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Kommentare zu:
Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul


#1 Sabelmann
  • 28.09.2016, 16:42h
  • Sehr schön!Wieder eine Sportart mit "Leithammel"!
    Vielleicht klappts ja auch mal mit eiem Cop!
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#2 GaySportsManAnonym
  • 28.09.2016, 20:52h
  • Herzlichen Glückwunsch zum Coming-Out, Brian! Die Zeit, daß sich in Deutschland endlich auch mal ein Profifußballer sagt "ICH BIN SCHWUL UND DAS IST AUCH GUT SO!" ist überreif und ich hoffe, daß in diesem Jahr noch eine Sportler/Sportlerinnen aus dem Schrank kommen!
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#3 Danny387Profil
  • 28.09.2016, 22:49hMannheim
  • Wie sagte Conchita Wurst vor nicht allzu langer Zeit? "We are unstoppable!"

    Glückwunsch zum Outing, Brian!!! Ich bewundere Deinen Mut!
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#4 Homonklin44Profil
  • 29.09.2016, 11:05hTauroa Point
  • Ein bisschebn kenne ich das ja. Zwar aus der Surfer-Szene, aber viele von denen skaten selbst oder Longboarden, Snowboarden im Winter, und in allen diesen Sport-Szenen grassiert dieselbe unterschwellige Homophobie, mal mehr, mal weniger offensichtlich.
    Ich glaube, das liegt daran, dass Sport und Privatsphäre völlig unterschiedliche Ebenen sind, und Sport sehr mit heteronormativen Akzenten bestellt ist.
    Andererseits vielleicht vice versa liegt es daran, dass das Bild, was die Gesellschaft und die Sportwelt von Schwulen hat, so völlig einseitig und Klischee-behaftet ist, dass es schon annervt!

    Leute können sich oft nicht vorstellen, dass auch ein Schwuler einfach gern Sport macht, und sich eben gerade nicht beim Balett oder Eiskunstlauf und Geräteturnen austobt, oder bei solchen Sportarten, wo man möglichst viel Haut sieht und ausgebeulte Badehöschen. Das scheint da ein Problem zu sein, und man sollte mal das Schwulen-Image kräftig erweitern.

    Ich geh nicht nur surfen bzw. Longboard fahren usw. aber finde halt auch andere Surfer und Kiter attraktiv. Das ist extrem schwierig in der Szene, und dass man da "verängstigt" aufwächst, oder auch gehemmt wird, kenne ich als ganz normal. Mir sind außer über eine Online-community speziell dafür
    www.gaysurfers.net
    auch nie andere Gays unter Surfern, Skatern oder Boardern die ich jetzt so kenne, aufgefallen. Wenn es die gibt, sind sie wahrscheinlich ebenso sensibilisiert und gehemmt, was ihre Orientierung angeht, wie Anderson das beschreibt.

    Wenn die Karriere im Pro-Sport davon abhängt, wer von privaten Lebensbereichen Kenntnis hat oder auch nicht, überlegt man es sich ganz genau, wem gegenüber man sich offenbart. Wenn man seine Freunde, seine Clique und seine Umgebung harmonisch erhalten will, gleich nochmal.

    Ob sich einer outet oder nicht ist dann seine persönliche Entscheidung. Wenn es zum gesellschaftlichen "Daumen runter" oder zum Raus aus der Szene kommt, darf man sich hinterher aber auch nicht beklagen.
    Was hat es im Sport verloren, wie einer tickt oder welche Partner er bevorzugt?
    So rum denke ich, aber bewundere andererseits den Mut dieser Leute, die ihren ganzen sozialen Kreis auf's Spiel setzen, damit die Welt von ihrer Orientierung erfährt.
    Für mich wär's nie was. Auch wenn man mich dann Feigling schimpft oder sonst was Schroffes von der zuweilen fast militanten CO-Bewegung kommt.
    Ich habe oft genug sämtliche Bekannten verloren und meine heutige Clique behalte ich.
    Jeder hat die Möglichkeit, seine Geheimnisse bei sich zu behalten. Davon mache ich Gebrauch.

    Cops machen auch gern Sport, klar. Sind nicht von ungefähr häufig fit wie der Turnschuh, die Jungs. Soll ja auch Cops geben, die selber skaten
    Brian könnte ja auch noch mal umsatteln und sich einen Netten bei der Polizei angeln, oder einen Freizeit-Fetisch-Cop.
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#5 Schmäh den AustAnonym
#6 ursus
  • 29.09.2016, 15:09h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • "Ich glaube, das liegt daran, dass Sport und Privatsphäre völlig unterschiedliche Ebenen sind, und Sport sehr mit heteronormativen Akzenten bestellt ist."

    merkst du, dass du dir in einem satz selbst widersprichst? gälten gleiche standards für schwules und heterosexuelles "privatleben", dann hätte auch heteronormativität im sport keinen raum. die betrifft nämlich - überraschung! - nur das "privatleben".

    "Wenn es zum gesellschaftlichen "Daumen runter" oder zum Raus aus der Szene kommt, darf man sich hinterher aber auch nicht beklagen."

    doch, darf man. sollte man. muss man.

    es sei denn, man pflegt gern die zutiefst homofeindliche haltung, schwule seien an ihrer diskriminierung selbst schuld, weil schwulsein ja ein "geheimnis" sein und auch bleiben solle, während sich gleichzeitig kein einziger hetero gedanken machen muss, was er über sein privatleben sagt oder nicht.

    und schon wieder stänkerst du gegen die "militante CO-bewegung". erde an homonklin: das coming-out ist der existenzkern unserer bewegung. leute, die sich verstecken, bewegen nämlich nichts, sondern sorgen dafür, dass alles bleibt, wie es ist. ohne coming-out gibt es keine bewegung.

    versteck dich ruhig, wenn du damit besser klarkommst als mit einem offenen leben. das kann ich akzeptieren. ich werde aber nicht akzeptieren, dass du hier immer wieder gegen diejenigen anstänkerst, die ein offenes leben für die bessere alternative halten und diskriminierung nicht als naturkonstante hinnehmen wollen.
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#7 Nun jaAnonym
  • 29.09.2016, 16:02h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • " Ich habe oft genug sämtliche Bekannten verloren und meine heutige Clique behalte ich."

    Da fragt man sich doch, ob Du vielleicht einen Hang hast, Dir seltsame Bekannte auszusuchen.
    Spätestens wenn mir das einmal passiert ist, was jedem passieren kann, würde ich doch neue Bekanntschaften dahingehend abklopfen...
    Und auf weitere homophobe A...löcher dankend verzichten.
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#8 Alice
  • 29.09.2016, 17:33h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • "ich werde aber nicht akzeptieren, dass du hier immer wieder gegen diejenigen anstänkerst, die ein offenes leben für die bessere alternative halten und diskriminierung nicht als naturkonstante hinnehmen wollen."
    das macht er hier doch nicht, 'Anstänkern' meine ich. Er erklärt nur warum so viele Sportler*innen sich offensichtlich nicht outen (wollen, können, trauen).
    Ja es gehört zu unserer Bewegung, das Sichtbarwerden, denn wer's nicht tut unterstützt die "Anderen" - ist wie bei den Wahlen.
    "Entscheiden sich er aber selber muss." ;-)
    However:
    Offensichtlich ist aber, dass die Meisten nicht ihre sexuellen Vorlieben vorzeigen müssen: Jedoch die dann automatisch angenommene Orientierung wird ja auch nicht von bestimmten Gruppen verfolgt und es wird sich auch nicht vorgestellt WAS genau dann sexuell WIE gemacht wird - Was Heterosexuelle miteinander "treiben" muss sich ja nicht unbedingt von homosexuellen Praktiken unterscheiden !!
    Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wird sehr schnell an Sexpraktiken gedacht - etwas das Heteros offensichtlich sehr interessiert.
    Gut, dass viele (queere) Filme dieses visuell näher bringen und so dringend (be)nötige Aufklärung nachholen.
    Ein Lied dazu:

    www.franzdorfer.com/a/auf-auf-zum-froehlichen-jagen

    Man ersetze im Liedtext jagen durch blasen - klingt doch gleich viel netter.
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#9 ursus
  • 29.09.2016, 18:14h
  • Antwort auf #8 von Alice
  • "das macht er hier doch nicht, 'Anstänkern' meine ich. Er erklärt nur warum so viele Sportler*innen sich offensichtlich nicht outen (wollen, können, trauen)."

    ich hatte die für mich problematischen passagen doch extra zitiert. ich glaube nicht, dass das wort "militant" vor der unsinnigen formulierung "CO-bewegung" (als gäbe es eine ebenso berechtigte alternative, etwa die "anti-CO-bewegung") positiv gemeint war. für mich klingt das nach stänkern. siehst du es anders?

    und wer behauptet, über diskriminierung dürfe (!) man sich "nicht beklagen", wenn man sich in einem homofeindlichem umfeld outet, der untergräbt unser anliegen, offen zu leben, statt es zu fördern. das ist die klassische schuldumkehr des schwulen selbsthasses.

    er gibt sich auch nicht damit zufrieden, einfach nur zu erzählen, weshalb er selbst nicht offen leben kann oder will. das wäre völlig okay. er muss immer wieder klarstellen, wie unangemessen es doch ganz generell sei, mit kolleg_innen oder mit-sportler_innen über das eigene "privatleben" zu reden, als unterliege dieses einer art natürlicher geheimhaltungsplicht.

    nein, das ist nicht einfach eine "erklärung", weshalb offenheit manchmal schwer fältt. für diese erklärungen hätte ich jedes verständnis. das ist ein mehr oder weniger subtil aggressives agieren gegen diejenigen, die offener leben können als er selbst.

    es ist übrigens nicht das erste mal, dass solche töne von seiner seite kommen.
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#10 TheDeadAnonym
#11 bdssAnonym
#12 Homonklin44Profil
  • 30.09.2016, 12:57hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Also ich sehe nicht, wo ich gegen jemand "anstänkere", wenn ich die Tatsache schildere, dass so einige Leute der CO-Bewegung ein fast schon militantes oder auch missionarisches Verhalten darin auffahren, Leute, die ihr Schwulsein für sich behalten, davon zu überzeugen, dass sie ihren Sozialkreis loswerden sollen, wenn darin latent homophobe oder auch offen homophob Eingestellte vorkommen.

    Das wird man von mir auch wieder lesen dürfen, weil's mir einfach auffällt. Genausogut könnte ich den Pro-CO-Freunden ankreiden, bitte nicht immer Leute, die wählen, sich nicht zu outen, irgendwelche tiefenpsychologischen Unterstellungen vorzuwerfen oder sie als "Versteckte" zu bezeichnen, oder mit Mutmaßungen bezüglich psychischer Negativeigenschaften zu behängen.
    Aber ich mach's nicht. Weil jeder so leben soll, wie's ihm am besten gelingt.

    So, wie das, was Du nicht akzeptieren kannst, auch Deine Sache ist. Ich kann damit leben, dass Du's aus Deiner Position nicht kannst. Ich muss damit leben.

    Schön wär's,wenn man sich Freunde nur aussuchen könnte wie im Supermarkt Müslisorten. Aber das Leben ist kein Ponyhof! ... ja ja. Man trifft dann angeblich nur die "falschen Leute",oder wie noch Jemand nach Dir schreibt,'seltsame' Bekannte - so sehen das wohl die, welche in der rosa Brillen-Welt zuhause sind. Als könne man sich den Umgangskreis nur so heraus picken.
    Nein, im realen Leben hast Du immer ein kunterbuntes Gemisch aus Menschen mit Meinungen, Ansichten, Einstellungen, Haltungen. Du kannst sie Dir nicht schmackhaft zurechtbiegen a'la okay. alle, die Schwule okay finden, bleiben, und alle anderen müssen deswegen gehen, wenn sie's nicht akzeptieren.

    Zuletzt kann man's vielleicht hinnehmen, dass es Menschen gibt, die Akzente an einem nie akzeptieren können, aus zig verschiedenen Gründen. Wo es um Akzente geht, von denen sie nie erfahren müssen (da Privatangelegenheiten). Ich bin mir fast sicher, dass auch Dein sozialer Kreis Leute beinhaltet, die eben nicht ihr gesamtes Dasein wie ein gläsernes Schaufenster vor Dir ausbreiten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man das von Bekannten erwarten will.

    Mit so einem Plan läuft man dann relativ vereinsamt durch die Welt, denn die latent homophoben Ansichten sind in der Sportwelt erhöht, aber in der allgemeinen Welt doch auch überall vorhanden. Viele sind sogar offen homofeindlich, es ist in den Kreisen,zu denen die gehören, das Gängige. Ja leider, klar. Man kann nicht hingehen und sagen, hör mal, entweder dein Gehirn wächst bis nächste Woche um 10 Verständnisebenen nach, oder du bist nicht länger mein Kollega.

    Die aus so einer Sicht "falschen" Leute hat man aber immer mit da drin, seien sie nur wiederum Freunde der Bekannten, Verwandte von denen oder verkehren in dem Umkreis, Verein, der Sportwelt hierauf bezogen.
    Man kann sich nicht nur die besten Leute rauspicken und beschließen, nur noch mit denen zu verkehren, die im Kopf weit genug fortgeschritten sind, sogar noch die durchschnittliche Breite Deiner Darmzotten zu akzeptieren, wenn ihnen das auch noch auf die Nase gebunden würde.

    Das Heterosein betrifft die Privatsphäre, oder ob man sie mit Jemand teilen will. Logisch. Die Heteronormativität stellt aber den erkennbaren Mainstream der offen erlebbaren Gesellschaft dar, das, was jedem Blinden mit Krückstock alltäglich ersichtlich ist.
    Und als LGBTIQ-Mensch kann man sich eben nicht in der Weise draußen entfalten, wie das bei den Heteros allgemein selbstverständlich ist.
    Nicht ohne notwendige Abstriche, nicht ohne immer wieder von Abweisung bis Gewalt so Einiges in Kauf nehmen zu müssen.
    Wenn man das versucht, muss man damit rechnen, Repressalien oder auch nur Konter zu bekommen, Kritik und das Risiko zu erhöhen, dass man Schaden erleidet.
    Seine Karriere im Sport fahrlässig gefährdet, das kommt dann dabei heraus. Warum hat sich Brian Anderson wohl erst jetzt zugetraut, ein Outing zu vollziehen?
    Hätte er's inmitten seiner Karriere gebracht, wäre er fallen gelasssen worden, wie ein nasser Sack. Entweder man hält den Mund über das Private, oder man ist unten durch.

    Ich kann nicht sagen, dass ich *mich* verstecke. Ich bin sogar ziemlich häufig unterwegs in meiner Welt.
    Es gibt aber auch keine Pflicht, jede Facette der Persönlichkeit vor mir her zu tragen.
    Ich kann aber sagen, dass ein Recht auf Privatsphäre sogar in Gesetzen verankert ist, und es je nachdem, wie und wo man aufgewachsen ist, sich simpel gehört, diese Zone auch bei anderen zu achten.

    Wer sich dem Risiko aussetzen will, von seinen Freunden ( manche Leute hängen immerhin noch an Menschen oder empfinden auch über die Schwelle des latent Homophoben hinweg etwas für sie ) raus gekickt zu werden, soll das von mir aus machen. Vielleicht ist das noch nicht mal dem aufgelabelten Selbsthass-Komplex zuzuordnen, wenn man sich das eben auch noch gefallen lässt, sondern eine Art moderner Masochismus, wer weiß.
    Wer wider besserem Wissen das Risiko eingeht, muss aber mit den unter Umständen unfeinen Konsequenzen umgehen können.
    Das meine ich mit -> dann hat man selbst Schuld und sich den Sozialkreis selbst kaputt gemacht.

    Im Sport geht es doch meist um den Sport und Partizipation, Wettbewerb, das Interesse, das man teilt. Wer sich wen gern als Partner aussuchen würde, hat für bessere sportliche Érgebnisse, das Training oder die Auswahl der Sportgeräte keine Relevanz.
    Muss man das wirklich in jede Ecke des Daseins hinaus posaunen?

    Kreise, in denen Respekt vor Privatem niemand mehr interessiert, oder wo diese Manieren verloren gegangen sind, darf es doch geben. Scheint ja ganz modern geworden. Man muss sich da aber nicht unbedingt blicken lassen. Wenigstens das kann man sich aussuchen.
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#13 Homonklin44Profil
  • 30.09.2016, 13:18hTauroa Point
  • Antwort auf #9 von ursus
  • "" er muss immer wieder klarstellen, wie unangemessen es doch ganz generell sei, mit kolleg_innen oder mit-sportler_innen über das eigene "privatleben" zu reden, als unterliege dieses einer art natürlicher geheimhaltungsplicht.""

    Was ich versuche zu sagen ist, dass es keine Pflicht gibt, irgendwem seine Orientierung mitzuteilen, und jeder das für sich entscheiden muss, ob er das will oder doch lieber nicht -vielleicht weil die Freundschaft oder auch die sportliche Laufbahn ihm wichtiger ist, als das Risiko, seine Kontakte oder auch die Laufbahn verlieren zu können.
    Vielleicht, weil die bisherige Erfahrung damit ihn dazu bewegt, das besser sein zu lassen.
    Vielleicht aus Angst um seine Integration im Verein oder unter seinen Leuten ... diese Angst ist doch nicht illegal. Die kann sehrwohl begründet sein.
    Dass man nicht jeden damit bedrängen muss, wenn man im Falle, dass man sich irgendwann verliebt, als Partner wählen würde.

    Das Privatleben verliert in dem Moment den Privatstatus, wo man es mit Außenstehenden teilt.

    Dass ich das generell für jedermensch so sehen würde, unterstellst Du halt. Was solls, ist ein gewöhnliches Verhalten vieler. Es muss jeder für sich entscheiden, man sollte Leute nicht dazu missionieren oder drängen. Gerade nicht so, indem man sie aufgrund ihrer Entscheidung niederzuschätzen beginnt, weil sie nicht die Wahl treffen, die einem selbst besser gefallen hätte.

    Das 'militant' war tatsächlich nicht positiv gemeint, sondern etwas angenervt davon. Vielleicht hätte 'missionarisch' sich besser gelesen.
    Ich weiß nicht, ob es sowas wie eine Anti-CO-Bewegung gibt, vielleicht bei den AfD-Fritzen, da liest man mal solche Färbungen.

    Vielleicht gibt es einen Raum zum Atmen für solche, die sich ganz legal weder "verstecken" noch "outen" möchten.

    Peace
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#14 ursus
  • 30.09.2016, 15:48h
  • Antwort auf #12 von Homonklin44
  • sichtbar zu sein, auch mit den privaten aspekten, ist ein existenzielles recht, das für alle menschen gleichermaßen gilt. es ist für queere menschen oft riskant, von diesem recht gebrauch zu machen. deshalb gibt es auch keine pflicht, von diesem recht gebrauch zu machen. es ist völlig okay zu sagen: ich will oder kann die risiken nicht tragen.

    es ist für mich aber nicht in ordnung, dieses recht zu banalisieren oder gar zu einer unzulässigen zumutung für die umwelt zu erklären. es ist nicht in ordnung, es hinzustellen, als sei es geradezu unanständig, wenn ich über mein beziehungsleben rede wie das heterosexuelle auch tun.

    kennst du einen einzigen heterosexuellen menschen, der sich darum bemüht, bloß nichts zu äußern, was darauf hindeuten könnte, dass er heterosexuell ist, und der das damit begründet, dass man über private dinge doch schließlich nicht redet?

    ich glaube dir nicht ganz, dass du in einer welt lebst, in der "respekt vor dem privaten" bedeutet, dass niemand einem anderen etwas privates mitteilt. erst recht denke ich nicht, dass eine solche welt erstrebenswert wäre.

    "... sogar noch die durchschnittliche Breite Deiner Darmzotten zu akzeptieren, wenn ihnen das auch noch auf die Nase gebunden würde."

    du suggerierst hier ernsthaft, ein satz wie "ich war gestern mit meinem partner im kino" stehe in einer linie mit "hey, ich erzähle dir mal was über mein darminneres!" ich wiederhole: das ist polemisches stänkern gegen diejenigen, die offener leben als du. anders kann ich es nicht sehen.

    ich könnte jetzt die formulierungen aufzählen, mit denen du wiederum gegen ein offenes leben polemisierst, aber da drehen wir uns nur im kreis.

    "Du kannst sie Dir nicht schmackhaft zurechtbiegen a'la okay. alle, die Schwule okay finden, bleiben, und alle anderen müssen deswegen gehen, wenn sie's nicht akzeptieren."

    bei meinen freund_innen habe ich genau das getan, und es sind genügend übrig geblieben. freundschaft bedeutet für mich nämlich, über die dinge zu reden, die einen bewegen. es bedeutet, dass man einander akzeptiert und einander unterstützt, gerade beim "privaten", und nicht nur über das wetter redet. wenn du diese möglichkeit für dich nicht siehst, dann tut mir das sehr leid für dich. wenn du allein deine erfahrungen zum pessimistischen "so ist das leben nun mal" verallgemeinerst, dann ist das aber falsch.

    "Wer wider besserem Wissen das Risiko eingeht, muss aber mit den unter Umständen unfeinen Konsequenzen umgehen können. Das meine ich mit -> dann hat man selbst Schuld und sich den Sozialkreis selbst kaputt gemacht."

    mein verständnis endet bei "selbst schuld", weil das die täterschaft umkehrt. nach dieser logik wäre sophie scholl "selbst schuld" an ihrer hinrichtung, sie hätte ja wissen müssen, was passiert, wenn man antifaschistische flugblätter verteilt (sieh mal, polemik kann ich auch).
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#15 Sabelmann
#16 SchleicheR74
  • 30.09.2016, 19:59h
  • Danke Brian!
    Ich war der Skaterszene früher schon sehr angetan (eigentlich immer noch) und hab nie verstanden, wieso es keine Gayskater gibt. Der ´Style´ sich zu kleiden gefällt mir heute noch, besonders die Schuhe, bessere gibt´s eh net! :p Ich trag heute noch nichts anderes als Skate-Sneakers *g*

    Wenn Homosexualität bei diesen Sportlern mehr Akzeptanz bekommen würde, würde sich die Situation auch insgesamt verbessern, denn Skatesport und der Lifestyle sind beliebt.
    Ein wichtiges Coming-Out!
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#17 Homonklin44Profil
  • 01.10.2016, 20:35hTauroa Point
  • Antwort auf #14 von ursus
  • Ja, wir haben da thematische Differenzen, die sich nicht ausräumen lassen werden.Ich nenne es mal Weltunterschiede. Die Streitsüchtelei sehe ich nicht, vielleicht ist das eine Sache der Deutung. Ich will nicht mit offen lebenden Schwulen in einen Streit treten, sondern versuche, die ebenso legitime Option, sich eben auch nicht zu 'outen', ohne besondere Gründe dafür zu brauchen. Aber auch jene mit besonderen Schwierigkeiten oder Gründen.

    Weswegen im NS-Reich wahrscheinlich auch nicht allzuviele das Risiko eingingen, verfolgt und hingerichtet zu werden, wenn sie Leuten helfen oder gegen dieses Mördersystem protestieren wollten. Angst, das Leben zu verlieren, ist anscheinend kein Grund dafür, nicht doch zum Helden zu werden. Schön, dass es HeldInnen gab und gibt, schön, dass es offen leben (könnende) Schwule gibt. Für Jedermensch ist das nicht = erfülltes oder zufriedenes, noch nicht mal freies Leben.

    Mir ist wohlbekannt, dass der Trend der jüngeren Generation wohl dahin geht, die gesamte Umwelt mit ihren Privatdetails mehr oder weniger zu überschwemmen. Ich habe hin und wieder Begegnungen mit solchen Zeitgenossen, finde es oft aufdringlich bis unpassend. Meistens sage ich auch gleich Bescheid, ich will die Privatsphäre anderer nämlich auch achten, und die Grenzen des Anstands. Die Zumutung oder nicht Zumutung liegt wiederum beim Einzelnen und dessen Empfinden.

    Deswegen Weltunterschied.

    ""kennst du einen einzigen heterosexuellen menschen, der sich darum bemüht, bloß nichts zu äußern, was darauf hindeuten könnte, dass er heterosexuell ist, und der das damit begründet, dass man über private dinge doch schließlich nicht redet?"

    Ich habe noch nie einen Heterosexuellen kennen gelernt, der sich mir gegenüber als heterosexuell 'outete' a 'la " Hey, ich bin der Sepp, und übrigens, ich bin hetero" oder irgend sowas. Schon komisch, dass die da wenig emanzipiert sind, oder? Ich kenne so einige, wo ich erst nach etlichen Jahren mitbekommen habe, in wen die verliebt sind oder mit wem sie verheiratet sind. Bei mir dauert Kennenlernen ziemlich lange.
    Na, Du musst mir meine Welt nicht glauben - glauben finde ich sowieso nicht besonders, selbst nachsehen wäre besser.
    Da, wo ich die ganze Familie schon kenne, erzählen Einzelne natürlich masl, wir waren mit den Kindern im Kino und haben bei Mac Doof dies und das bestellt.
    Sie würden aber wohl kaum erzählen, ob sie sich anderweitig verliebt haben oder einen Seitensprung mit der und dem vorhaben, oder sonst sowas.
    Diese Dinge laufen zwischen Partner und Partnerin, oder evtl. noch nicht mal da ab. Warum gibt es wohl so viele Eifersuchtsdramen über "die/den Anderen" ?

    Wie oder wie nicht man Freundschaft verstehen mag, hängt auch wieder am Weltunterschied. Was meine Freunde privat machen, ist = none of my business = geht mich nix an. Ebensowenig geht es die was an, was ich privat mache.
    Bei uns wird hauptsächlich über Sport, den Bus, den Camper, das Material oder Orte, wo man bei Welle gut surfen kann, gelabert. Logisch, auch politische Themen, das Wetter ( weil für Surfer ziemlich wichtig, ob Wind und wie heftig, wann und woher er weht ), was aus den Berufen der Leute.Urlaubs-Anekdoten oder vielleicht mal wissenschaftliche Aspekte.
    Jede_r hat aber auch wieder seinen innersten, engsten Kreis oder die Welt der Beziehungspartner*in, die vom weiteren Kreis abgeschlossen funktioniert.
    Dazu gehört eben auch, dass man die Grenzen der anderen nicht übertritt. Für unsere Clique ist das selbstverständlich. Wenn sich da Neue oder Fremde unanständig benehmen, gibt's entsprechend Mecker.

    Ich weiß nicht, wie das bei Deiner Welt läuft, aber klingt für mich eher befremdlich, wenn die einander da so auf die Pelle rücken, oder nur dann akzeptiert sind, wenn sie Dein Privatleben kennen und akzeptieren. Das ist aber Deine Sache, mir wäre es zu begrenzend, ich akzeptiere auch Leute, die nicht jeden Aspekt an mir begrüßen. Zumal das nicht bedeutsam wird, wenn sie den betreffenden Aspekt nie kennen lernen müssen.
    Und in der Sportsfreunde-Szene wäre das auch gar nicht umsetzbar, da vergraulst Du Dir die besten Kontakte mit. Man muss das nicht erst extra herausfordern, wenn man eh schon weiß, was draus folgt.

    Das ist keine pessimistische Aussicht, sondern Kenntnis der Wirklichkeit und Umgang mit den Risiken, die man vermeiden kann.
    Und ja. So ist das Leben.
    Die Träume sind für's Spinnen da, die Welt macht keinen Hofknicks, nur weil's netter wär.
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#18 ursus
  • 02.10.2016, 14:28h
  • Antwort auf #17 von Homonklin44
  • "Ich habe noch nie einen Heterosexuellen kennen gelernt, der sich mir gegenüber als heterosexuell 'outete' a 'la " Hey, ich bin der Sepp, und übrigens, ich bin hetero" oder irgend sowas."

    abgesehen davon, dass heterosexualität ohnehin immer noch als selbstverständlich vorausgesetzt wird, also kein grund für ein solches bekenntnis besteht: das war nicht meine frage. es ging darum, ob heterosexuelle ihre heterosexualität aktiv verheimlichen, weil sie sie für "privatsache" halten. du betreibst hier (leider nicht zum ersten mal) eine strohmann-argumentation, indem du etwas als lächerlich hinstellst, von dem ich überhaupt nicht gesprochen habe.

    "Das ist keine pessimistische Aussicht, sondern Kenntnis der Wirklichkeit und Umgang mit den Risiken, die man vermeiden kann. Und ja. So ist das Leben."

    ein letztes mal: das sind DEINE wirklichkeit und DEIN leben. glücklicherweise ist beides nicht verallgemeinerbar. und es wäre schön, wenn du andere lebensrealitäten zumindest als ebenso real respektieren könntest wie deine eigene.
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