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Solidarität mit Jan Böhmermann

Wirbel um Banane in Erdogans Po


Geniale Satire, bitterböse Beleidigung oder homophobe Geschmacklosigkeit? Thomas Baumgärtels neuestes Werk sorgt für heftige Diskussionen (Bild: Thomas Baumgärtel)

Wegen seiner jüngsten Ausstellung im Kunstverein Langenfeld wird der als Bananensprayer bekannte Künstler Thomas Baumgärtel bedroht.

Der als Bananensprayer bekannte Kölner Künstler Thomas Baumgärtel sieht sich von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bedroht. Baumgärtel stellt seit dem letzten Wochenende im Kunstverein Langenfeld aus und zeigt dort unter anderem ein Bild Erdogans in gebückter Haltung mit einer knallgelben Banane im nackten Po.

Er habe daraufhin wüste Beschimpfungen und Gewaltandrohungen erhalten, erklärte Baumgärtel gegenüber verschiedenen Medien. Erste Gespräche mit der Polizei habe er bereits geführt. Nach der Böhmermann-Affäre und der Diskussion darüber, was Kunst darf und was nicht, habe er zeigen wollen, "wie man es nicht machen sollte", sagte Baumgärtel gegenüber der "Rheinischen Post".

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Solidarität mit Jan Böhmermann

Mit dem Bild habe er sich mit Jan Böhmermann solidarisieren wollen, dessen "Schmähgedicht" auf Erdogan im April zu einer Klage des türkischen Präsidenten und zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Deutschland und der Türkei führte – in Böhmermanns Satire war der Staatschef u.a. als schwuler Ziegenficker dargestellt worden, der Kinderpornos schaut. "Ich wollte zeigen, was wirklich unter die Gürtellinie geht", meinte Baumgärtel, der mit der Veröffentlichung zunächst zögerte.

Den Ausschlag für den Schritt in die Öffentlichkeit gaben erst die massenhaften Verhaftungen in der Türkei und die Rufe nach Wiedereinführung der Todesstrafe auf einer Pro-Erdogan-Demonstration in Köln. "Ich habe immer so gearbeitet und fühlte mich schlecht, weil ich mich so etwas nicht mehr traute", erklärte Baumgärtel gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Eine Anzeige gegen den Künstler liege bislang nicht vor, erklärte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegenüber der "Rheinischen Post". Baumgärtel ist für seine Bananen-Graffiti bekannt, die er weltweit an den Eingängen von Galerien und Ausstellungshäusern anbringt. Die Ausstellung im Kunstverein Langenfeld widmet sich seinen politischen Arbeiten, sie ist dort noch bis zum 6. November 2016 zu sehen. (cw/ots)

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#1 GeorgG
  • 15.09.2016, 14:52hBerlin
  • "habe er mit seinem Bild zeigen wollen, "wie man es nicht machen sollte", sagte Baumgärtel"

    Diese Aussage ist natürlich Quatsch. Dieser "Künstler" fürchtet die Rache von frommen Moslems.

    Aber was er erreichen wollte, hat er geschafft: Er ist im Gespräch und seine "Kunstwerke" verkaufen sich dadurch besser.
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#2 PeerAnonym
  • 15.09.2016, 16:06h
  • Kunstfreiheit ist (wie alle Freiheitsrechte) immer schon ein Dorn im Auge totalitärer Geister gewesen.

    Und bei Satire kommt noch dazu, dass sie das nicht verstehen.

    Umso wichtiger, dass gerade die Politik demokratische Freiheitsrechte verteidigt und nicht (wie unsere schwarz-rote Bundesregierung) die Gegner auch noch hofiert und als deren fünfte Kolonne agiert.
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#3 MichaelTh
  • 15.09.2016, 16:13h
  • "Denkt den niemand an die Bananen? Die armen Bananen, die müssen doch geschützt werden!"
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