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Einzelkommentar zu:
Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul


#17 Homonklin44Profil
  • 01.10.2016, 20:35hTauroa Point
  • Antwort auf #14 von ursus
  • Ja, wir haben da thematische Differenzen, die sich nicht ausräumen lassen werden.Ich nenne es mal Weltunterschiede. Die Streitsüchtelei sehe ich nicht, vielleicht ist das eine Sache der Deutung. Ich will nicht mit offen lebenden Schwulen in einen Streit treten, sondern versuche, die ebenso legitime Option, sich eben auch nicht zu 'outen', ohne besondere Gründe dafür zu brauchen. Aber auch jene mit besonderen Schwierigkeiten oder Gründen.

    Weswegen im NS-Reich wahrscheinlich auch nicht allzuviele das Risiko eingingen, verfolgt und hingerichtet zu werden, wenn sie Leuten helfen oder gegen dieses Mördersystem protestieren wollten. Angst, das Leben zu verlieren, ist anscheinend kein Grund dafür, nicht doch zum Helden zu werden. Schön, dass es HeldInnen gab und gibt, schön, dass es offen leben (könnende) Schwule gibt. Für Jedermensch ist das nicht = erfülltes oder zufriedenes, noch nicht mal freies Leben.

    Mir ist wohlbekannt, dass der Trend der jüngeren Generation wohl dahin geht, die gesamte Umwelt mit ihren Privatdetails mehr oder weniger zu überschwemmen. Ich habe hin und wieder Begegnungen mit solchen Zeitgenossen, finde es oft aufdringlich bis unpassend. Meistens sage ich auch gleich Bescheid, ich will die Privatsphäre anderer nämlich auch achten, und die Grenzen des Anstands. Die Zumutung oder nicht Zumutung liegt wiederum beim Einzelnen und dessen Empfinden.

    Deswegen Weltunterschied.

    ""kennst du einen einzigen heterosexuellen menschen, der sich darum bemüht, bloß nichts zu äußern, was darauf hindeuten könnte, dass er heterosexuell ist, und der das damit begründet, dass man über private dinge doch schließlich nicht redet?"

    Ich habe noch nie einen Heterosexuellen kennen gelernt, der sich mir gegenüber als heterosexuell 'outete' a 'la " Hey, ich bin der Sepp, und übrigens, ich bin hetero" oder irgend sowas. Schon komisch, dass die da wenig emanzipiert sind, oder? Ich kenne so einige, wo ich erst nach etlichen Jahren mitbekommen habe, in wen die verliebt sind oder mit wem sie verheiratet sind. Bei mir dauert Kennenlernen ziemlich lange.
    Na, Du musst mir meine Welt nicht glauben - glauben finde ich sowieso nicht besonders, selbst nachsehen wäre besser.
    Da, wo ich die ganze Familie schon kenne, erzählen Einzelne natürlich masl, wir waren mit den Kindern im Kino und haben bei Mac Doof dies und das bestellt.
    Sie würden aber wohl kaum erzählen, ob sie sich anderweitig verliebt haben oder einen Seitensprung mit der und dem vorhaben, oder sonst sowas.
    Diese Dinge laufen zwischen Partner und Partnerin, oder evtl. noch nicht mal da ab. Warum gibt es wohl so viele Eifersuchtsdramen über "die/den Anderen" ?

    Wie oder wie nicht man Freundschaft verstehen mag, hängt auch wieder am Weltunterschied. Was meine Freunde privat machen, ist = none of my business = geht mich nix an. Ebensowenig geht es die was an, was ich privat mache.
    Bei uns wird hauptsächlich über Sport, den Bus, den Camper, das Material oder Orte, wo man bei Welle gut surfen kann, gelabert. Logisch, auch politische Themen, das Wetter ( weil für Surfer ziemlich wichtig, ob Wind und wie heftig, wann und woher er weht ), was aus den Berufen der Leute.Urlaubs-Anekdoten oder vielleicht mal wissenschaftliche Aspekte.
    Jede_r hat aber auch wieder seinen innersten, engsten Kreis oder die Welt der Beziehungspartner*in, die vom weiteren Kreis abgeschlossen funktioniert.
    Dazu gehört eben auch, dass man die Grenzen der anderen nicht übertritt. Für unsere Clique ist das selbstverständlich. Wenn sich da Neue oder Fremde unanständig benehmen, gibt's entsprechend Mecker.

    Ich weiß nicht, wie das bei Deiner Welt läuft, aber klingt für mich eher befremdlich, wenn die einander da so auf die Pelle rücken, oder nur dann akzeptiert sind, wenn sie Dein Privatleben kennen und akzeptieren. Das ist aber Deine Sache, mir wäre es zu begrenzend, ich akzeptiere auch Leute, die nicht jeden Aspekt an mir begrüßen. Zumal das nicht bedeutsam wird, wenn sie den betreffenden Aspekt nie kennen lernen müssen.
    Und in der Sportsfreunde-Szene wäre das auch gar nicht umsetzbar, da vergraulst Du Dir die besten Kontakte mit. Man muss das nicht erst extra herausfordern, wenn man eh schon weiß, was draus folgt.

    Das ist keine pessimistische Aussicht, sondern Kenntnis der Wirklichkeit und Umgang mit den Risiken, die man vermeiden kann.
    Und ja. So ist das Leben.
    Die Träume sind für's Spinnen da, die Welt macht keinen Hofknicks, nur weil's netter wär.
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