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Kommentare zu:
Jung und queer in Havanna


#1 Miguel53deProfil
  • 14.09.2016, 07:33hOttawa
  • Das bewegt mich natuerlich sehr, denn ich kenne Havanna mehr als gut. Auch, wie das so ablaeuft mit den Jungs und der Suche nach Geld. Aber auch nach Vergnuegen, nach der naechsten geheimen Party irgendwo, zu der man Fahrgelegenheiten brauchte.

    Ebenso kenne ich Jugendliche aus zerrissenen Familien. Scheidung ist so einfach. Eine neue Ehe auch. Auch wunderbare Familien kenne ich. Mit zweien bin ich seit langem befreundet. In Havanna, wie in Santiago.

    Einen Travestie-Kuenstler kannte ich, der zugleich der gewaehlte Volksbeauftragte seines kleinen Wohnbezirkes war. Von Allen respektiert. Einen Freund hatte ich, der am beruehmten Schwulenstrand von Havana Del Este, Mi Cayito, sein Geld zu machen suchte. Spaeter lernte ich auch seine Frau und seinen Sohn kennen, den er, als er dann 18 war, in diesen "Beruf" einfuehrte. Was ich als tragisch empfand.

    Ebenso habe ich die Polizei erlebt. Ihre Belaestigung der Schwulen am Cine Yara, der Avenida 23, genannt La Rampa oder unten am Malecon. Auch brutale Uebergriffe auf Schwule seitens der Polizei habe ich mehrfach erleben "duerfen".

    Um so mehr bin ich gespannt auf diesen Film und hoffe, ich bekomme ihn hier in Kanada zu sehen.
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#2 GeorgGProfil
  • 14.09.2016, 09:34hBerlin
  • Havanna war vor der Revolution Fidel Castros der Puff für die spießigen Amerikaner. Damit hat Castro aufgeräumt und den Cubanern ihre Würde zurück gegeben.
    Jetzt befindet sich das Land wieder in einem Umbruch. Der Kapitalismus hält Einzug und wird erst einmal bejubelt. In diesem Zusammenhang wird Havanna wieder ein Riesenbordell für Amerikaner, Deutsche und andere werden.
    Aber, wie haben es schon die Ostdeutschen nach der Wende erfahren? Hinterher ist man klüger...
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#3 LGBTRightsAnonym
  • 14.09.2016, 09:53h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Da malt aber einer in den düstersten Farben! Kuba, die Heimat von Laufstegtrainer Jorge Gonzalez und des Salsa sowie des Buena Vista Social Club, über den Wim Wenders 1999 eine Doku drehte.

    Sicherlich hat Kuba auch unschöne Seiten, denn am meisten verbindet man mit der Insel natürlich auch das Gefangenenlager Guantanamo.

    Um sich jedoch ein eigenes Bild zu machen, sollte man (sofern es die Geldbörse zuläßt) einmal selbst dort Urlaub machen! Außerdem ist Havanna mehr als nur die Hauptstadt sowie eine Zigarrenmarke; vielleicht änderst Du ja dann Deine Meinung!
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#4 LarsAnonym
#5 Miguel53deProfil
  • 15.09.2016, 07:15hOttawa
  • Antwort auf #4 von Lars
  • Danke. Inzwischen habe ich irgendwo gelesen, dieser Strand Mi Cayito sei von Polizisten bewacht. Aber nicht, um VOR Schwulen zu schuetzen. Vielmehr, UM Schwule zu beschuetzen. Auch kubanische Schwule. Das waere dann doch ein gravierender Unterschied zu damals, wo ich dort beklaut worden bin, einen Dieb fassen konnte, die Polizei sich aber nicht dafuer interessierte.

    Andere Kubaner halfen mir und wir fanden praktisch alles wieder, bis auf 10 Dollar.

    Vor allem aber ein Unterschied zum damaligen Umgang der Polizei mit Schwulen. Obwohl das ja gesetzlich nicht verboten war. Doch gerade und ausgerechnet der so hochgeruehmte Che Guevara war extrem homophob und war an der Verfolgung sehr persoenlich beteiligt. Nicht wenige Kubaner waren der Meinung, Che habe damit seine eigene Neigung verbergen wollen. Wie so oft.

    Uebrignes war ich auch mit den kubanischen Hochspringern verbunden. Fuer die Weltklasse-springerinnen Silvia Costa und Ioamnet Quintero war ich ebenso Dolmetscher fuer Presse und TV, wie fuer Weltrekordler Javier Sotomayor. Immer bei einem internationalen Hochsprung-Meeting, an dessen Organisation ich fuer den Sponsor beteiligt war.

    Spaeter habe ich dann auf Einladung des Trainers die beiden Damen beim Training im Stadion in Havanna begleiten duerfen und dann auch beim ersten "Panamerikanischen Leichtathletik-Meeting" im Fruehjahr 1997. Da durfte ich die Wettbewerbe, gespickt mit zahlreichen Olympiasiegern, direkt aus dem Stadionrund verfolgen und musste nicht auf die Tribuene.

    Mit Allen war ich dann auch essen. Mit Sotomayor in Deutschland, nach einem grossartigen Wettkampf. Mit den Springerinnnen und dem Trainer in Havanna, nach dem Training.

    Das waren schon hoch interessante Zeiten.
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