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Für dieses Instagram-Foto erhielt Luxy fast 8.500 Likes, doch die Behörden in Katar ließ das unbeeindruckt
- 30. August 2016, 06:08h 3 Min.
Nach Angaben des jungen Polen seien ihm in Katar unter anderem Instagram-Fotos mit Make-up vorgeworfen worden.
Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass das kanadische Model Gigi Gorgeous aufgrund ihrer Transsexualität für mehrere Stunden am Flughafen von Dubai festgehalten wurde (queer.de berichtete). Nun sorgt ein möglicherweise noch schwerwiegender Fall aus den Golfstaaten für Empörung.
Ein 18-jähriger Pole, der sich Luxy nennt und seinen bürgerlichen Namen nicht nennen möchte, erklärte gegenüber dem Portal "Gay Star News", dass er am Flughafen von Doha aufgehalten worden sei, als er das zweite Mal in das Emirat Katar einreisen wollte. "Sie führten mich in ein Verhörzimmer und wollten wissen, warum ich hierher gekommen bin", erklärte der 18-Jährige. "Sie haben mir mein Handy abgenommen und meine Whatsapp-Nachrichten und meine Bilder angeschaut."
Über zwei Monate im Zentralgefängnis von Doha
Eine Stunde später sei er festgenommen und für zehn Tage in eine Einzelzelle des Zentralgefängnisses von Doha gebracht worden. "Sie nannten mich immer wieder einen Prostituierten, meinten, ich käme aus einer schlechten Familie, und lachten über meine Instagram-Fotos." Die Beamten hätten ihn außerdem gefragt, ob er ein Mann oder eine Frau sei.
Im Gefängnis sei ihm schließlich auch der Hauptgrund der Festnahme mitgeteilt worden: "Sie erklärten, dass ein Mann aus Katar mich angezeigt hat, weil ich Nacktfotos von ihm auf Instagram veröffentlicht haben soll." Zu dem Vorwurf selbst äußerte sich der junge Pole nicht.
Nach 63 Tagen im Gefängnis wurde Luxy schließlich mit Hilfe eines Anwalts und nach Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Riyal (rund 3.700 Euro) entlassen. Statt sofort zurück nach Polen zu reisen, blieb er jedoch in einem Hotel in Doha. Nach zwei Tagen sei er erneut festgenommen worden, berichtete Luxy. Diesmal seien ihm Fotos auf Snapchat und Instagram vorgeworfen worden, auf denen er Make-up trage. "Sie meinten, ich sehe wie ein Transgender aus."
Nach diesem Vorfall habe Luxy das Land auf dem schnellsten Weg verlassen. Nach eigenen Angaben wurde er auf eine schwarze Liste gesetzt und habe Einreiseverbot in die gesamten Golfstaaten erhalten.

Auch im Horror-Urlaub in Doha blieb Zeit für ein Selfie
Fünf Jahre Haft für schwulen Sex
In Katar sind Geschlechtsanpassungen ebenso verboten wie homosexuelle Handlungen. Zuletzt sorgte das Emirat mit einem Verbot des Kinofilms "The Danish Girl" für Schlagzeilen. Dem Drama um Trans-Pionierin Lili Elbe hatten die Behörden "moralische Sittenlosigkeit" vorgeworfen (queer.de berichtete). Auf Homosexualität stehen in Katar fünf Jahre Haft.
Das Land steht seit Jahren in der Kritik von LGBT-Aktivisten. Vor allem regte sich Widerstand, nachdem die FIFA vor fünf Jahren die Fußballweltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben hatte (queer.de berichtete). Daraufhin empfahl der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter schwulen Fußballfans, bei einem Katar-Besuch auf Sex zu verzichten (queer.de berichtete). Später entschuldigte sich der Schweizer für diese Äußerung (queer.de berichtete).
Internationale Organisationen beklagen, dass Katar auch in anderen Bereichen Menschenrechte verletzt. So würden Gastarbeiter, die die WM-Stadien bauen, wie Sklaven behandelt. Kritik gab es auch am Fußballverein FC Bayern München, der trotz der schlechten Menschenrechtslage sein letztes Winter-Trainigslager in Doha abhielt. (cw)














Da ist er ja am Golf genau richtig.