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Hass-Prediger Anjem Choudary muss die nächsten Jahre hinter schwedischen Gardinen verbringen (Bild: flickr / Day Donaldson / by 2.0)

  • 6. September 2016, 13:21h 17 2 Min.

Ein Hassprediger, der die Tötung von Homosexuellen fordert, muss wegen Aufrufen zur Unterstützung des "Islamischen Staates" hinter Gitter.

Der britische Islamisten-Prediger Anjem Choudary muss nach der am Dienstag bekannt gegebenen Entscheidung eines Londoner Gerichts für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er unter anderem auf sozialen Medien dazu aufgerufen hatte, die Terrormiliz IS zu unterstützen. Der 49-Jährige aus dem Osten Londons, der als Sprecher der inzwischen verbotenen Organisation "Islam4UK" in die Schlagzeilen geraten war, wurde bereits im Juli gemeinsam mit einem anderen Hassprediger, dem 33-jährigen Mohammed Mizanur Rahman, schuldig gesprochen. Rahman erhielt das selbe Strafmaß. Beiden hatte bis zu zehn Jahre Haft gedroht.

Bereits 2009 sorgte Großbritanniens bekanntester Islamist für Empörung, als er in einer Pressekonferenz die Steinigung von Homosexuellen forderte (queer.de berichtete). "Es kann passieren, dass ein Mann einen anderen Mann mag", so Choudary damals. "Aber wenn man seiner Lust nachgibt und das bewiesen ist, dann ist eine Strafe unerlässlich. Man steinigt aber nur, wenn es vier Augenzeugen sind." Auf weitere Nachfragen von Journalisten erklärte der Prediger weiter: "Es gibt Leute, die sich zu Eseln hingezogen fühlen, aber das heißt nicht, dass das richtig ist." Von diesen Äußerungen hat er sich bis heute nicht distanziert. Im vergangenen Jahr wiederholte er sogar seine Ansicht im US-Sender "Fox News Channel".

Choudary stachelte Islamisten zu Gewalt auf

Britische Sicherheitsbehörden sind überzeugt, dass Choudary in den letzten Jahren eine führende Rolle bei der Radikalisierung junge Muslime auf den britischen Inseln gespielt hat. Choudary soll unter anderem die Männer beeinflusst haben, die im Mai 2013 den britischen Soldaten Lee Rigby in London am helllichten Tage mit einem Messer und einem Fleischerbeil ermordet hatten.

Richter Timothy Holroyde bezeichnete den Angeklagten nach Angaben der BBC als berechnend und gefährlich. Bei der Urteilsverkündung sagte Holroyde, dass Choudary und sein Mitangeklagter "die Grenze zwischen legitimer Meinungsäußerung und einer kriminellen Tat überschritten" hätten. "Ein großer Teil derjenigen, die Ihnen zugehört haben, waren leicht zu beeinflussende Personen, die zu Ihnen aufgeschaut haben", so der Richter zu Choudary. Der Prediger habe aber "keinen einzigen Aspekt" des IS kritisiert. "So haben Sie indirekt zum gewalttätigen Terrorismus angestachelt." (dk)

-w-

#1 matsAnonym
  • 06.09.2016, 16:49h
  • Tja, wenn auch ein Bischof Huonder unter Berufung auf 2500 Jahre alte Bibelverse und unter Anmaßung des Namens Jesu Christi öffentlich zur Gewalt gegen LGBT aufrufen darf, dann braucht man sich nicht wundern, wenn sich auch muslimische Hassprediger auf diesen Missbrauch der Religionsfreiheit berufen.

    Was würde wohl passieren, wenn eine revolutionäre politische Aktivistengruppe dazu aufrufen würde, Priester, Imame und Prediger zu töten? Sie wären sofort als terroristische Vereinigung eingestuft. Für Hassprediger wie Choudary muss es aber schon mindestens die Verbindung zum IS sein, damit die Gerichte überhaupt tätig werden. Denn würde man den Aufruf zur Gewalt gegen LGBT ahnden, dann könnte man Choudary und Huonder nicht mit zweierlei Maß messen. Und auch für den Vergleich mit den Eseln findet Choundary unter christianistischen Demagogen genug Brüder im Ungeiste, auf die er sich berufen kann.
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#2 markusbln11Anonym
  • 06.09.2016, 18:41h

  • Hassprediger - welcher religiösen provenienz sie sich auch zugehörig fühlen mögen - gehören in leichteren fällen vom amt des seelsorgers suspendiert, in schwereren hinter gittern.

    Bemerkenswert nur, dass sich gerade fox news sich dieser hassprediger interssierte. Sollte wohl für den einen oder anderen amerikanischen hasserfüllten hetzer ein wenig futter bieten.

    Zum glück ist öffentlich präsentierter hass in west-europa fast überall strafwürdig, und nicht wie in amerika eine blosse freie meinungsäusserung.
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#3 Pascal GoskerAnonym
  • 06.09.2016, 19:05h
  • Jaja, der Islam ist ja eine ach so friedliche Religin.

    Die Wahrheit ist:
    der Islam ist genauso menschenverachtend, totalitär, scheinheilig, hasserfüllt und gewaltbereit wie jede andere Religion auch. Anders kann Religion gar nicht funktionieren.

    Bei allen anderen Religionen wird das auch so offen kritisiert, nur beim Islam meint man immer, mit Samthandschuhen rangehen zu müssen.

    Natürlich gibt es auch im Islam (wie in jeder anderen Religion auch) moderatere Vertreter. Aber die müssen sich bewusst sein, dass sie alleine schon durch ihr Bekenntnis zu dem Glauben automatisch auch die negativen Aspekte fördern. Und alleine schon durch das Bekenntnis zum Glauben ist in ihnen der Keim zur Radikalisierung, der nur noch durch etwas ausgelöst werden muss. Dieser Mechanismus ist in allen Religionen gleich.
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