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Lucas hat mit Thomas und Sebastian zwei Väter – mit Josefin und Cindy aber auch zwei Mütter (Bild: W-Film)

  • 2. September 2016, 08:03h 15 2 Min.

Eine lesbisch-schwule Kleeblattfamilie steht im Mittelpunkt von Eva Maschkes Doku "Vier werden Eltern". Heute feiert sie in Berlin Premiere.

"Vier werden Eltern" ist ein Dokumentarfilm über den turbulenten Alltag einer lesbisch-schwulen Kleeblattfamilie. Zwei Paare, die anfangs nur zwei Gemeinsamkeiten haben: Sie leben in Berlin und wünschen sich sehnlichst ein Kind. Weil das aber nun einmal nicht so einfach geht, beschließen Thomas, Sebastian, Josefin und Cindy sich zusammenzutun. Ganz pragmatisch.

Doch wie teilt man sich zu viert ein Kind? Wie einigen sich vier einander fremde Menschen? Hier der Politologe und der Student, dort die Kinderkrankenschwester und die kaufmännische Angestellte. Westberliner Altbauwohnung und Ostberliner Platte. Mit der Geburt von Söhnchen Lucas stehen die frisch gebackenen Mamas und Papas plötzlich organisatorisch und vor allem auch emotional vor einer großen Herausforderung.


Poster zum Film


Filmemacherin Eva Maschke ist die Tante von Lucas und begleitet über ein Jahr lang den spannenden Prozess, wie aus zwei unabhängigen Paaren eine außergewöhnliche neue Lebensgemeinschaft entsteht. Am Anfang stand der Zweck. Aber mit Lucas wird aus einem Plan und aus Absprachen eine neue Lebenssituation. Die Mamas und die Papas teilen sich ein Kind. Wie sich das über ein organisatorisches Kunstwerk hinaus entwickelt, das verfolgt der Film auf einfühlsame Weise. Da wachsen Menschen zusammen. Zum Kindeswohl. Jeder gibt ein Stück Unabhängigkeit auf – und gewinnt etwas.

Am Freitag zeigt das Berliner Kino Babylon "Vier werden Eltern" um 20 Uhr als Hauptstadt-Premiere in der Reihe "Neuer deutscher Film" in Anwesenheit der Regisseurin und ihren Protagonistinnen und Protagonisten. Weitere Vorführungen gibt es dort am 3., 4., 10. und 11. September.

Voraussichtlich im Dezember soll "Vier werden Eltern" dann auch auf DVD erscheinen. (cw/pm)

Infos zum Film

Vier werden Eltern. Dokumentation. Deutschland 2015. Regie: Eva Maschke. Laufzeit: 53 Minuten. Sprache: deutsche Originalfassung. Verleih: W-Film. Kinostart: 2. September 2016
Galerie:
Vier werden Eltern
12 Bilder
-w-

#1 JarJar
  • 02.09.2016, 11:04hKiel
  • Ist bei uns eine ganz ähnliche Konstellation, bei uns klappt es wunderbar, einfach weil Probleme offen angesprochen werden und auch schon im Vorfeld über vieles geredet wurde, so dass man genau wusste auf was man sich einlässt. Werde mir den Film aber mit Sicherheit auf DVD anschauen, ich denke der wird hier wohl nicht in der Nähe im Kino laufen.
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#2 GeorgG
  • 02.09.2016, 12:01hBerlin
  • Ich kenne den Fall, wo ein lesbisches Paar ein Kind wollte. Also wurde mit einem Freund von den beiden, ein schwuler Mann, vereinbart, dass er eine der Frauen schwängern sollte.
    Dies geschah auch. Es handelte sich um einen normalen Geschlechtsverkehr. Es ging nicht um künstliche Befruchtung.
    Nach 2 oder 3 Jahren, stellte eine der Lesben fest, dass sie sich vor Männern ekelt. Sie lehnte jeden weiteren Besuch des Vaters bei ihrem Kind ab. Sie wollte "der Vater" sein.
    Das Kind ist schon in dem Alter, in dem es ganz besonders darunter leidet, ihren Vater nicht mehr sehen zu können. Mit den beiden Frauen ist aber kein Gespräch möglich.
    Schriftliche Vereinbarungen wurden nicht getroffen.
    Die Frauen erwarten jetzt, dass der schwule Mann Unterhalt zahlt.
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#3 LarsAnonym
  • 02.09.2016, 13:26h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • " Nach 2 oder 3 Jahren, stellte eine der Lesben fest, dass sie sich vor Männern ekelt. Sie lehnte jeden weiteren Besuch des Vaters bei ihrem Kind ab."

    ist ja schön, dass Du so eine Geschichte hier beisteuerst, aber warum? Um zu sagen, wie problematisch doch Regenbogenkonstellationen sind? Dass Problematiken ausweichlich sind? Gibt es nicht auch in Heterobeziehungen den Fall, dass sich ein Elternteil, bzw. Stiefelternteil plötzlich distanziert?

    Aber gut: Wenn sich die eine Frau plötzlich vor Männern ekelt, dann ist das ein Punkt und erst mal ihr Problem, dass sie nicht aus ihrer Verantwortung für die getroffene Entscheidung, mit ihrer Freundin zusammen zu leben und Mutter bzw. Co-Erzeihungsberechtigte zu sein, entlässt. Der andere Punkt ist der Wunsch, selbst ein Mann (der Vater) sein zu wollen, wobei das vermutlich Deine Interpretation des Sachverhalts ist. Unterstellst Du ihr Eifersucht, die sich als Ekel maskiert? (Du machst allerdings nicht explitzit deutlich, ob diese Frau nun die biologische Mutter ist, oder nicht). Wie steht die andere Frau zu der Problematik? Und wie der biologische Vater? Hat er zum Zeitpunkt der Zeugung über die Gestaltung der Vater-Kind-Bezihung nachgedacht? War er willens und bereit, die Entscheidung darüber ganz den beiden Frauen zu überlassen und hat er darüber verbidliche vertraglische Regelungen getroffen, an die er sich gebunden fühlen kann? Oder hat er unterschätzt, dass ihm der Kontakt zu dem Kind wichtiger ist, als er sich das irsprünglich vorgestellt hat? Hat er Dir oder eine der Frauen von den Nöten des Kindes erzählt? Gibt es eine Schlussfolgerung für Dich aus der Geschichte?
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