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Katholische Kirche
Kardinal: Pornos machen schwul

Pornofilme, hier ein Beispielbild aus "Penance" (Buße), sollen nach Ansicht des Kardinals gute Heten zu bösen Schwulen machen… (Bild: Bulldog)
- 12. September 2016, 15:42h 2 Min.
In Münster bekräftigt der Papstvertraute Óscar Rodríguez Maradiaga ausgerechnet vor Schülern, dass Gott alle Menschen als Heterosexuelle geschaffen habe.
Der honduranische Kardinal Óscar Rodríguez Maradiaga hat am Freitag vor Schülern des Bischöflichen Mariengymnasiums in Münster behauptet, dass niemand als Homo- oder Transsexueller das Licht der Welt erblickt, sondern durch schlechte Einflüsse dazu gemacht werde. Wie die Online-Plattform des Bistums Münster berichtet, erklärte der Erzbischof von Tegucigalpa: "Kein Mensch wird homosexuell geboren". Weiter sagte der 72-Jährige: "Jeder wird als Mann oder Frau geboren, um den anderen zu lieben – das ist Gottes Plan."
Homosexuell werde man erst durch negative Einflüsse in der kindlichen und jugendlichen Entwicklung, so der Kardinal. Er nannte drei Voraussetzungen für den Verlust der Heterosexualität: "Missbrauch, Vernachlässigung oder Pornografie können eine andere Orientierung bewirken."
Die (heterosexuelle) Sexualität sei aber ein "Geschenk Gottes", das kein Hobby sein solle, meinte der Kardinal. Niemand solle sich zum Sklaven von sexuellen Gefühlen machen. Regenbogenfamilien erteilte er eine deutliche Absage: "Wer Vater und Mutter sein will, handelt nach dem Plan Gottes."
Maradiaga lehnt auch Frauen im Priesteramt ab
Bei dem Besuch lehnte Maradiaga auch eine bessere Stellung von Frauen in der katholischen Kirche kategorisch ab: "Wenn Gott gewollt hätte, dass Frauen Priesterinnen werden, dann hätte er die Gottesmutter Maria, die heiligste aller Frauen, zur ersten Priesterin gemacht", sagte der 72-Jährige.

Óscar Rodríguez Maradiaga wurde 2001 zum Kardinal ernannt (Bild: flickr / Christoph Müller-Girod / cc by 2.0)
Kardinal Maradiaga ist Mitglied des neunköpfigen Kardinalsrats, einem päpstliches Beratergremium zur Reform der Leitung der römisch-katholischen Kirche. Außerdem war er von 2007 bis 2015 Chef der Dachorganisation Caritas Internationalis. Er gehört damit zu den einflussreichsten Würdenträgern in der katholischen Kirche.
Maradiaga profiliert sich innerkirchlich insbesondere mit seinem Kampf gegen die Armut. Viele seine Äußerungen sind aber hoch umstritten: So erklärte er 2009 in einem französischen Magazin: "Der Gebrauch von Kondomen verhindert die Übertragung von Aids nicht." Dabei ist HIV in seinem Heimatland ein großes Problem: In Honduras werden 60 Prozent der HIV-Infektion in Mittelamerika gemeldet, obwohl das Land nur 17 Prozent der Bevölkerung beherbergt.
Der Erzbischof von Tegucigalpa sorgte auch für Schlagzeilen, als er Berichte über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche als jüdische Weltverschwörung darstellen wollte. Er warf pauschal Juden vor, die Berichte in den Medien aufbauschen zu wollen, um vom israelisch-palästinensischen Konflikt abzulenken. Jüdische Organisationen verurteilten die Äußerungen als antisemitisch. (dk)














