Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=27154
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul


#12 Homonklin44Profil
  • 30.09.2016, 12:57hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Also ich sehe nicht, wo ich gegen jemand "anstänkere", wenn ich die Tatsache schildere, dass so einige Leute der CO-Bewegung ein fast schon militantes oder auch missionarisches Verhalten darin auffahren, Leute, die ihr Schwulsein für sich behalten, davon zu überzeugen, dass sie ihren Sozialkreis loswerden sollen, wenn darin latent homophobe oder auch offen homophob Eingestellte vorkommen.

    Das wird man von mir auch wieder lesen dürfen, weil's mir einfach auffällt. Genausogut könnte ich den Pro-CO-Freunden ankreiden, bitte nicht immer Leute, die wählen, sich nicht zu outen, irgendwelche tiefenpsychologischen Unterstellungen vorzuwerfen oder sie als "Versteckte" zu bezeichnen, oder mit Mutmaßungen bezüglich psychischer Negativeigenschaften zu behängen.
    Aber ich mach's nicht. Weil jeder so leben soll, wie's ihm am besten gelingt.

    So, wie das, was Du nicht akzeptieren kannst, auch Deine Sache ist. Ich kann damit leben, dass Du's aus Deiner Position nicht kannst. Ich muss damit leben.

    Schön wär's,wenn man sich Freunde nur aussuchen könnte wie im Supermarkt Müslisorten. Aber das Leben ist kein Ponyhof! ... ja ja. Man trifft dann angeblich nur die "falschen Leute",oder wie noch Jemand nach Dir schreibt,'seltsame' Bekannte - so sehen das wohl die, welche in der rosa Brillen-Welt zuhause sind. Als könne man sich den Umgangskreis nur so heraus picken.
    Nein, im realen Leben hast Du immer ein kunterbuntes Gemisch aus Menschen mit Meinungen, Ansichten, Einstellungen, Haltungen. Du kannst sie Dir nicht schmackhaft zurechtbiegen a'la okay. alle, die Schwule okay finden, bleiben, und alle anderen müssen deswegen gehen, wenn sie's nicht akzeptieren.

    Zuletzt kann man's vielleicht hinnehmen, dass es Menschen gibt, die Akzente an einem nie akzeptieren können, aus zig verschiedenen Gründen. Wo es um Akzente geht, von denen sie nie erfahren müssen (da Privatangelegenheiten). Ich bin mir fast sicher, dass auch Dein sozialer Kreis Leute beinhaltet, die eben nicht ihr gesamtes Dasein wie ein gläsernes Schaufenster vor Dir ausbreiten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man das von Bekannten erwarten will.

    Mit so einem Plan läuft man dann relativ vereinsamt durch die Welt, denn die latent homophoben Ansichten sind in der Sportwelt erhöht, aber in der allgemeinen Welt doch auch überall vorhanden. Viele sind sogar offen homofeindlich, es ist in den Kreisen,zu denen die gehören, das Gängige. Ja leider, klar. Man kann nicht hingehen und sagen, hör mal, entweder dein Gehirn wächst bis nächste Woche um 10 Verständnisebenen nach, oder du bist nicht länger mein Kollega.

    Die aus so einer Sicht "falschen" Leute hat man aber immer mit da drin, seien sie nur wiederum Freunde der Bekannten, Verwandte von denen oder verkehren in dem Umkreis, Verein, der Sportwelt hierauf bezogen.
    Man kann sich nicht nur die besten Leute rauspicken und beschließen, nur noch mit denen zu verkehren, die im Kopf weit genug fortgeschritten sind, sogar noch die durchschnittliche Breite Deiner Darmzotten zu akzeptieren, wenn ihnen das auch noch auf die Nase gebunden würde.

    Das Heterosein betrifft die Privatsphäre, oder ob man sie mit Jemand teilen will. Logisch. Die Heteronormativität stellt aber den erkennbaren Mainstream der offen erlebbaren Gesellschaft dar, das, was jedem Blinden mit Krückstock alltäglich ersichtlich ist.
    Und als LGBTIQ-Mensch kann man sich eben nicht in der Weise draußen entfalten, wie das bei den Heteros allgemein selbstverständlich ist.
    Nicht ohne notwendige Abstriche, nicht ohne immer wieder von Abweisung bis Gewalt so Einiges in Kauf nehmen zu müssen.
    Wenn man das versucht, muss man damit rechnen, Repressalien oder auch nur Konter zu bekommen, Kritik und das Risiko zu erhöhen, dass man Schaden erleidet.
    Seine Karriere im Sport fahrlässig gefährdet, das kommt dann dabei heraus. Warum hat sich Brian Anderson wohl erst jetzt zugetraut, ein Outing zu vollziehen?
    Hätte er's inmitten seiner Karriere gebracht, wäre er fallen gelasssen worden, wie ein nasser Sack. Entweder man hält den Mund über das Private, oder man ist unten durch.

    Ich kann nicht sagen, dass ich *mich* verstecke. Ich bin sogar ziemlich häufig unterwegs in meiner Welt.
    Es gibt aber auch keine Pflicht, jede Facette der Persönlichkeit vor mir her zu tragen.
    Ich kann aber sagen, dass ein Recht auf Privatsphäre sogar in Gesetzen verankert ist, und es je nachdem, wie und wo man aufgewachsen ist, sich simpel gehört, diese Zone auch bei anderen zu achten.

    Wer sich dem Risiko aussetzen will, von seinen Freunden ( manche Leute hängen immerhin noch an Menschen oder empfinden auch über die Schwelle des latent Homophoben hinweg etwas für sie ) raus gekickt zu werden, soll das von mir aus machen. Vielleicht ist das noch nicht mal dem aufgelabelten Selbsthass-Komplex zuzuordnen, wenn man sich das eben auch noch gefallen lässt, sondern eine Art moderner Masochismus, wer weiß.
    Wer wider besserem Wissen das Risiko eingeht, muss aber mit den unter Umständen unfeinen Konsequenzen umgehen können.
    Das meine ich mit -> dann hat man selbst Schuld und sich den Sozialkreis selbst kaputt gemacht.

    Im Sport geht es doch meist um den Sport und Partizipation, Wettbewerb, das Interesse, das man teilt. Wer sich wen gern als Partner aussuchen würde, hat für bessere sportliche Érgebnisse, das Training oder die Auswahl der Sportgeräte keine Relevanz.
    Muss man das wirklich in jede Ecke des Daseins hinaus posaunen?

    Kreise, in denen Respekt vor Privatem niemand mehr interessiert, oder wo diese Manieren verloren gegangen sind, darf es doch geben. Scheint ja ganz modern geworden. Man muss sich da aber nicht unbedingt blicken lassen. Wenigstens das kann man sich aussuchen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »

» zurück zum Artikel