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Church of England

Bischof outet sich als schwul


Nicholas Chamberlain wurde im November 2015 zum Bischof von Grantham ernannt (Bild: LRSN)

  • 3. September 2016, 07:06h 17 2 Min.

Nicholas Chamberlain, anglikanischer Bischof von Grantham, kam offenbar einem unfreiwilligen Outing durch eine britische Sonntagszeitung zuvor.

Mit Nicholas Chamberlain, dem Bischof von Grantham, hat sich zum ersten Mal ein Bischof der Church of England als schwul geoutet. In einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem "Guardian" erklärte der 52-Jährige, dass er einen Mann als Partner habe und mit diesem nach den Regeln der Staatskirche im Zölibat lebe.

"Die Leute wissen, dass ich schwul bin, aber die Ausführung meines Amtes steht im Vordergrund", sagte Chamberlain. Er sei seit vielen Jahren glücklich mit seinem Partner zusammen. "Wir genießen unsere Gemeinschaft." In sein Bischofsamt war er im vergangenen November berufen worden.

Mit Offenheit gegen Stigmatisierung

Mit dem Interview kam der Bischof offensichtlich einem unfreiwilligen Outing zuvor. Laut "Guardian" habe eine britische Sonntagszeitung damit gedroht, Chamberlains Homosexualität öffentlich zu machen. "Ich hoffe, mit meiner Offenheit einer Stigmatisierung entgegenzuwirken", begründete der Bischof seine Flucht nach vorn.

Erzbischof und Kirchenoberhaupt Justin Welby stellte sich in einer Erklärung hinter Chamberlain. "Ich bin und ich war mir über Nicholas' Homosexualität völlig bewusst", heißt es darin. "Seine Ernennung zum Bischof basierte auf seinen Fähigkeiten und seine Hingabe zur Kirche. Er lebt innerhalb der vorgegebenen Richtlinien. Seine sexuelle Orientierung ist für seine Aufgaben überhaupt nicht relevant."

Die Church of England gilt im Ungang mit Homosexualität als vergleichweise liberal. Bereits Anfang 2013 gab die Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft ihren Widerstand gegen die geplante Öffnung der Ehe in England und Wales auf und erklärte sich bereit, auch homosexuelle Priester in den Bischofsstand zu erheben, sofern sie sich zum Zölibat verpflichten. Im November 2013 erlaubte sie die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in einem Gottesdienst. Im April 2014 erfolgte die erste standesamtliche Trauung eines schwulen Priesters.

Zum ersten offen homosexuellen Bischof der anglikanischen Kirche war bereits vor 13 Jahren der amerikanische Theologe Gene Robinson in New Hampshire gewählt worden. Daraufhin verließen mehrere konservative US-Kirchengemeinden die Episkopalkirche, wie die Anglikaner in Amerika genannt werden, und gründeten eine eigene Glaubensgemeinschaft. Seitdem drohen insbesondere auch afrikanische Kirchenprovinzen immer wieder mit der Abspaltung, sind aber bisher der im 16. Jahrhundert gegründeten englischen Mutterkirche treu geblieben. (cw)

-w-

#1 m123Anonym
  • 03.09.2016, 09:20h
  • Unglaublich, es gibt Schwule in der Kirche!

    Wer hätte das gedacht?

    Und natürlich leben sie alle im Zölibat, welcher der menschlichen Natur entspricht. Hurra.

    Habt ihr heute auch schon gebetet? Beten ist voll cool und macht soviel Spaß. Und es bringt soviel.

    Hab gehört der Papst telefoniert regelmäßig mit Gott, der dafür sorgt, dass niemand auf dieser Welt, der unschuldig ist, leiden muss. Erst recht nicht kleine Kinder.

    Voll cool und modern, die Kirche.
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#2 DannyMarc
  • 03.09.2016, 09:46h
  • Was hat denn jetzt der Papst und das Zölibat damit zu tun?

    Bevor über die Katholische Kirche und somit in eine falsche Richtung diskutiert wird sollte man feststellen, dass es sich um einen Bischof der Anglikanischen Kirche handelt, und somit die protestantische Staatskirche von England! Kein Zölibat, verheiratete Geistliche und Frauenordination und das Bischof Chamberlain schwul ist wird auch die wenigsten Schäfchen stören. Die Briten sind da sehr viel toleranter als die Deutschen :)
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#3 GeorgG
  • 03.09.2016, 10:16hBerlin
  • "erklärte der 52-Jährige, dass er einen Mann als Partner habe und mit diesem nach den Regeln der Staatskirche im Zölibat lebe."

    Das muss er sagen, um zu verhindern, dass sich die anglikanische Weltgemeinschaft spaltet.
    Die erzkonservativen Afrikaner warten nur darauf, dass ein schwuler Bischof zu seiner Homosexualität steht, aber diesen Satz NICHT sagt.

    So sind nunmal die ausgehandelten Spielregeln. Damit können alle ihr Gesicht wahren.
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