22.08.2016, 15:29h
  • Antwort auf #8 von Patroklos
  • DU bist derjenige, der hier immer Lügen über die SPD verbreitet, um sie besser dastehen zu lassen.

    Wer hat denn noch letztes Wochenende behauptet, die SPD hätte unter Schröder nicht die Eingetragene Lebenspartnerschaft blockiert? Du.

    Aber dann wurden Dir mehrere Artikel präsentiert, die zeigen, wie die SPD gebremst hat und dass es nur den Grünen zu verdanken ist, dass da überhaupt ein Minimum durchgesetzt wurde.

    Aber ich wette, dass Du in 2-3 Wochen wieder behauptest, das sei alles Lüge.

    Wir haben echt keinen Bock mehr, Dir jedes mal Quellen zu bieten, die Du in Deiner fanatischen SPD-Liebe eh ignorierst.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#16 TheDadProfil
  • 22.08.2016, 15:32hHannover
  • ""Eine nicht erfüllbare Nachweispflicht darf es nicht geben." ""..

    In den Zeiten der digitalen Datenverarbeitung ist eine Querverweis-Suche durchaus möglich..
    Fehlzeiten in der Rentenversicherung oder bei der Krankenversicherung sind durchaus mit Hinweisen versehen, warum eine Versicherung "beendet" wurde, oder wer "Einzahler" der Versicherungsbeiträge war..
    Mindest-Beiträge zur Renten-Versicherung wurden über die JVA's abgeführt, ebenso wie Beiträge zur Arbeitslosen-Versicherung..
  • Antworten » | Direktlink »
#17 TheDadProfil
  • 22.08.2016, 15:38hHannover
  • Antwort auf #8 von Patroklos
  • ""Weil über die SPD hier schon ausreichend Lügen in die Welt gesetzt wurden!""..

    Beleg das mal !
    Links zu den entsprechenden Kommentaren wären hier durchaus hilfreich, und auf das Ergebnis Deiner umfangreichen Recherche sind hier sicher viele schon so gespannt wie ich..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#18 BombolaAnonym
  • 22.08.2016, 16:08h
  • Ich weiß nicht, inwiefern es angebracht ist im vorliegenden Fall von "systematischer Vernichtung" der Akten zu sprechen.
    Die Antwort des Ministers nennt zum einen bloß die allgemeinen Aufbewahrungsfristen für Justizakten und zum anderen wird angegeben, dass für eine genaue Überprüfung wieviele Akten noch vorhanden sind wegen der zeitlichen Vorgaben zur Beantwortung der Anfrage keine Zeit war. D.h. gutwillig formuliert: die Zahl der noch vorhandenen bzw. vernichteten Straftakten zu Fällen den § 175 betreffend ist nicht bekannt.

    Vielleicht sind auch die folgenden Einblicke in den Ablauf der Aktenvernichtung und -übernahme durch Archive zum besseren Verständnis der Situation hilfreich: läuft die Aufbewahrungsfrist einer Akte ab, ist sie gem. Archivgesetz dem zuständigen Archiv (hier das Landesarchiv NRW) zur Übernahme anzubieten. Das Archiv entscheidet dann aufgrund einer Vielzahl von Kriterien, die hier nicht alle widergegeben werden können, über deren Archivwürdigkeit (u.a. historische Bedeutung, Rechtsicherung etc.) Nur diejenigen Akten, die vom Archiv für nicht archivwürdig befunden werden, dürfen vernichtet werden.
    Wenn also Akten zu den obengenannten "Straftaten" archiviert und bereits bearbeitet (d.h. in einer Archivdatenbank registriert) wurden, müsste sich dies durch eine Recherche in den Beständen des Landesarchivs überprüfen lassen.
    http://www.archive.nrw.de/LAV_NRW/jsp/erweitertSuche.jsp?id=
    1000


    Ansonsten kann auch eine Anfrage an die Archivverwaltung gestellt werden.

    Trotzalledem ist es natürlich möglich, dass die Justizverwaltung aus Unkenntnis des Archivgesetzes oder aus bewusster Missachtung desselben Akten widerrechtlich ohne Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Archiv vernichtet hat.

    Bevor hier aber sämtliche Pferde scheugemacht werden bzw. durchgehen, ist eine Überprüfung in den Beständen des LA NRW mehr als angebracht.
  • Antworten » | Direktlink »
#19 Patroklos
#20 LaurentEhemaliges Profil
  • 22.08.2016, 16:34h
  • Dies ist mal wieder ein Thema, das Raum für die wildesten Spekulationen lässt (u.a. Nrn. 5, 13).

    Im Übrigen werden anlässlich einer Strafhaft keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet (#16).
  • Antworten » | Direktlink »
#21 TheDadProfil
  • 22.08.2016, 17:10hHannover
  • Antwort auf #19 von Patroklos
  • ""Leider können wir Johannes Rau nicht mehr selbst fragen, ob das wirklich so gewesen ist und es wäre nicht das erste Mal, daß Politikern Worte im Mund umgedreht oder Aktionen unterstellt werden, die sie nie begangen haben""..

    Inwiefern ist das Wort eines Teilnehmers hier "gewichtiger" als die Worte anderer Teilnehmer ?

    Der Satz mit der "abwegige(n) Diskussion" ist belegt !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#22 TheDadProfil
  • 22.08.2016, 17:13hHannover
  • Antwort auf #20 von Laurent
  • ""Im Übrigen werden anlässlich einer Strafhaft keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet""..

    Du kannst Deine Kommentare ruhig an die entsprechenden User richten, respektive diese ansprechen !

    Doch, wurden sie..
    Auch wenn Heute nur noch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, so wurden früher auch Beiträge zur Rentenversicherung überwiesen..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #20 springen »
#23 AFD-WatchAnonym
#24 Patroklos
#25 Klara FallAnonym
#26 Miguel53deProfil
  • 22.08.2016, 18:51hOttawa
  • Antwort auf #2 von userer
  • Apropos Rau, den ich recht gut kannte. "Wer am lautesten quitscht..."

    Dabei war ausgerechnet der wirkliche gute Gustav Heinemann sein bester Freund und dessen Enkelin seine Ehefrau gewesen.

    Dieses Wissen um die ziemlich aktive Ablehnung der Aufhebung des 175, macht mich auch heute noch tief traurig. Dabei hatte ich immer eine ziemliche Hochachtung vor ihm.

    Doch da gibt es einfach immer diesen dunklen Fleck in seiner Biografie.

    Leider hast Du vermutlich Recht mit Deiner Meinung, dass da in alter SPD-Tradition fuer die Aktenvernichtung gesorgt wurde. Auch das ist einfach zutiefst traurig.
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#27 Miguel53deProfil
#29 BombolaAnonym
  • 22.08.2016, 19:31h
  • Antwort auf #26 von Miguel53de
  • Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass es durch die Beantwortung der Anfrage keinen klaren Anhaltspunkt dafür gibt, dass überhaupt Akten vernichtet wurden. Es wird lediglich beschrieben, wie und auf Grundlage welcher Richtlinien und Gesetze dies geschehen sein könnte. Bisher hat keine der zuständigen Stellen (Justiz oder Archiv) eine Vernichtung bestätigt oder verneint.

    Wichtig ist auch zu bemerken, dass die jeweiligen Bearbeiter unbedingt für Themen sensibilisiert werden müssen, von denen sie, u.U. aufgrund fehlender persönlicher Betroffenheit wenig bis keine Ahnung haben. Solche Umstände führen gelegentlich zu "falschen" bzw. äußerst ungünstigen Bewertungsentscheidungen.

    P.S.: Leider lehrt die Erfahrung, dass keine Partei mit einer wie auch immer gearteten "Tradition" von Aktenvernichtung alleine dasteht. Aber für jede Anschuldigung sollten nach Möglichkeit stets Beweise vorgebracht werden.
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#30 AFD-WatchAnonym
#31 Robby69Ehemaliges Profil
#32 Robby69Ehemaliges Profil
  • 22.08.2016, 19:54h
  • Antwort auf #18 von Bombola
  • " Bombola schreibt am 22.08.2016, 16:08:52 Uhr:
    Ich weiß nicht, inwiefern es angebracht ist im vorliegenden Fall von "systematischer Vernichtung" der Akten zu sprechen. "

    Es ist mehr als angebracht.
    Auch Aktivisten in München - die sich mit der Dokumentation von 175er-Urteilen etc. auseinandersetzen - haben mehrfach bestätigt, dass auch in Bayern durchaus auffallend viele Akten zu den ganzen 175er Urteilen vernichtet wurden. Und das nicht "nur" bei den Akten, die nach der betreffenden vorgeschriebenen "Aufbewahrungsfrist" vernichtet wurden, sondern auch verdammt viele Akten, die noch gar nicht so alt waren - aber trotzdem vernichtet wurden, angeblich nicht mehr "auffindbar" sind etc. - Das heißt, sowohl diejenigen, die in dieser Hinsicht forschen - als auch wir 175er, die dann die jeweiligen Urteile belegen müssen, falls es zu einer "Einzelfallprüfung" kommt - können das teilweise dann gar nicht mehr, falls von unserer Seite aus die betreffenden Akten (von damals) nicht aufgehoben wurden. Denn wie gesagt, viele der Akten bei den entsprechenden Behörden (Polizei, Gericht etc.) wurden schon vernichtet.
    Ich finde es darüber hinaus gelinde gesagt eine bodenlose Schweinerei, wenn irgendwelche homophoben CDU- und vor allem auch CSU-Politiker fordern, dass teilweise 80- oder 90-jährige Schwule die Akten nochmals vorlegen sollen und nochmals die ganzen gerichtlichen Schikanen eines "Wiederaufnahmeverfahrens" über sich ergehen lassen sollen. Verdammt noch mal, wo leben wir denn?! In einer Diktatur?! - Bei den bis 1945 verurteilten 175ern ging's ja schließlich auch, dass die Urteile kollektiv aufgehoben wurden etc. -
    Wenn ihr mich fragt, dann ist dieses "ich-will-aber-eine-Einzelfall-Prüfung"-Genöle der CSU/CDU nichts weiter als reine Schikane und eine für diese Parteien scheinbar "legale" Methode, noch möglichst lange die verdammt noch mal rechtmäßige Rehabilitierung von uns 175ern hinauszuzögern.
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#33 Rosa SoliAnonym
  • 22.08.2016, 21:20h
  • Ich finde es zunächst mal nachvollziehbar, dass es für Justiz- oder Prozessakten Aufbewahrungsfristen gibt und Akten nach Ablauf vernichtet werden. NRW feiert gerade sein 70-Jähriges. Man stelle sich vor, dass sämtliche Akten aus diesen 70 Jahren aufbewahrt werden müssten. Wo sollte man mit dem ganzen Papier denn hin? Ich glaube, es ist schlicht unmöglich. Es handelt sich also um eine allgemeine Verordnung für den Umgang mit allen Justizakten. Man muss also nicht so tun, als habe die Landesregierung in einer Nacht- und Nebelaktion die 175er-Akten heimlich verschwinden lassen.

    Frag- und kritikwürdig ist es allerdings, dass man als Land NRW seit 2012 die Rehabilitierung fordert und gleichzeitig die noch vorhandenen Akten weiter schreddern lässt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte man - schon zur Untermauerung der eigenen Glaubwürdigkeit - die weitere Vernichtung von Akten stoppen müssen, um zu retten, was zu diesem Zeitpunkt noch zu retten war. Rehabilitierung und Entschädigung fordern und zugleich die für die verfolgten Männer so wichtigen Justizakten vernichten - das passt beim besten Willen nicht zusammen.

    Ich denke und hoffe aber, dass es für die verurteilten Männer noch weitere Quellen gibt, um ihre Verfolgung nachzuweisen. Wenn es immer heißt, dass die Männer bis heute als vorbestraft gelten, dann muss ja auch bis heute ein Eintrag im Register (Stichwort: Führungszeugnis) vorhanden sein. Außerdem sollte man meinen, dass die Haftanstalten Register führen, wo Zu- und Abgänge dokumentiert sind. Möglicherweise gelten dafür viel längere Aufbewahrungsfristen. Es wäre jedenfalls viel wert, wenn die Männer auch solche Quellen für die Glaubhaftmachung ihrer Verurteilung nutzen könnten.
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#34 globoProfil
  • 23.08.2016, 05:03hBerlin
  • Antwort zu Kommentar #2 userer aus HH

    Diese Aussage ist falsch. Rau wurde erst 1978 Ministerpräsident von NRW. Seit 1970 gehörte er
    der Landesregierung als Minister an.
    Die entscheidende Reform des §175 erfolgte bereits 1969.
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#35 Rosa SoliAnonym
  • 23.08.2016, 09:32h
  • Antwort auf #34 von globo
  • Unter erwachsenen Männern wurde Homosexualität durch die Strafrechtsreform 1969 legal.
    Der § 175 blieb bis 1994 bestehen und regelte ein unterschiedliches Schutzalter für hetero- und homosexuelle Kontakte (14 Jahre bzw. 18 Jahre).

    Ich glaube, dass sich der Einwand darauf bezog. An anderer Stelle wird auch darauf hingewiesen, dass Rau mit dem Jugendschutz argumentiert hat. Es ging also wohl um die Zeit von 1969 bis 1994.
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#36 wiking77
  • 23.08.2016, 09:58h
  • Antwort auf #31 von Robby69
  • es wäre wunderbar, wenn Du etwas liebevoller argumentieren würdest.

    Wer herrschte denn in den letzten Jahren in NRW? Hm, die SPD! Warum hat also der zuständige SPD-Justizminister denn nicht entsprechend seinen Behörden Anweisungen gegeben gewisse Akten nicht zu schreddern?

    Ich bleibe dabei: die Aktion war sicherlich unglücklich, dass Akten geschreddert wurden. Aber auf bösen Willen oder gar Absicht kann man sich in diesem Fall schlecht berufen.
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#37 Patroklos
#38 TheDadProfil
  • 23.08.2016, 19:47hHannover
  • Antwort auf #34 von globo
  • ""Diese Aussage ist falsch. Rau wurde erst 1978 Ministerpräsident von NRW. Seit 1970 gehörte er
    der Landesregierung als Minister an.
    Die entscheidende Reform des §175 erfolgte bereits 1969.""..

    Es geht überhaupt nicht um die "Entschärfung" des § 175 im Jahr 1969, sondern um die Diskussion der ABSCHAFFUNG in der Zeit nach der Wende ab 1989 !

    Satte 20 Jahre nach der ersten "Erkenntnis" der SPD das der § 175 Männer zu Unrecht zu Straftätern macht, standen nicht nur Politiker wie Johannes Rau auf dem Standpunkt man müsse den Paragraphen "aus Gründen des Kinderschutzes" aufrecht erhalten !

    Diese vollständig unsinnige Begründung ist Teil der Vorwürfe denen die Community bis Heute begegnet..
    Inzwischen dient sie der Verweigerung des vollen Adoptionsrechtes für Menschen in einer ELP..
    Dabei trifft sie interessanterweise neuerdings auch Lesbische Frauen..

    Aufgeklärte Menschen hingegen wissen das Schwule Männer nicht mit Pädosexuellen gleichzusetzen sind !

    Das solltest auch Du inzwischen wissen !
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#39 TheDadProfil
#40 Robby69Ehemaliges Profil
  • 24.08.2016, 18:51h
  • Antwort auf #33 von Rosa Soli
  • "Wenn es immer heißt, dass die Männer bis heute als vorbestraft gelten, dann muss ja auch bis heute ein Eintrag im Register (Stichwort: Führungszeugnis) vorhanden sein."
    Richtig. Im Führungszeugnis stehen meine 175er-Strafen immer noch drin. -
    Genauso im sogenannten "Bundeszentralregister" der Bullen und bei "INPOL" - der bundesdeutschen Datenbank der Bullen. -
    Von daher könnte man - außer den Strafakten selbst - die Verurteilungen natürlich "mehrfach" nachweisen. Doch soweit ich die Vorgehensweise der Politiker (in NRW - und analog mutmaßlich auch in den anderen Bundesländern) verstanden habe, wollen die ja auf den "Original-Strafakten" sämtlicher 175er bestehen. Und das ist nun mal nicht möglich, wenn gleichzeitig von "Amts wegen" exakt diese Akten geschreddert werden.
    Ich glaub' nicht, dass sich die Herrschaften nun auf einmal mit unseren Führungszeugnissen (samt 175er-Einträgen) zufrieden geben. Auch wenn das für uns Betroffene natürlich am praktischsten wäre. Denn ein Führungszeugnis kann jeder anfordern, auch wenn er z.B. seine Strafakten von 1960 etc. nicht mehr haben sollte.
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#41 FoxxxynässAnonym
#42 wiking77
  • 24.08.2016, 19:57h
  • Antwort auf #40 von Robby69
  • ähm... soweit mir bekannt, werden "Vorstrafen" nach einer gewissen Zeit (je nachdem um welche Verurteilung es sich handelt) aus dem Bundeszentralregister (BZR) gelöscht. Vermutlich dann auch aus der EDV des BZR gelöscht. Ist, denke ich, so wie bei den "Punkten in Flensburg"; auch da reduzieren sich mit der zeit die punkte auf null.

    Möglicherweise hat die Polizei noch "rosa" Dateien irgendwo illegalerweise. Aber das würde ja nit weiterhelfen, da niemand die Existenz solcher Listen bzw. Dateien zugeben würde.

    Im übrigen: nach zwanzig Jahren hast Du im Bundeszentralregister wieder eine sog. "weiße Weste"; vgl. § 46 BZRG.
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#43 Patroklos
#44 TheDadProfil
  • 24.08.2016, 23:15hHannover
  • Antwort auf #42 von wiking77
  • ""Im übrigen: nach zwanzig Jahren hast Du im Bundeszentralregister wieder eine sog. "weiße Weste"; vgl. § 46 BZRG.""..

    So steht es im ""Gesetz über das Zentralregister und das Erziehungsregister""..

    Für das Erziehungsregister bleiben auch nach diesen 20 Jahren hinaus Sperrvermerke erhalten, denn für Verurteilte nach den §§ 174 bis 180 oder 182 wird zusätzlich ein lebenslanges Berufsverbot für Erzieherische Berufe wie Kindergärtner, Lehrberufe für Kinder und Jugendliche, und zusätzlich ein "Beschäftigungsverbot" für alle ehrenamtlichen Tätigkeiten die mit Menschen zu tun haben ausgesprochen..

    Sollte also hier das Bundeszentralregister auch schon gelöscht sein, findet sich dann etwas über das "erweiterten Führungszeugnis" im Erziehungsregister..
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#45 Robby69Ehemaliges Profil
  • 25.08.2016, 17:18h
  • Antwort auf #42 von wiking77
  • bzgl. Bundeszentralregister hat Dir "the Dad" ja bereits alles Wissenswerte erläutert - einschließlich bzgl. dem erweiterten Führungszeugnis (auf das ich mich im Übrigen bezogen habe, weil's für mich in der Hinsicht sowieso klar ist, denn die meisten potentiellen Arbeitgeber verlangen's inzwischen von "offensichtlichen Schwulen" - worunter ich auch falle, wie Du ja weißt, Robin. -
    Ja - die "rosa Listen" existieren ebenfalls immer noch illegalerweise - ist Dir ja durch "Franz" inzwischen wohlbekannt, nehme ich an. -
    Nur seltsam, dass Du "INPOL" komplett unter den Tisch fallen lässt. Tststs...
    Da stehen die kompletten Vermerke auch nach über 20 Jahren noch drin. Und diese Datenbank ist bundesweit. Da können alle Polizeibehörden, die Schlapphüte etc. drauf zu greifen.
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#46 wiking77
#47 RalfAnonym
  • 26.08.2016, 17:01h
  • Wer hat denn was anderes erwartet? Die allererste Sorge eines jeden Verbrechers gilt der Vernichtung der Beweise, wenn möglich gar der Vertuschung der Tat. Wieso sollten die Nazi-Polizisten, Nazi-Staatsanwälte und Nazi-Richter das nach dem 8. Mai 1945 anders gehandhabt haben als vorher? Wieso sollten sie sich überhaupt anders verhalten als jeder andere Kriminelle? Man kann höchstens verblüfft sein über die Chuzpe des Herrn Maas, von den Opfern (und nicht etwa von den zuständigen Strafverfolgungsbehörden) Beweise der an ihnen begangenen Verbrechen zu fordern.
  • Antworten » | Direktlink »
#48 Robby69Ehemaliges Profil
  • 29.08.2016, 19:40h
  • Antwort auf #42 von wiking77
  • "Im übrigen: nach zwanzig Jahren hast Du im Bundeszentralregiste r wieder eine sog. "weiße Weste"; vgl. § 46 BZRG."

    hahaha, selten so gelacht, Robin. Ausgerechnet DU dürftest das schließlich besser wissen. -
    Im Übrigens hier zu Deiner "Aufklärung" ein kleiner Exkurs bzgl. des Bundeszentralregisters:

    www.endstation-rechts.de/news/kategorie/afd/artikel/nach-afd
    -veranstaltung-acht-monate-auf-bewaehrung-fuer-kopfstoss-geg
    en-journalisten.html


    Und damit Du nicht so viel "lesen" und auch noch "denken" musst, das entsprechende Zitat aus dem Artikel gleich nochmal in Kürze:
    (Zitat: )
    H.s kriminelle Vorgeschichte reicht zurück bis ins Jahr 1981 und ist sehr umfangreich. Auf 32 Eintragungen im Bundeszentralregister kam die Richterin bei der üblichen Verlesung, wobei das nicht alles Einzelstraftaten waren, sondern auch mal Gerichtstermine, in denen eine alte Strafe zu einer neuen Strafe zusammengefasst wurden. Im Katalog war vieles dabei: Widerstand gegen Polizeibeamte, Erschleichung von Leistungen, Raub, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Betrug, Beleidigungen und diverse Formen der Körperverletzung."
    Ja, ja, Märchenonkel. Bis ins Jahr 1981(!) wurden die Einträge vorgelesen. Und jetzt haben wir 2016 - macht 35 Jahre Zeitspanne, Robin.
    Wie gesagt, lesen bildet...
    Nicht umsonst rufen wir immer wieder auf's Neue bei den Demos "Bildung für alle - auch für EUCH". Hat schon seinen Sinn. Grins...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#49 wiking77
  • 29.08.2016, 22:01h
  • Antwort auf #48 von Robby69
  • ich komme nicht umhin, Dir zu attestieren, dass Dein Beitrag ausnahmsweise humorvoll und gewitzt ist.

    Aber an der Sache selber ändert es nichts: heute steht im Bundeszentralregister niemand mehr mit § 175 StGB drin. Bei allem Verständnis für die Emotionaliät von damals Betroffenen, aber gewinnbringender wäre es schon von heutigen(!) Verhältnissen ausgegangen wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #48 springen »
#50 Robby69Ehemaliges Profil
  • 30.08.2016, 18:26h
  • Antwort auf #49 von wiking77
  • Dann erklär mir bei Gelegenheit mal so ganz "nebenbei", warum einem vor Gericht sämtliche (ja, auch mehr als 20 Jahre zurückliegende) Straftaten - auch bzgl. des 175ers - nach wie vor bei Strafprozessen vorgehalten werden. Ich für meinen Teil könnte jedenfalls gerne auf die ganze "Litanei" verzichten - ich kenn sie ja schon. Grins...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #49 springen »
#51 TheDadProfil
  • 30.08.2016, 20:44hHannover
  • Antwort auf #49 von wiking77
  • ""Aber an der Sache selber ändert es nichts: heute steht im Bundeszentralregister niemand mehr mit § 175 StGB drin.""..

    Eigentlich war ja davon auszugehen, es hätte verstanden werden können..
    Die Fristen wurden angeführt..

    Der LETZTE Strafgefangene der nach § 175 verurteilt wurde ist im Jahr 2004 entlassen..
    In dessen Erweitertem Führungszeugnis steht das sicher drinn..

    Eintragungen in das "Erziehungsregister" werden übrigens überhaupt nicht gelöscht..
    Was nichts anderes bedeutet, als das "Robby69" dort immer auf Schwierigkeiten treffen kann, wenn er sich Sozial engagieren will..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #49 springen »

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