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Dürfen Krankenhäuser Transpersonen ablehnen?

Bittere Auseinandersetzungen: US-Richter entscheiden über Trans-Rechte


Homo­sexuelle haben das Ehe-Recht erstritten, daher gehen LGBT-Gegner nun am liebsten gegen Trans-Rechte vor – zum Lieblingsstreitobjekt wurde die öffentliche Toilette auserkoren (Bild: flickr / Juli Crockett / by 2.0)

Vor einigen Jahren waren US-Gerichte mit der Ehe für alle beschäftigt. Nachdem dieses Thema erledigt ist, hat ein bitterer Kampf um die Rechte von Transpersonen begonnen.

Wie viel Rechte sollen Transpersonen an Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und im Arbeitsrecht haben? Diese Frage beschäftigt derzeit mehrere Gerichte in den USA. So haben vergangene Woche fünf von Republikanern regierte Bundesstaaten die Regierung in Washington verklagt, weil diese im Mai angeordnet hatte, dass Menschen bei Krankenhausaufenthalten nicht wegen ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert werden dürften. Die Kläger sind Texas, Wisconsin, Kentucky, Nebraska und Kansas.

Auch zwei christliche Organisationen haben sich der Klage angeschlossen: die evangelikale Ärztevereinigung "Christian Medical & Dental Associations" sowie die katholische Klinikgruppe "Franciscan Alliance".

Die Kläger argumentieren, dass Ärzte wegen ihrer religiösen Ansichten das Recht erhalten sollten, geschlechtsanpassende Operationen nicht durchführen zu müssen. Trans-Aktivisten sehen das allerdings als Vorwand, um transphoben Ärzten das Recht zu geben, pauschal Transsexuelle abzulehnen. Auch nach den jetzigen Bedingungen sei kein Arzt verpflichtet, Geschlechtsanpassungen durchzuführen, erklärte Jillian Weiss vom "Transgender Legal Defense and Education Fund" gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Außerdem würde niemand eine Geschlechtanpassung bei einem Arzt beantragen, der die Praxis ablehne. "Das einzige, zu dem ein Doktor verpflichtet wird, ist es, alle Patienten – auch Trans-Patienten – mit Würde und Respekt zu behandeln", so Weiss.

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Wo darf eine Transperson pinkeln?

Die meisten Klagen beschäftigen sich zum Beginn des neuen Schuljahres allerdings damit, ob Transpersonen an öffentlichen Bildungseinrichtungen die Toilette benutzen dürfen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Drei transsexuelle Kläger erzielten zu diesem Thema am Freitag vor einem US-Bundesgericht einen Teilsieg gegen das scharf kritisierte "Klo-Gesetz" HB 2 in North Carolina. Eine der Bestimmungen des Gesetzes ist, dass Transsexuelle an Schulen und Universitäten nicht die entsprechenden Toiletten benutzen dürfen (queer.de berichtete).

Die Kläger sind Studenten und Angestellte von Hochschulen; für sie ist HB 2 vorläufig ausgesetzt, bis der Fall im November verhandelt und endgültig entschieden wird. Bundesrichter Thomas Schroeder deutete an, dass er HB 2 als diskriminierend ansieht.

Auch der Fall des 16-jährigen Transmannes Gavin Grimm aus Virginia sorgt weiter für Aufruhr: Ein Gericht hatte im April entschieden, dass die Rechte des Schülers an seiner Highschool verletzt worden waren, weil er nicht die Herrentoilette benutzen durfte (queer.de berichtete). Daraufhin richtete die Schule eine Unisex-Toilette für ihn ein, verbot ihm aber weiterhin, mit anderen Jungs aufs Klo zu gehen, wogegen seine Anwälte Einspruch einlegten. Anfang des Monats entschied der Supreme Court mit fünf zu drei Stimmen, dass der Status quo vorläufig bis zu einem endgültigen Urteil beibehalten wird.

In diesem Monat gab es zudem zwei Niederlagen für Trans-Aktivisten vor Gericht – beide Urteile wurden allerdings von sehr konservativen Richtern gefällt, die von George W. Bush ernannt worden waren, und könnten in der nächsten Instanz wieder aufgehoben werden. In einem texanischen Fall setzte ein Bundesrichter vorläufig eine Anordnung der Obama-Regierung außer Kraft, der Schulen unter Androhung von Budgetkürzungen verpflichtet hatte, Transpersonen die Nutzung von Toiletten zu erlauben, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen (queer.de berichtete). In einem anderen Fall entschied ein Bundesrichter in Michigan, dass sie im Arbeitsrecht keinen Diskriminierungsschutz genießen, sofern die Ungleichbehandlung aus religiösen Gründen erfolgt (queer.de berichtete). In den nächsten Monaten werden viele weitere – und sich widersprechende – Entscheidungen erwartet. (dk)

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#2 TheDad
  • 30.08.2016, 19:55hHannover
  • ""Wie viel Rechte sollen Transpersonen an Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und im Arbeitsrecht haben?""..

    Logische Antwort :
    Alle Rechte die andere Menschen auch haben..

    Aber hier geht es erneut darum das Leute aus diesen Staaten von den Gerichten "erlaubt" haben wollen, andere Menschen diskriminieren zu dürfen..
    Als "Grund" für dieses Ansinnen werden dann die "Religionsfreiheit" und die "religiösen Gefühle" ins Feld geführt..

    Deshalb soll dann ein "evangelikaler Arzt" die Behandlung eines Transidenten/Transsexuellen/Transgender als Patienten ablehnen dürfen..

    Widerspricht zwar dem Hippokratischem Eid, aber das stört diese Evangelikalen offensichtlich wenig..
    Mal abgesehen davon das sich ein solcher Patient von einem solchem Arzt freiwillig wohl auch nicht behandeln lassen wollte..

    Diesen Leuten ist dann auch nicht mit einem Gleichnis zu helfen..
    Ein Evangelikaler kommt verletzt in eine Muslimische Klinik, und der Arzt sagt dann :
    Meine Religion verbietet mir Christen zu behandeln..

    Denn dann würden die Evangelikalen sofort laut "Christenverfolgung" brüllen, und das Gezeter um die "religiösen Gefühle" geht wieder los..
    Offensichtlich besitzen ja auch nur Evangelikale diese so leicht zu verletzenden "religiösen Gefühle", die es unbedingt zu schützen gälte, so das man Bundesstaaten dazu aufstacheln muß, die Regierung der USA wegen der Verfassung zu verklagen..
    Einer Verfassung die es diesen Evangelikalen überhaupt erst erlaubt, selbst unverfolgt und in Freiheit zu leben, denn genau aus diesem Grund waren sie einst in die USA emigriert..

    Da kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen will..
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#3 janxAnonym
  • 30.08.2016, 21:12h
  • Es ist tut mir einfach so unglaublich leid für die betroffenen Transsexuellen. Und es macht einen so wütend. Eine Toilette zu nutzen ist ja noch schwerer zu "unterdrücken" als Sex. Man macht einen Einkaufsbummel und muss auf Toilette. Und schon steht man mit einem Bein quasi im Knast. Das ganze Leben wird da ja beeinträchtigt, da man ständig in Angst lebt mit einer solchen Situation konfrontiert und vor eine Entscheidung gestellt zu werden. Nehme ich jetzt die linke oder rechte Tür? Es ist unsäglich. Und es ist ja reiner Hass der zu solchen Gesetzen führt. Was sind das bloß für Unmenschen die solche Ideen unterstützen? Als ob da irgendein Bedarf dagewesen wäre. Also die USA existieren jetzt seit hunderten von Jahren. Und wenn ich mir das aktuell so anschaue, dann fallen mit viele Themen ein, wo dringend Handlungsbedarf besteht: Bildung, Umweltschutz, Gesundheitssystem. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Stattdessen kommen dann solche Gesetze. Trotz der vielen positiven Nachrichten aus den USA in den letzten Jahren ist das wirklich ein trauriger Tiefpunkt. Ich hoffe, dass Wirtschaftsunternehmen, Privatleute und das Federal Government die jeweiligen Bundesstaaten mit dem strafen, was sie verdienen: Verachtung.
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