Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=27154
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul


#14 ursus
  • 30.09.2016, 15:48h
  • Antwort auf #12 von Homonklin44
  • sichtbar zu sein, auch mit den privaten aspekten, ist ein existenzielles recht, das für alle menschen gleichermaßen gilt. es ist für queere menschen oft riskant, von diesem recht gebrauch zu machen. deshalb gibt es auch keine pflicht, von diesem recht gebrauch zu machen. es ist völlig okay zu sagen: ich will oder kann die risiken nicht tragen.

    es ist für mich aber nicht in ordnung, dieses recht zu banalisieren oder gar zu einer unzulässigen zumutung für die umwelt zu erklären. es ist nicht in ordnung, es hinzustellen, als sei es geradezu unanständig, wenn ich über mein beziehungsleben rede wie das heterosexuelle auch tun.

    kennst du einen einzigen heterosexuellen menschen, der sich darum bemüht, bloß nichts zu äußern, was darauf hindeuten könnte, dass er heterosexuell ist, und der das damit begründet, dass man über private dinge doch schließlich nicht redet?

    ich glaube dir nicht ganz, dass du in einer welt lebst, in der "respekt vor dem privaten" bedeutet, dass niemand einem anderen etwas privates mitteilt. erst recht denke ich nicht, dass eine solche welt erstrebenswert wäre.

    "... sogar noch die durchschnittliche Breite Deiner Darmzotten zu akzeptieren, wenn ihnen das auch noch auf die Nase gebunden würde."

    du suggerierst hier ernsthaft, ein satz wie "ich war gestern mit meinem partner im kino" stehe in einer linie mit "hey, ich erzähle dir mal was über mein darminneres!" ich wiederhole: das ist polemisches stänkern gegen diejenigen, die offener leben als du. anders kann ich es nicht sehen.

    ich könnte jetzt die formulierungen aufzählen, mit denen du wiederum gegen ein offenes leben polemisierst, aber da drehen wir uns nur im kreis.

    "Du kannst sie Dir nicht schmackhaft zurechtbiegen a'la okay. alle, die Schwule okay finden, bleiben, und alle anderen müssen deswegen gehen, wenn sie's nicht akzeptieren."

    bei meinen freund_innen habe ich genau das getan, und es sind genügend übrig geblieben. freundschaft bedeutet für mich nämlich, über die dinge zu reden, die einen bewegen. es bedeutet, dass man einander akzeptiert und einander unterstützt, gerade beim "privaten", und nicht nur über das wetter redet. wenn du diese möglichkeit für dich nicht siehst, dann tut mir das sehr leid für dich. wenn du allein deine erfahrungen zum pessimistischen "so ist das leben nun mal" verallgemeinerst, dann ist das aber falsch.

    "Wer wider besserem Wissen das Risiko eingeht, muss aber mit den unter Umständen unfeinen Konsequenzen umgehen können. Das meine ich mit -> dann hat man selbst Schuld und sich den Sozialkreis selbst kaputt gemacht."

    mein verständnis endet bei "selbst schuld", weil das die täterschaft umkehrt. nach dieser logik wäre sophie scholl "selbst schuld" an ihrer hinrichtung, sie hätte ja wissen müssen, was passiert, wenn man antifaschistische flugblätter verteilt (sieh mal, polemik kann ich auch).
  • Antworten » | Direktlink » | zu #12 springen »

» zurück zum Artikel