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Filme wie "Mission Impossible 5", das vergangenes Jahr allein in Nordamerika 200 Millionen Dollar an den Kinokassen einspielte, sind kein Hort für LGBT (Bild: Paramount Pictures)

  • 9. September 2016, 09:46h 22 3 Min.

Die Figuren in den 100 erfolgreichsten Hollywood-Filmen sind nicht sehr vielfältig: Die meisten sind weiß, männlich und vor allem heterosexuell.

Minderheiten und Frauen werden in Hollywood-Filmen nicht ausreichend repräsentiert. Das ist das Ergebnis einer Studie der USC-Journalistenhochschule in Los Angeles, die am Mittwoch veröffentlicht wurde (PDF).

Insbesondere LGBT sind unterrepräsentiert: Dem Bericht zufolge handelt es sich in den 100 erfolgreichsten Filmproduktionen des Jahres 2015 nur bei 32 von 4.370 Personen in Sprechrollen um LGBT. Mehr als die Hälfte von ihnen (19 Charaktere) sind schwule Männer, hinzu kommen sieben Lesben, fünf Bisexuelle (davon drei Männer) und eine Transperson. Insgesamt entspricht das einem LGBT-Anteil von 0,7 Prozent. Immerhin ist das ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr: 2014 waren nur 19 Figuren LGBT.

Hinzu kommt, dass nicht eine Hauptperson unter den 100 Top-Filmen LGBT war. Zudem hatten 82 der 100 Filme keinen einzige LGBT-Figur.

Viel zu wenig in Filmen tauchen auch Behinderte auf: Sie machen nur 2,4 Prozent der Filmrollen aus, obwohl sie 19 Prozent der US-Bevölkerung repräsentieren. Sehr groß ist auch der Unterschied zwischen Fiktion und echtem Leben bei Latinos: Sie stellen 18 Prozent der Bevölkerung, aber in Filmen nur fünf Prozent. Der Anteil der Schwarzen in Filmen ist mit zwölf Prozent fast genau so hoch wie in der Realität.

"Festgefahrene Ungleichheit"

In den Blockbustern existiere gegenwärtig eine "festgefahrene Ungleichheit", erklärte USC-Professorin Stacy Smith, die Hauptautorin der Studie, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. "Egal, ob wir Geschlecht, Rasse, Ethnie, LGBT oder Behinderung betrachten, bei allem sehen wir ausgrenzende Kräfte am Werk, denen jeder zum Opfer fällt, der nicht heterosexuell, weiß und körperlich leistungsfähig ist", sagte Smith. "Obwohl viel darüber gesprochen und berichtet wird, bleibt der Status quo ein weiteres Jahr bestehen."

Die Studie zeigt auch, dass mehr als zwei Drittel der Figuren in Blockbustern männlich sind. Auch die Darstellung der Geschlechter ist sehr unterschiedlich: So läuft eine Frau statistisch gesehen drei Mal eher nackt durchs Bild als ein Mann. Eine Frau oder ein Mädchen wird zudem mit drei Mal größerer Wahrscheinlichkeit als attraktiv oder schön beschrieben als ein Mann.

Auch hinter der Kamera haben Männer weiterhin das Sagen: 81 Prozent der Drehbuchautoren, Produzenten oder Regisseure sind männlich.

Kinofilme hinken damit beim Thema Vielfalt Fernsehserien hinterher: So fand die LGBT-Organisation GLAAD in der aktuellen Version ihres alljährlichen Berichts "Where We Are On TV" (PDF) heraus, dass es 2015 in fiktionalen Serien in den fünf großen Fernsehkanälen 35 LGBT-Figuren gab, die zur Hauptbesetzung gehörten – das entspricht vier Prozent. In anderen Sendern erhöhte sich der Anteil der LGBT-Figuren von 64 im Vorjahr auf 84. Auch der Anteil von Frauen ist im Flimmerkasten höher als in Kinosälen: Bei ABC, NBC, CBS, Fox und The CW machten sie 43 Prozent aus. (dk)

-w-

#1 markusbln11Anonym
  • 09.09.2016, 13:29h

  • Nun, und das ist frau von storch schon zuviel lgbt-anteil.

    Ich erwarte eine gleichberechtigte darstellung, so wie die gelebte realität eben ist. Diese erwartung richtet sich an deutsche rundfunkräte, indentanten, kinobesitzer oder produzenten in den usa gleichermassen.

    In russland, texas / auf fox news oder mauretanien kann man dann eben die betreffenden passagen rausschneiden.

    Es kann doch nicht sein, dass die vermarktbarkeit im letztem winkel auf erden zur ausblendung von lgbt lebens auf der leinwand und im video führt.
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#2 seb1983
  • 09.09.2016, 15:26h
  • Antwort auf #1 von markusbln11
  • Die Produktionskosten für viele Filme sind inzwischen dermaßen astronomisch dass der Misserfolg eines einzigen Filmes ein Studio an den Rand des Ruins bringen kann wie Boing ein verpatzter Modellanlauf..
    Es mag unschön sein, aber es ist zumindest nachvollziehbar dass da in der Regel so wenig Risiko eingegangen werden soll wie möglich.
    Wer pleite ist an den kann man auch keine Erwartungen mehr richten.

    TV Produktionen sind da viel freier, die Kosten sind niedriger. Funktioniert etwas nicht wie gewünscht wird die Serie wieder eingestellt, Charaktere fallen weg oder werden umgeschrieben.

    Im gebührenfinanzierten deutschen TV könnte man auf das alles quasi sch..., aber innovative Sendungen waren hier ja schon immer Fehlanzeige, Dynasty gegen Schwarzwaldklinik, Großstadrevier gegen Akte X, Big Bang Theorie gegen Um Himmels Willen, etc etc etc. jedes Jahrzehnt zum heulen
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#3 Carsten ACAnonym
  • 09.09.2016, 15:27h
  • Ja, mittlerweile ist das Fernsehen weiter als Hollywood.

    Wobei man auch dazu sagen muss, dass es z.B. in der britischen und französischen Filmlandschaft ganz anders aussieht. Und auch in amerikanischen Independent-Filmen.

    Das ist wirklich ein reines Hollywood-Problem.
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