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Nicht überall sind Regenbogen­fahnen willkommen (Bild: flickr / Benson Kua / by 2.0)

  • 29. August 2016, 12:46h 32 2 Min.

Seit 1998 versuchen LGBTI-Aktivisten Jahr für Jahr im Rahmen der "LesBiSchwulen T*our", den Regenbogen in die brandenburgische Provinz zu tragen. Das klappt nicht immer.

16 Ehrenamtliche aus verschiedenen lokalen Gruppen machen sich Anfang September in Brandenburg auf den Weg, um für LGBTI-Akzeptanz zu werben, dieses Mal im Süden des Bundeslandes. Auf dem Plan stehen Informationsstände, Aufklärungs- und Fortbildungsveranstaltungen, Lesungen, Diskussionsrunden in jeder Tourstadt sowie das Hissen der Regenbogenflagge am Rathaus.

Die Beflaggung sorgt dabei – wie auch auf Bundesebene – immer noch für Probleme: Wie die Organisatoren mitteilten, sei besonders der Kreis Oberspreewald-Lausitz betroffen. Hier lehnt sowohl die Kreisverwaltung als auch die Stadt Senftenberg die Hissung der Regenbogenfahne ab. Der Senftenberger Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) habe in einem Telefonat mit der "Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule & Trans* Belange" mitgeteilt, dass dies seine persönliche Entscheidung sei. Die Genehmigung der Regenbogenflagge am Rathaus würde Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken, ebenso ihre Flaggen dort zu hissen. Allerdings sei er bereit, einen Informationsstand persönlich zu besuchen.

Die Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz sehe ebenfalls keinen Anlass, die Regenbogenflagge zu hissen. Die Fahne habe schon im Sommer zum CSD Cottbus & Niederlausitz geweht, hieß es zur Begründung.

Bürgermeister "ist nicht bereit, sich der Realität zu stellen"

Die Aktivisten verstehen die Ablehnung nicht. Lars Bergmann, der Leiter der Landeskoordinierungsstelle, erklärte, die Hissung am Rathaus soll ein Signal für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter- und queere Menschen sei, "denen wir Mut machen und ihre Belange in den gesellschaftlichen Mittelpunkt rücken wollen". So könne eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema begonnen werden. "Insbesondere Bürgermeister Fredrich, beweist durch seine Absage, dass er nicht bereit ist, sich der Realität in seiner Stadt zu stellen", so Bergmann. Selbst wenn nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung LGBT ist, gehe es "um viele hundert Menschen, für die die am Rathaus wehende Regenbogenfahne nicht nur ein bloßes Stück Stoff in bunten Farben ist, sondern vielmehr ein Zeichen der Akzeptanz und des Willkommenseins".

Große Probleme mit der Regenbogenfahne gibt es auch innerhalb der Bundesregierung. Das CDU-geführte Bundesinnenministerium hat erst kürzlich bekräftigt, dass es zum CSD weiterhin keine Regenbogenfahnen an Bundesministerien und Bundesbehörden erlauben werde (queer.de berichtete). Trotz des Verbots hissten in diesem Jahr Familienministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) Regenbogenflaggen zum Berliner CSD an ihren Dienstgebäuden (queer.de berichtete). (pm/dk)

Die LesBiSchwule T*our im Südosten

5. September – Forst (Lausitz)
6. September – Senftenberg
7. September – Guben
8. September – Lübbenau/Spreewald
9. September – Spremberg
10. September – Potsdam (Abschlusskundgebung)
-w-

#1 GeorgG
  • 29.08.2016, 14:56hBerlin
  • Wenn schon in Berlin, also auf höchster Ebene, das Hissen der Regenbogenfahne verweigert wird, was soll dann ein kleiner Dorfbürgermeister im tiefsten Brandenburg dagegen setzen?
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#2 Berlin_
  • 29.08.2016, 15:33h Berlin

  • "Begehrlichkeiten anderer Vereine wecken"

    Vielleicht sollte man den Menschen dort mal klarmachen, dass die Regenbogenflagge keinem Verein gehört. Es ist das universelle Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz. Da kann man echt nur den Kopf schütteln.
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#3 SchleicheR74