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Wahlverwandtschaften
FDP-Chef Lindner will Hetero-Witwen verpartnern

Christian Lindner ist seit Dezember 2013 Bundesvorsitzender der FDP (Bild: Harald Krichel / wikipedia)
- 27. August 2016, 05:52h 2 Min.
Die Liberalen wollen die Ehe für Lesben und Schwule öffnen – Lebenspartnerschaften soll es stattdessen für Freunde aller Art geben.
Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will Lebensgemeinschaften jenseits der klassischen Paarbeziehung rechtlich absichern. "Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, also Pflichten übernehmen, dann sollen sie auch Rechte haben", erklärte der 37-Jährige in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Berliner Morgenpost".
Im Blick hat Lindner sogenannte Wahlverwandtschaften: "Warum sollten zwei Witwen, die eng miteinander befreundet sind, keine Lebenspartnerschaft eingehen? Ich meine damit keine Liebesbeziehung, sondern eine Verantwortungsgemeinschaft", sagte der FDP-Vorsitzende. "Heute ist es doch so: Wenn die eine im Krankenhaus ist, kann sich die andere bei den Ärzten nicht über den Zustand der Freundin erkundigen."
Eine Rechtsform für Freundschaften
Man müsse eine Rechtsform schaffen, die solche besonderen Freundschaften absichert, forderte Lindner. Im Zuge des demografischen Wandels werde es in Deutschland "ganz neue Lebensmodelle" geben.
Seit 2012 forderte die FDP in ihrem Grundsatzprogramm die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). "Alle Paare sollen die Ehe eingehen können. Bei Rechten und Pflichten machen wir keine Unterschiede zwischen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern und Ehegatten", heißt es in den vor vier Jahren beschlossenen "Karlsruher Freiheitsthesen für eine offene Bürgergesellschaft".
Die Partei vollzog damals eine deutliche Wende: Noch 2001 stimmten die Liberalen gegen das rot-grüne Lebenspartnerschaftsgesetz. Im früheren Grundsatzprogramm aus dem Jahr 1997 ("Wiesbadener Grundsätze") waren Homo-Rechte außen vor gelassen worden.
Christian Lindner ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der FDP. Seit Mai 2012 ist er, wie schon zuvor von 2000 bis 2009, Mitglied des Landtages in Nordrhein-Westfalen. (cw)















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