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Kommentare zu:
Bad Säckingen: Interkulturelle Woche zensiert schwulen Film


#1 FelixAnonym
  • 29.09.2016, 09:26h
  • Das ist ein Skandal und ein Beispiel für Homohass in Reinkultur!

    Wenn ein Film über die schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Palästinenser nicht zum Thema "Vielfalt" passt, wüsste ich gerne, was deren Meinung nach denn sonst dazu passt.
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#2 myysteryAnonym
  • 29.09.2016, 09:28h
  • Ich glaube, dass diese Posse einen Einblick in die schaurige Zukunft Deutschlands gibt.
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#3 GeorgGProfil
  • 29.09.2016, 09:35hBerlin
  • So, so, Herr Oguz Islam möchte also nicht, dass dieser Film in die Interkulturelle Woche gezeigt wird...

    Und was machen die christlichen Gruppen im Interkulturellen Beirat? Sie gehorchen Herrn Oguz Islam auf's Wort und ziehen den Film zurück.
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#4 GeorgGProfil
#5 JustusAnonym
  • 29.09.2016, 09:38h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Erpressung der türkisch-islamischen Gemeinde

    Nach dem Bericht der Regionalzeitung soll die türkisch-islamische Gemeinde im multikulturellen Beirat mit dem Ausstieg aus der diesjährigen interkulturellen Woche gedroht haben, falls "Out in the Dark" gezeigt werde.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja und?

    Dann lass die doch aussteigen?

    Sind wir schon so weit, dass die "türkisch-islamische" Gemeinde bestimmt, welche Filme in Deutschland gezeigt werden dürfen und welche nicht?

    Mir ist jede Gruppierung, die für Vielfalt werben will, willkommen. Aber es geht nicht, dass die ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen und alles, was ihnen nicht passt, zensieren können.

    Zum Erpressen gehören immer zwei:
    Wenn die "türkisch-islamische Gemeinde" wegen eines Films da aussteigen will und sich komplett zum Narren machen will, ist das deren Entscheidung. Aber deshalb sollten die Organisatoren nicht darauf eingehen...
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#6 Danny387Profil
  • 29.09.2016, 09:51hMannheim
  • Und nach wessen Meinung genau stellt Homosexualität nun eine "Belastung" dar?
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#7 Carsten ACAnonym
  • 29.09.2016, 09:58h
  • Es ist eine Pervertierung der Idee eines Festivals für Vielfalt, wenn man LGBTI-Inhalte zensiert. Dann lässt man es lieber gleich ganz bleiben.

    Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern; die ältere heißt Inquisition.
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#8 GeorgFalkenhagenProfil
  • 29.09.2016, 10:01hBremen
  • Antisemitismus pur! Kein Wunder, dass die Idiotie à la AfD erstarkt. Gute Nacht Deutschland ...
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#9 Dennis
#10 Julian SAnonym
  • 29.09.2016, 10:20h
  • "Weil das Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt sei [...], hätte er sich eine frühzeitige Diskussion gewünscht."

    Was gibt es denn da zu diskutieren?

    Entweder akzeptiert man Homosexualität - dann hat man auch kein Problem, wenn so ein Film gezeigt wird. Oder man akzeptiert das eben nicht.

    -----------------------------------------------------

    "Den Druck der eingestampften Flyer hatte die Stadt übernommen."

    Also bleibt wieder mal der Steuerzahler auf Kosten sitzen, nur weil so ein paar religiösen Fanatikern irgendwas nicht passt und sie die Einspruchsfrist versäumt haben.

    Dann sollten die die eingestampften Flyer bezahlen und niemand sonst.
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#11 myysteryAnonym
  • 29.09.2016, 11:15h
  • Antwort auf #10 von Julian S
  • Vergiss mal nicht die Narren- ääh Religionsfreiheit

    Unmöglich, aber man sieht, dass religiöse Vereine solche "Vielfaltsfeste" meist nur als ihre eigenen Werbeveranstaltungen um mehr Akzeptanz und vor allem Einfluss sehen.

    Anders macht das aber auch gar keinen Sinn, schließlich sind Religionsgemeinschaften in ihrer ureigenen Funktion abschottend und anti-vielfältig.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#12 miepmiep
#13 Foxie
  • 29.09.2016, 11:24h
  • Antwort auf #5 von Justus

  • Seh ich genauso. Vielfalt heißt auch, dass es viele Angebote gibt. Jeder nimmt das an, was zu ihm passt. Jedoch zeigt die dreiste Erpressung, dass es diesem Herrn Islam und seiner Gemeinde nicht um Vielfalt, Akzeptanz, usw. geht. Sondern nur darum, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Und die Beranstalter spielen brav mit.
    Laßt sie doch aussteigen, aber öffentlich und mit Begründung!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#14 dumdumdiddle
  • 29.09.2016, 12:12h
  • Diese Entscheidung ist katastrophal. Eine Reaktion darauf kann meiner Ansicht nach nur ein vollständiger Boykott der Veranstaltung sein. Die dortige muslimische Gemeinde liefert hier leider wieder ein Beispiel dafür, dass sie noch immer nicht unserem Wertesystem angekommen ist. Schlimmer finde ich jedoch, dass sich die Verantwortlichen auf diese Art von Bestechung eingelassen haben. Ich bin wirklich empört.
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#15 AngewidertAnonym
  • 29.09.2016, 12:17h
  • Antwort auf #13 von Foxie

  • Das ist genau die Art von "Compliance" der Veranstaltungsleitung, gegenüber der türkisch-islamischen Gemeinde, die braunem AfD Gesindel Tür und Tor öffnet,sich bei Leuten aus der Community anzubiedern indem sie darauf hinweisen, dass die deutsche Politik dem konservativen Islam nichts entgegenzusetzen bereit ist.
    Wohlweislich verschweigend, dass sie
    a) prinzipiell fie gleiche homofeindliche Ideologie vertreten und
    b) bei christlichen Konservativen eben diese mangelnde Säkularität der deutschen Staates als Kultur des Abendlandes hinstellen.

    Es muss jeder!! religiös motivierten Unterwanderung unserer zivilisatorischen Errungenschaften und der Beinflussung staatlicher Gesetze und Institutionen Einhalt geboten werden. EGAL ob Islam Christentum oder sonstwas.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#16 userer
  • 29.09.2016, 12:19h
  • Antwort auf #13 von Foxie
  • Dass eine islamische Gemeinde die Diskriminierung schwuler Inhalte in Deutschland laut zu fordern wagt, liegt einzig daran, dass sie sich der Unterstützung christlicher Religioten sicher sein kann.

    Wieder einmal marschieren Religionspsychopathen in Reih und Glied gegen Schwule und Menschenrechte.

    Dass das im ultrareligiösen Baden-Württemberg passiert, verwundert mich nicht, ist allerdings wohl auch nur ein Vorgeschmack darauf, was uns in den kommenden Jahren noch so blüht, wenn die SPD nicht endlich wieder rote Farbe bekennt, sondern weiter mit Mutti im Bett rummacht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#17 userer
#18 FOKUSAnonym
#19 AnmerkungAnonym
#20 RalfAnonym
  • 29.09.2016, 13:49h
  • Tja, da hat man sich für die Umdrehung des Mottos entschieden: "Einfalt statt Vielfalt" heißt es jetzt. Wer wie der Multikulturelle Beirat Akzeptanz für Einwanderung und Einwanderer aus fremden Ländern, in denen die Werte der Aufklärung unbekannt sind, erwartet, dabei aber Freiheit und Vielfalt aktiv bekämpft, darf sich nicht wundern, wenn er als Gremium religiös motivierter Intoleranz begriffen wird. Der Beirat verträgt schwule Liebe nicht, und er verträgt sie zwischen einem Israeli und einem Palästinenser doppelt nicht. Sein Weltbild ist ein anderes: Schwule werden nicht akzeptiert, und zwischen Israelis und Palästinensern darf es nur Hass geben. Ein deutlicheres Signal,dass "interkulturell" eben nicht "Vielfalt" bedeutet, kann es kaum geben. Im Gegenteil sehen religiöse Fanatiker aller Couleur Multikulti oder Interkulti als Vehikel, europäische Werte wie freie Entfaltung der Persönlichkeit und pluralistische Gesellschaft auszuhebeln zu Gunsten dumpfer Intoleranz. Religionsfreiheit entwickelt sich immer mehr zur Begründung für Hass auf alle, die sich nicht über Religion definieren und/oder nicht in das Weltbild der altorientalischen Mythen passen, dem christliche und muslimische Fundamentalisten huldigen. Wir sehen das in der hassgeleiteten Gesetzgebung mancher US-Bundesstaaten. Auf dem selben menschenverachtenden Wege befindet sich der Multikulturelle Beirat von Bad Säckingen. Schade, dass der Bürgermeister nicht das Rückgrat hatte, die Veranstaltung zu boykottieren. Das wäre ein starkes und notwendiges Signal gegen politischen Exztremismus gewesen. Und außerdem: Für die türkisch-islamische Gemeinde ist nach eigenem Bekunden Liebe also ein kritischer Punkt, wenn sie sich zwischen Männern abspielt. Für uns hier in Deutschland/Europa ist gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ein kritischer Punkt, der nicht toleriert werden darf. Wer sie praktiziert, hat in einer freiheitlichen Gesellschaft keinen Platz, egal ob Christ, Nazi oder Moslem. Herr Oguz Islam und seine Gesinnungsgenossen können jederzeit in ein Land übersiedeln, in dem es ihnen besser gefällt, z.B. in die Türkei. Aber sie haben, wenn sie in Deutschland bleiben wollen, gefälligst Menschenwürde und Grundrechte zu respektieren und nicht der Disposition ihrer religiösen Ideologie zu unterwerfen. Es ist ein böses Zeichen, dass vor solch wüsten Figuren gekuscht wird.
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#21 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 13:53h
  • ""Grundsätzlich scheuen wir uns nicht, über das Thema Homosexualität zu sprechen", sagte Oguz Islam. Die türkisch-islamische Gemeinde habe deshalb dem Jugendhaus und der regionalen LGBTI-Gruppe Rainbow Stars den Vorschlag einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung gemacht."

    Eine gemeinsame öffentliche Veranstaltung zur Homosexualität. Klingt für mich gut und integrativ.

    Es ist wichtig, diesen konkreten konstruktiven Vorschlag nicht zu ignorieren, dann aber auch ernsthaft aufzugreifen und zu sehen, wie gewissenhaft beide Seiten das betreiben.

    Ziel eines mulitkulturelln Projekts ist ja nicht, sich gegenseitig die jeweilige Behränkteheit vorzuführen um dann unter sich zu bleiben, sondern ins Gespräch zu kommen.

    Insofern hat der Filmvorschag und der anschließende Konflikt etwas bewirkt, was man konsruktiv nutzen kann.
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#22 JadugharProfil
  • 29.09.2016, 14:01hHamburg
  • Wäre in diesen Film ein heterosexuelles Paar in der zentralen Rolle gewesen, dann hatte man diesen Film hochlobend in das Programm aufgenommen.
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#23 LarsAnonym
#24 LorenProfil
  • 29.09.2016, 14:39hGreifswald
  • "Vielfalt statt Einfalt" - ein kurioses Motto für diese Woche der Ausgrenzung in Bad Säckingen, die ich in jedem Fall meiden würde. Die Etikettenschwindler dort zeigen gerade, wie interkulturelle Verständigung nicht vorankommen kann. Man kommt so nicht zusammen, sondern setzt sich auseinander und lässt einige gleich ganz draußen vor der Tür. Übrig bleibt eine Reihe von überwiegend interreligiösen Veranstaltungen, in denen man sich gegenseitiger Wertschätzung versichern kann und sich einig ist im Ausschluss der Homosexualität wie der Lesben und Schwulen.
    Die dürften sich dort ziemlich fremd vorkommen.
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#25 AnmerkungAnonym
  • 29.09.2016, 14:44h
  • Antwort auf #23 von Lars
  • Das ist durchaus richtig, und darum ist es gerade besonders wichtig, dass man Religion jedweder Art nicht als Begründung für kulturell rückständige Forderungen und Verhaltensweisen zulässt.
    Diese Rückständigkeit, die sich eben nicht nur bei "fremden" Kulturen zeigt, ist auch als Solche (Rückständigkeit) zu brandmarken und nicht im Rahmen von sogenanter Religionsfreiheit zu verniedlichen.
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#26 LorenProfil
#27 Marius
  • 29.09.2016, 17:06h
  • Wieder zeigt sich, die Einfalt ist staerker als die Vielfalt...

    Vielfaeltige Einfalt?
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#28 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 17:15h
  • Antwort auf #25 von Anmerkung
  • Kulturell rückständig ist auch eine sehr starke Wertung, keine Begegnung auf Augenhöhe, die ja das Ziel eines interkulturellen Austausches wäre. Damit ruft man auf der anderen Seite nur den Trotz-Reflex hervor: "Ihr wollt uns doch nur wieder kolonialisieren mit Euren westlichen Werten". Tut mir leid, wenn ich hier mal wieder den advocatus dianboli spiele, aber diese Reaktionen und Gegenreaktionen sind ziemlich vorhersehbar.

    Man muss sich überlgen, wen man bei einem gemeinsamen Festival ins Boot holt, aber dann sollte man auch fair blleiben. Es gibt durchaus gute Gründe einen Film nicht zu zeigen, der alle politischen Reizthemen, die in der Realität (!) türkischer und muslimischer Familien emotional sehr stark aufgeladen sind, sehr offensiv benennt. Das ist didaktisch ungeschickt, weil es eine ganze Reihe von Familien davon abhält , das Festival zu besuchen. Was wäre damit gewonnen? Es besteht, wie man aus dem Gesprächsvorschlag sehen kann (und aus der Realität, wenn man mal mit Muslimen und Türken privat über diese Themen spricht) durchaus ein Kommunikationsbedarf, aber auch - und das ist nunmal kultureller Usus - nach Diskretion.
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#29 Reto77
  • 29.09.2016, 17:27h
  • Eine sehr ähnlich gelagertes Beispiel von Homophobie getarnt als Dialogbereitschaft gibt es hundert Kilometer weiter südwestlich, nämlich in Bern. Dort steht das sogenannte Haus der Religionen, dessen erklärtes Ziel es ist, den interkulturellen Dialog zu fördern. Es kam genau so raus, wie jetzt in Bad Säckingen. Offen Schwule dürfen den muslimischen Teil des Hauses nicht betreten, weil unsere Anwesenheit den Islam beledigen würde.

    www.srf.ch/sendungen/dok/imam-von-bern-die-grenzen-der-toler
    anz


    Grundlegende Elemente einer demokratischen Gesellschaft wie der Schutz vor Diskriminierung dürfen keinesfalls dem fanatischen Hass von religiösen Gruppen (Islamisten, Evangelikale, Erzkatholiken, Orthodoxe) geopfert werden. Man hat sowohl in Säckingen als auch in Bern dem Frieden zuliebe die Homophobie einfach unter den Teppich gekehrt. Das ist nicht hinnehmbar.
  • Antworten » | Direktlink »
#30 123456Anonym
#31 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 17:31h
  • Antwort auf #24 von Loren
  • "Die Etikettenschwindler dort zeigen gerade, wie interkulturelle Verständigung nicht vorankommen kann."

    Wäre es um Etikettenschwindel gegangen, dann wäre der Flyer mit der Ankündigung des Films nicht gedruckt worden, sondern man hätte den Film gleich abgelehnt. Ich finde es nicht ratsam,, hier von außen allzu deftige Mutmaßungen über die Intentionen und Gesprächsabläufe anzustellen, zumal es zwischen allen Beteiligten Gesprächsbereitschaft gibt.
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#32 LorenProfil
#33 Erboster UserAnonym
  • 29.09.2016, 17:53h
  • Wenn der Trompeter von Säckingen, der in dieser Stadt mit einer Statue verewigt wurde, hören und sehen könnte, was da abgeht, dann würde er von seinem Sockel steigen und den Verantwortlichen sowie der türkisch-islamischen Gemeinde gehörig den Marsch blasen!
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#34 michael008
  • 29.09.2016, 17:54h
  • Antwort auf #28 von Lars
  • Lieber Lars,

    nenn es rückständig oder beschränkt -- es warst zuerst Du, der von kulturellen Schranken sprach --
    Hier gibt es keine Begegnung auf Augenhöhe.
    Ich kann Kannibalen und Kreationisten auch nicht auf Augenhöhe begegnen.
    Das Ablehnen von homosexuell fühlenden Mitmenschen entspringt einer wie auch immer gearteten Rückständigkeit...das auch bei Menschen aus heimischem Kulturkreis.. und ist inakzeptabel
    Und hier in Bezug auf die türkisch-islamische Gemeinde von gefühlter Kolonalisierung zu sprechen, ist ziemlich daneben. Hier könnte man eher davon sprechen, das das Bad Säckinger Festival durch die Nicht-Westlichen Ansprüche der o.g. Gemeinde kolonialisiert werden soll.
    Auf Erdogansche Vorstellungen von Meinungsfreiheit kann ich verzichten.
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#35 Erboster UserAnonym
#36 userer
  • 29.09.2016, 18:12h
  • Antwort auf #28 von Lars
  • Lars: "'Ihr wollt uns doch nur wieder kolonialisieren mit Euren westlichen Werten'"

    Ihr Verständnis für diese Position spricht Bände.

    Bei Homophobie geht es nicht um die Ablehnung "westlicher Werte", sondern um das Negieren bzw. Vorenthalten von Menschenrechten, die auch und insbesondere von der UNO eingefordert werden.

    Wer sich nicht daran halten will, wie z. B. diese Christen und Muslime in der südwestdeutschen Provinz, muss sich dafür verantworten, ohne sich auf seine Religionspsychopathie zurückziehen zu dürfen.
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#37 Alice
  • 29.09.2016, 18:20h
  • Antwort auf #28 von Lars
  • Ich finde 'superwichtig', dass wir LGBTTIQ endlich akzeptiert werden, dass man uns nicht schief anguckt, ausgrenzt, anspuckt oder verprügelt.
    Ich wünsche das auch allen LSBTTIQ in allen anderen Kulturen!
    Und ich finde es auch wichtig dass nicht eine Kultur, nur weil in ihr LSBTTIQ nicht mehr eingesperrt werden, gleich zur "Einzig Wahren" erklärt wird.
    Kommen anderen Kulturen an uns nicht heran, weil wir sie etwa verprellen, dann können wir die auch nicht mit unseren LSBTTIQ-Vorstellungen befruchten (ähm ich meine nicht die Vorstellungen des (Klapper)Storchs!).
    Es ist doch wie in einer beginnenden Beziehung, würde jede* gleich auf alles was * so will bestehen, dann kann es passieren dass die Beziehung schon zu ende ist bevor sie überhaupt begonnen hat ... und wer weiß vielleicht wäre es DIE Traumbeziehung geworden, bei der jede* am anderen gewachsen ist.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#38 ursus
  • 29.09.2016, 18:30h
  • Antwort auf #28 von Lars
  • mit jemandem, der meine bloße sichtbarkeit schon als unzumutbar begreift, rede ich nicht "auf augenhöhe", selbstverständlich nicht. wie sollte ich das, ohne meine selbstachtung zu verlieren?

    der weiter oben schon verlinkte artikel von schmidt-salomon ist wirklich lesenswert, auch um die hier geschilderte situation einzuordnen:

    "Die offene Gesellschaft geht in ihrer Freiheits­garantie allerdings so weit, dass sie ihren Bürgerinnen und Bürgern das Recht einräumt, auch bestimmte Menschen, zum Beispiel Homosexuelle, als Menschen zu verachten. Doch eine solche Verachtung ist natürlich keineswegs zivilisiert, denn sie widerspricht dem Wesenskern der offenen Gesellschaft. Aus einer freiheitlichen Perspektive muss man daher feststellen: Wer Schwule (aus welchen Gründen auch immer) nicht akzeptiert, sondern bloss toleriert, der vertritt eine Haltung, die ihrerseits bloss toleriert, aber nicht akzeptiert werden kann. Ebenso klar sollte sein: Wer (wie so mancher Fundamentalist) homosexuelle Menschen so tief verachtet, dass er ihre Existenz nicht einmal tolerieren kann, der vertritt eine Haltung, die in einer offenen Gesellschaft nicht einmal toleriert werden darf, sondern mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden muss."

    www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Die-Grenzen-der-Toleran
    z/story/14647491
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#39 ToliAnonym
  • 29.09.2016, 18:36h
  • Antwort auf #5 von Justus
  • "Sind wir schon so weit, dass die "türkisch-islamische" Gemeinde bestimmt, welche Filme in Deutschland gezeigt werden dürfen und welche nicht?"

    Ja selbstverständlich. Aber nicht nur auf Erpressung einer türkisch-islamischen Gemeinde hin, sondern in vorauseilenden Gehorsam, siehe beispielsweise beim Umstand: kein Schweinefleisch in Kantinen, Schulen oder Gefängnissen oder die Selbstkasteiung im Umgang mit Satire und Islam.

    Das ist alles nichts neues und sollte nicht erst auffallen wenn es uns selbst betrifft.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#40 Robby69Ehemaliges Profil
#41 Robby69Ehemaliges Profil
  • 29.09.2016, 18:40h
  • Antwort auf #2 von myystery
  • Wenn diese verdammte Schwulen-Hasser und Neonazis der AfD in Zukunft mit in der Regierung sind auf jeden Fall...
    Und Du kannst sicher sein, dass die homophobe Bundesmutti und ihre Spießgesellen auf mit denen eine Koalition machen werden - nur damit sie "an der Macht" bleiben.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#42 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 18:46h
  • Antwort auf #36 von userer
  • Ich zeige kein Verständnis für diese Position, ich nehme einfach zur Kenntnis, dass es sie gibt. Zum Umgang mit dieser Problematik gibt es einen durchaus ambitionierten, nicht-religiösen, eher psychologischen, praxisgestesten Kommunikationsansatz, der meine Haltung zu diesen Fragen beeinflusst hat:

    www.youtube.com/watch?v=DgaeHeIL39Y

    Ein Problem besteht darin, dass es sich hier im Internet und im politischen Diskurs sehr schlecht über Gefühle, schon gar nicht intime Bedürfnisse kommunizieren lässt. Da liegt m.E. das stete Dilemma beim Dialog über Sexualität und Religion.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#43 LorenProfil
#44 LorenProfil
  • 29.09.2016, 19:42hGreifswald
  • Antwort auf #42 von Lars
  • Ich habe viele Jahre die klientenzentrierte Gesprächsführung von Rogers, auf den sich Rosenberg ja u.a. bezieht, beruflich praktiziert und möchte nur darauf hinweisen, dass es sich um eine aus der Psychologie entlehnte Methode handelt, die eben auf Augenhöhe (und Empathie) basiert. Im politischen Raum -und um den handelt es sich bei diesem Thema- funktioniert das nur dann, wenn kein Machtungleichgewicht zwischen den Parteien herrscht (von wegen Augenhöhe).

    In Bad Säckingen hat die DITIB offenbar eine wichtige Funktion als islamische Gemeinde, die Integrationsarbeit z.B. in der Flüchtlingshilfe leisten soll, aber auch allgemeiner im multikulturellen Beirat.

    www.suedkurier.de/region/hochrhein/bad-saeckingen/Startnumme
    r-S07-Tuerkisch-islamische-Gemeinde-will-Ort-der-Begegnung-s
    chaffen;art372588,8595790


    Die Übernahme solcher Aufgaben in einer Gemeinde ist mit wachsendem Einfluss (Macht) verbunden und es hat den Anschein, als habe der DITIB-Vertreter diese Karte mit seiner Drohung bewusst ausgespielt. Viele Jahre beruflicher Erfahrung mit Menschen in Krisensituationen haben mich gelehrt, zunächst die Ausgangslagen der Konfliktparteien zu analysieren, bevor ich entscheide, wie ich methodisch vorgehe. Im Falle ungleicher Machtverteilung halte ich es für ratsam, bei Grenzverletzungen seitens des "Stärkeren" den "schwächeren" Part zu schützen und den machtvolleren Täter in die Schranken zu weisen. Ein Vorgehen, das ich mir in der Politik übrigens i.allg. häufiger wünschen würde.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#45 LaurentEhemaliges Profil
#46 Roman BolligerAnonym
  • 29.09.2016, 20:33h
  • Multikultureller Beirat?
    Gesponsert von Erdogan? Von den Saudis? Von der Katholischen Kirche?

    Was für ein schäbiges Trauerspiel!
  • Antworten » | Direktlink »
#47 userer
  • 29.09.2016, 20:53h
  • Antwort auf #42 von Lars
  • Es geht im vorliegenden Fall nicht um "Gefühle" oder "intime Bedürfnisse". Es geht nicht einmal um Sexualität.

    Vielmehr geht es um Identität, um Menschenrechte. Es geht um religöse Zensur auf einem säkularen Event, der vermutlich mit Steuergeldern finanziert wird. Und es geht darum, dass Religiöse diese Menschenrechte Schwulen und Lesben absprechen. Dafür können Demokraten weder Verständnis noch Toleranz zeigen. Akzeptanz schon gar nicht.

    Das von Ihnen angesprochene "Dilemma" beim "Dialog über Sexualität und Religion" ist im Übrigen irrelevant für klar denkende Menschen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #42 springen »
#48 Pexx89
  • 29.09.2016, 20:54h
  • Gerade in so einer ländlichen, weitläufigen Gegend (was nicht heißen soll, woanders auch nicht) ist das öffentliche Zeigen, dass es homosexuelle Liebe gibt dringend notwendig.
    Es ist eine Schande, dass dieser Film gestrichen wurde und beweist erneut, wie diskrimierend und homophob unser Land noch immer ist.
    Gibt es ein besseres Thema für eine interkulturelle Woche, als eine verurteilte Liebe zwischen zwei Menschen aus Ländern, die unterschiedlicher kaum sein könnten?
    Schäm dich, Bad Säckingen.
    Wer sich "Multikulturell" nennt, MUSS uns Homos mit in Boot nehmen.
    ... aber ihr wollt euch ja nicht mit uns noch zusätzlich belasten.
    Schönen Dank.
  • Antworten » | Direktlink »
#49 AdamAnonym
  • 29.09.2016, 21:05h
  • Das ist der Friedliche Islam ... Erpressung um das weg zu schaffen was nichts in Weltbild passt ... und betiteln es noch groß mit Vielfalt..

    Es ist schon Lustig wie doch Hass und einfalt als Vielfalt umgedichtet wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#50 IngoAnonym
#51 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 21:11h
  • Antwort auf #44 von Loren
  • Gerade im Dialog zwischen homosexuellen deutsch- und muslimischen türkischstämmigen Deutschen haben wir die kuriose Situation, dass sich beide Seiten als die Minderheit, als die schwächere Seite wahrnehmen und darstellen. Herkunft , Erziehung, Prägung, Religon (oder Nichtreligion) sind Dinge, die man nicht so einfach ablegen kann. Formal man Menschen dazu zwingen, wenn man das Recht auf seiner Seite weiß - ja. Aber damit ist interkulturell noch lange nichts erreicht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #44 springen »
#52 Dont_talk_aboutProfil
  • 29.09.2016, 21:29hFrankfurt
  • Die Entwicklung habe ich schon lange kommen sehen. Die Errungenschaften unserer Community stehen eben im Widerspruch zu der breiten Mehrheitsmeinung in den multikulturellen Verbänden. Diese Widersprüche wird man nicht für immer und ewig totschweigen können
  • Antworten » | Direktlink »
#53 LarsAnonym
  • 29.09.2016, 21:32h
  • Antwort auf #2 von myystery
  • Es ist kein Einblick in die schaurige Zukunft Deutschlands, leidglich in die bedrückende Gegenwart, die mancher vielleicht nicht wahrhaben wollte: In den türkisch-muslimischen und arabischen Communities sind Homophobie und Antisemintismus ein massives Problem, das auch liberale Muslime beklagen. Ich sehe die Zukunft nicht so düster, Anders als noch in jüngerer Zeit werden diese Themen durchaus angesprochen, auch von den gesprächsbereiten muslimischen Communties nicht geleugnet. Mit Conchia Wurst zu sprechen: We are unstoppable. Ehrlich gesagt, sehe ich den Antisemintismus als das größere Problem an, weil es an die politische Lage in Nahost gekoppelt ist ud weil es sich , anders als die Homosexualität, die halt überall vorkommt, viel leichter outsourcen lässt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#54 Alice
  • 29.09.2016, 21:40h
  • Es ist wirklich so, dass man in manchen Situationen aufeinander zugehen muss, man kann - so richtig es auch ist - nicht immer nur seinen eigenen Standpunkt durchsetzen.
    Ich habe "Out in the Dark" mehrmals geguckt und finde ihn toll, auch die Botschaft "wir LSBTTIQ sind keine kulturelle Eigenheit" ist super und gehört in eine interkulturelle Woche.
    Bei einer interkulturellen Woche, wie der Name schon sagt sind mindestens zwei Kulturen beteiligt die etwas zusammen machen wollen, das kann aber nicht von einer Vorstellung dominiert werden wenn der Partner strikt dagegen ist.
    Doch sein Angebot
    '"Grundsätzlich scheuen wir uns nicht, über das Thema Homosexualität zu sprechen", sagte Oguz Islam. Die türkisch-islamische Gemeinde habe deshalb dem Jugendhaus und der regionalen LGBTI-Gruppe Rainbow Stars den Vorschlag einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung gemacht.'
    ist doch wirklich gut.
    Ich vermute mal, dass das deutliche Ablehnen das Interesse an dem Film eher verstärkt hat bzw. erst auf den Film aufmerksam gemacht hat und viele zu der oben angebotenen öffentlichen Veranstaltung gerade deswegen kommen würden.
    Warum es von der türkisch-islamischen Gemeinde (angeblich) so viel Druck gab dass der Film, um den interkulturelle Woche nicht zu gefährden, aus dem Programm genommen wurde, obwohl dieser Film als einziger am 30.09.2016 gezeigt werden sollte (sieh Lorens Kommentar #32), kann ich nur erahnen ... aber das geht mir bei vielen Einstellungen von Katholiken, Evangelen, Baptisten, ... auch so.
    Außerdem vermute ich mal, dass die Filmgegner den Film gar nicht gesehen haben, sondern einer hat erzählt da ginge es wohl um zwei Homos, und alle haben "das geht gar nicht" gerufen
    Umso positiver finde ich das von Oguz Islam gemachte Angebot - und das muss man jetzt auch unbedingt nutzen und pressemitteilungstechnisch rechtzeitig und gemeinsam verkünden.
    Damit ist dann schließlich viel viel mehr gewonnen als wenn so eine interkulturelle Woche platzt.
    Wenn demnächst das gemachte Angebot nicht angenommen und entsprechend beworben wird, dann haben alle die dieses Abmelden des Films als gegen LSBTTIQ gerichtete gemeinsame interkulturelle Aktion begriffen haben, recht.
    Wollen wir alle mal gespannt nach dem 17000 Einwohner*inne großen Bad Säckingen ganz ganz unten im Süden Deutschlands schauen und wie sich das Thema dort entwickelt.
  • Antworten » | Direktlink »
#56 Alice
  • 29.09.2016, 22:02h
  • Antwort auf #50 von Ingo
  • Ergänzung
    Die Tora (jüdisch) verurteilt "Analverkehr zwischen Männern" und fordert die Todesstrafe (Lev 18,22; 20,13)
    20,13 " Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen."
    In 3 Paulusbriefen wird Homosexualität (unter Männern) als Sünde verdammt.

    aber wenn man sich andere Stellen heraussucht, sieht die "Sache" ganz anders aus, man muss auch bedenken, dass das "Zeug" uralt ist und zigmal übersetzt wurde.

    David und Jonathan (wikipedia Bibeltexte zur Homosexualität)
    2" Sam 1,26 EU: Weh ist mir um dich, mein Bruder Jonatan. Du warst mir sehr lieb. Wunderbarer war deine Liebe für mich als die Liebe der Frauen."

    Ist das nicht süß!

    "Wunderbarer war deine Liebe für mich als die Liebe der Frauen.
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#57 johannbAnonym
#58 Alice
  • 29.09.2016, 22:22h
  • Antwort auf #48 von Pexx89
  • Es wäre ein sehr gutes Zeichen gewesen, wenn der Rat sich einhellig _für_ das Zeigen des Films im Rahmen der interkulturellen Woche von Bad Säckingen ausgesprochen hätte.
    Das wir ein "belastendes Thema" für manche sind, wissen wir doch und haben teilweise bitter erlebt wie belastend das Thema wohl sein muss für diese Leute.
    Von dem Film haben jetzt doch viele Bad Säckinger gehört und so mancher guckt ihn sich bestimmt an und einige werden sich fragen (hoffentlich) warum man _deswegen_ das Geld für die gedruckten Faltblätter "aus dem Fenster" geschmissen hat und dass der Film doch auf einer interkulturellen Woche gut platziert gewesen wäre.
    Bad Säckingen die queere Welt (Teile davon) lächelt euch zu.
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#59 TheDadProfil
  • 29.09.2016, 22:28hHannover
  • ""Das Gremium sei sich bei der Entscheidung gegen den Film "einig gewesen", erklärte Pfarrer Winfried Oelschlegel gegenüber dem "Südkurier".""..

    "" "Wir haben die interkulturelle Woche nicht mit diesem zusätzlichen Thema belasten wollen", meinte Oelschlägel.""..

    ""Nach dem Bericht der Regionalzeitung soll die türkisch-islamische Gemeinde im multikulturellen Beirat mit dem Ausstieg aus der diesjährigen interkulturellen Woche gedroht haben, falls "Out in the Dark" gezeigt werde.""..

    Kuck an..
    Wie kommen diese Leute auf die Idee das es einer Beteiligung "religiöser Gruppen" brauchte, um eine "Interkulturelle Woche" zu gestalten ?

    Weil die Leute der Meinung sind, Kultur sei von den "Religionen" abhängig, und ohne diese nicht zu machen ?

    Ein wundervolles Beispiel dafür, wie wenig diese Leute von "Interkultur", von Beziehungen zu und miteinander, und von Integration verstehen und verstanden haben, wenn sie der Ansicht sind, durch den Ausschluß von LGBTTIQ*-Menschen als Thema würden sie beidem dienen..

    Die Tatsache daß das ""Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt sei"" wäre der originäre Grund für das Abhalten einer solchen Woche oder Veranstaltung, denn eine "Interkulturelle Woche" dient dem Austausch von Gruppen untereinander um Verständnis übereinander zu fördern..
    Das nennt sich dann Integration, die, wenn man sie um Akzeptanz erweiterte sogar zur Inklusion würde..

    Was dort abläuft hat mit gesellschaftlicher Förderung gegenseitiger Akzeptanz aber nichts gemein..

    Hier geht es allein um die Selbstdarstellung von Gruppen die sich gegenseitig vorheucheln, sie suchten Verständnis füreinander, und gäben sich deshalb einer Form von "Toleranz" hin..

    Doch Toleranz ist nichts weiter als die Hinnahme von Dingen, die man nicht mehr verbieten und bestrafen kann..
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#60 TheDadProfil
  • 29.09.2016, 22:42hHannover
  • Antwort auf #21 von Lars
  • ""Eine gemeinsame öffentliche Veranstaltung zur Homosexualität. Klingt für mich gut und integrativ.""..

    Als TEIL der "Interkulturellen Woche" sicherlich..

    Aber nicht als Brüh-Würfel..

    Diese Veranstaltung, diese "Interkulturelle Woche" feiert öffentlich die Desintegration durch Ausschluß der gesellschaftlichen Gruppe der LGBTTIQ*-Menschen, was originär den "integrativen Charakter" der Veranstltung ad absurdum führt..

    Hier feiert die Heteronormativität fröhliche Urständ..
    Hier wird die offene Chance integrativ zu wirken mehr als leichtfertig verspielt..
    Anstatt sich mit den Problemen der Gesellschaft zu befassen, die sich hier in Aussagen des Vertreters der türkisch-islamische Gemeinde Oguz Islam das ""Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt"" sei, nicht einmal verbergen..
    Hier wird negiert wo die Punkte die es für Integration zu klären gilt liegen..

    Sie liegen nicht im "Zusammenspiel" der "Religionen", die ganz im Gegenteil das Problem in der Gesellschaft nämlich erst auslösen..
    Sie liegen darin, sich mit den Problemen der Integration nicht befassen zu wollen..
    Denn würde man das, müßte man sich mit der eigenen "Religion" reflektiv kritisch befassen..
    Dazu ist man aber nicht bereit..
    Von keiner Seite..
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#61 GrundrechtenAnonym
  • 29.09.2016, 22:49h
  • Ein Gespräch, bei dem ich vorher weiß, dass mir meine Gesprächspartner*innen meine persönliche Freiheit in einem existenziellen Bereich absprechen werden und davon auch nicht abrücken werden, würde ich nicht führen.

    Ich verstehe nicht, was sich einige der Kommentator*innen davon erhoffen, wenn Schwule und Lesben wieder einmal in der Öffentlichkeit ihre Freiheit gegenüber Menschen rechtfertigen müssen, die ihnen diese Freiheit aufgrund irrationaler Argumente absprechen. Was erhoffen sie sich von einem Setting, dass es wieder einmal so erscheinen ließe, als sei das Recht, schwul oder lesbisch zu leben, eine Sache, bei der man ergebnisoffen über Pro und Contra diskutieren müsse, um sich dann vielleicht bei einem bisschen (natürlich einseitiger) Unfreiheit als goldenem Mittelweg zu einigen? Von einem Setting, das wieder einmal explizite Queerfeindlichkeit als eine von mehreren zu respektierenden Haltungen darstellen würde?

    Soweit ich das sehe, blieb es bei vergleichbaren Veranstaltungen (z.B. mit Vertretern der RKK) immer dabei, dass unsere Freiheit uns weiterhin abgesprochen wurde, man sich aber wider jede Realität als total tolerant feiern ließ. Hui, man hatte den Perversen sogar die Hand gereicht!

    So etwas Ähnliches würde ich auch hier erwarten. Ob es gut ist, miteinander zu reden, hängt für mich davon ab, mit welchen Zielen man in ein Gespräch geht und ob dieses wirklich auf der schon zitierten Augenhöhe stattfindet. In diesem Fall ist die Augenhöhe bereits von der Gegenseite aufgekündigt worden, das Ziel völlig unklar. Erahnen lässt sich nur das schon genannte Ziel, sich verlogenerweise als "gesprächsbereit" feiern zu lassen, während man gleichzeitig auf massiver Diskriminierung beharrt. Danke, das wäre nichts für mich.
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#62 TheDadProfil
  • 29.09.2016, 22:56hHannover
  • Antwort auf #38 von ursus
  • ""mit jemandem, der meine bloße sichtbarkeit schon als unzumutbar begreift, rede ich nicht "auf augenhöhe", selbstverständlich nicht. wie sollte ich das, ohne meine selbstachtung zu verlieren?""..

    Das "Problem" mit diesem User "Lars" ist :
    Er steht nicht auf "dieser Seite" der gewünschten "Diskussion auf Augenhöhe"..
    Er steht auf der anderen Seite..

    Und genau deshalb wünscht er sich quasi als "kompensatorische Geste" die "Anerkenntnis" als ein "reifer Diskussionspartner", der er nicht ist, der er nicht werden kann, so lange er nicht eine "gesunde Distanz" zwischen sich und seiner Verdummbibelung gebracht hat..

    Ob nun als "U-Boot" oder als "Auftragsschreiber", oder einfach nur als selbst-hassender Mensch, der durch die "religiöse Sozialisation" den Zugang zu seiner Sexuellen Identität nie gefunden hat..

    Er erwartet hier grundsätzlich "spirituelle Antworten" auf die Frage, die ihm niemand außer ihm selbst beantworten kann, und die ihn doch so quält..
    "Bin ich richtig in dieser Welt ?"..
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#63 TheDadProfil
  • 29.09.2016, 23:01hHannover
  • Antwort auf #47 von userer
  • ""Es geht um religöse Zensur auf einem säkularen Event, der vermutlich mit Steuergeldern finanziert wird.""..

    Naja..
    Ob das so eine "säkulares Event" ist, oder nur die "orts-übliche Ausgestaltung der Woche der Brüderlichkeit" der EKD, ist ja nicht sicher..

    Steuerfinanziert ist das allerdings sicher..
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#64 TheDadProfil
  • 29.09.2016, 23:12hHannover
  • Antwort auf #53 von Lars
  • ""Ehrlich gesagt, sehe ich den Antisemintismus als das größere Problem an, weil es an die politische Lage in Nahost gekoppelt ist ud weil es sich , anders als die Homosexualität, die halt überall vorkommt, viel leichter outsourcen lässt.""..

    Die Lage in Nahost hat mit dem Antisemitismus in den europäischen Gesellschaften so viel zu tun, wie der Eiffelturm mit Berlin..

    Berlin ist deutlich älter als der Eiffelturm, und der Antisemitismus der europäische Gesellschaften deutlich älter, als der Nahost-Konflikt..

    Demgegenüber sind Antisemitismus und Homo-Hass zwei Blüten der gleichen Pflanze, die da Rassismus heißt, und diese Pflanze ist ein brennender Dornenbusch !
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#65 LorenProfil
  • 30.09.2016, 00:53hGreifswald
  • Antwort auf #51 von Lars
  • Gäbe es in Bad Säckingen nun einen "Aufstand der Anständigen", wäre nach Ihrer Lesart vermutlich interkulturell nichts erreicht. Aber die Ausgegrenzten kämen zu ihrem Recht und die Täter müssten sich entscheiden, ob sie dabei sein wollen oder sich selbst vor die Tür stellen. Im Land des Grundgesetzes würde ich dieses Vorgehen einer "Woche der unterbundenen Vielfalt" glatt vorziehen, da die angestrebte Harmonie sowieso schon im Eimer ist und sich dies auch nicht mehr unter den (Gebets)Teppich kehren lässt.
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#66 HabukazProfil
  • 30.09.2016, 07:10h
  • "Dieses Thema" solche Worte lese ich zu oft. Erst neulich habe ich in einer Buch Rezension gelesen, dass "das Thema Homosexualität" die Kritikerin nicht interessiert. Wir sind kein Thema, dass man mögen oder nicht mögen kann. Wir sind Menschen. "Das Thema Homosexualität" sind menschenverachtende Worte.
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#67 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 09:06h
  • Antwort auf #65 von Loren
  • "Aber die Ausgegrenzten kämen zu ihrem Recht"

    Das bezweifle ich nun wiederum. Was nützt es den queeren Menschen in der türkisch-muslimischen Gemeinde, wenn die "Deutschen" ihre Freiheit und Liberalität zelebrieren, sie sich aber da nicht einfügen können, weil die psychologischen Hürden einfach (noch) zu groß sind? Sie werden durch einen Film, der sie überfordert, auch ausgegrenzt und bekommen von der queeren Community auch noch die Schuld dafür in Schuhe geschoben. So etwas ist keine Integration. Haben die denn ihre eigene Gechichte vergessen? Ich weiß noch sehr gut, wie schwer es mir gefallen ist, in die ersten dezidiert schwulen Filme zu gehen, ein Informationszetrum zu besuchen etc. - und ich lebte nicht mal in einer Kleinstadt, wo mich jeder bei meinen Gehversuchen hätte beobachten können. Ich kann das gut nachvollziehen. Ich denke auch an diejenigen, die sich früh verheiratet haben und ein Doppelleben führen, wie es das früher hier in den 50er , 60er Jahren gegeben hat. Ich wünschte, die Lage wäre in muslimischen Gemeinden anders, aber sie ist nun einmal so. Das sind die Realitäten.

    "Denn man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht" Die queer empfindenden Menschen im Dunkeln, das sind in meinen Augen die Ausgegrenzten, oder doch zuminest die, die bei den ganzen Überlegungen hier außen vor bleiben.

    Es besteht, und das würde ich nicht ignorieren, ausdrücklich ein Gesprächsbedarf und -angebote von beiden Seiten. Es soll nichts unter den Gebetsteppich gekehrt werden, aber nur den Staub herumwirbeln nutzt eben auch nichts. Ich finde es sehr gut, dass der Vorsitztende der türkischen Gemeinde das nicht leugnet (und das ist im muslimischen Kontext ein starker Ausdruck). Ich denke, dass er damit auch die im Blick hat, die wir übersehen.
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#68 userer
  • 30.09.2016, 10:09h
  • Antwort auf #51 von Lars
  • Sie plappern schon wieder am Thema vorbei, aber das ist natürlich Ihre Masche.

    Was Religioten privat im Kämmerlein oder in ihren sogenannten "Gotteshäusern" freiwillig unter Ihresgleichen anstellen, ist egal. Allerdings dürfen sie sich nicht ins Säkulare einmischen mit ihren Wahnvorstellungen und klar Denkenden ihre unzivilisierten Gewaltfantasien, z. B. solch eine Ausgrenzung wie in Bad Säckingen, aufzwingen.
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#69 userer
  • 30.09.2016, 10:13h
  • Antwort auf #53 von Lars
  • Sie "vergessen" natürlich zu erwähnen, dass die muslimischen Religösen sich nur deshalb so erfolgreich ausgrenzend verhalten können, weil die christlichen Religiösen mit ihnen zusammen am gleichen Strang ziehen. Religioten vereint im Hass. Das Übliche eben.
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#70 userer
  • 30.09.2016, 10:28h
  • Antwort auf #67 von Lars
  • Lars: "Was nützt es den queeren Menschen in der türkisch-muslimischen Gemeinde, wenn die 'Deutschen' ihre Freiheit und Liberalität zelebrieren, sie sich aber da nicht einfügen können, weil die psychologischen Hürden einfach (noch) zu groß sind?"

    Und noch mal am Thema vorbei. Es geht hier darum, dass Religiöse mit Unterstützung eines Provinzpolitikers menschenrechtswidrig agieren. Oder aber antisemitisch, wenn das bei dem Film ein ebenso großes Problem sein sollte. Das darf kein Demokrat tolerieren.

    Die "psychologischen Hürden" bestehen übrigens gleichermaßen bei der deutschen (!) christlichen (!) Bundeskanzlerin und ihresgleichen.

    Auch scheint es mir bei Religiosität nicht um "psychologische Hürden", sondern um "psychische Störungen" zu gehen, die therapierbar sind.
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#71 Reto77
  • 30.09.2016, 10:34h
  • Antwort auf #67 von Lars
  • Lars: Das klingt auf den ersten Blick alles sehr einfühlsam, aber eben nur auf den ersten Blick. Sie vermischen die Probleme des individuellen inneren Comingouts mit unserer gesellschaftspolitische Forderung nach Respekt. Die Zensur ist eine Respektlosigkeit uns gegenüber. Ich gehe sicher nicht in den Schrank zurück, nur damit sich ein paar gläubige Klemmschwestern nicht überfordert fühlen.
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#72 LorenProfil
  • 30.09.2016, 12:33hGreifswald
  • Antwort auf #67 von Lars
  • 1. Kein queerer Mensch aus der muslimischen Gemeinde wird durch die Vorführung dieses Films ausgegrenzt. Aber alle queeren Menschen dort werden durch das im Artikel beschriebene Vorgehen aus dieser Woche der verhinderten Vielfalt ausgegrenzt.

    2. Da kein Mensch gezwungen wird, sich diesen Film anzusehen, wird auch keiner durch die Vorführung dieses Films überfordert. Queere Menschen, die im Verborgenen leben, könnten aber die Aufnahme dieses Films in das Programm der interkulturellen Woche als ermutigendes Zeichen der Gemeinde sehen, dass auch sie dort willkommen und akzeptiert sind.

    3. Ich sehe nicht, dass Mitglieder der "queeren Community" queeren Menschen der muslimimischen Gemeinde dort "Schuld ... in die Schuhe" schieben. Unterlassen Sie bitte solche Strategien der Täter-Opfer-Umkehr und konzentrieren Sie sich auf diejenigen, die alle queeren Menschen dort ausgrenzen. Ihre Strategie empfinde ich a) als psychologisierend-unpolitisch und b) als Faktenverdrehung (Täter-Opfer-Umkehr), mit der Sie -um es pointiert zu schreiben- selbst zum Mit-Täter werden, der unanständiges Verhalten duldet und denjenigen, die von diesem unanständigen Verhalten betroffen sind, auch noch Schuld in die Schuhe schiebt (um mal Ihre Formulierung zu bemühen).

    Was auch immer die Gründe für ihre Strategie sind, ich kann nicht erkennen, dass Sie sich solidarisch zeigen mit denjenigen, die ausgegrenzt werden in Bad Säckingen, weder mit den religiös gebundenen noch den ungebundenen queeren Menschen dort.
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#73 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 13:20h
  • Antwort auf #71 von Reto77
  • "Sie vermischen die Probleme des individuellen inneren Comingouts mit unserer gesellschaftspolitische Forderung nach Respekt."

    Das tue ich bewusst. Beide Dinge sind nicht vollständig zu trennen. Deshalb müssen beide Aspekte in dieser Diskussion benannt werden.

    Ich persönlich finde, dass die Beteiligten vor Ort trotz der Fehler und Versäumnisse, die sie gemacht, haben, weiterhin sehr respektvoll und vorbildlich mit einander umgehen. Dass sie mit ihrem Motto "Vielfalt statt Einfalt" unter dem Zeichen des Regenbogens auf dem Flyer einen hohen Anspruch formuliert haben und sich jetzt an den Erwartungen, die sie damit geweckt haben, vor der Öffentlichkeit messen lassen müssen, auch vor der queeren Community, finde ich allerdings absolut nachvollziehbar und korrekt.
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#74 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 14:06h
  • Antwort auf #72 von Loren
  • "Kein queerer Mensch aus der muslimischen Gemeinde wird durch die Vorführung dieses Films ausgegrenzt."

    Ausgegrenzt nicht, aber eben auch nicht wirklich integriert. Wie sich gezeigt hat, ist die Abkapselung von Muslimen ein Phänomen, das politisch gefährlich ist und das sowohl queeren als auch gesellchaftpolitisch engagierten Muslimen Sorge macht. Ich halte es für wichtig, dass möglichst viele Mslime und vor allem auch muslimische Eltern mit dem Thema Homosexualität in Berührung kommen, damit sie ihren Kindern Antworten geben können. Dazu bracht es aber Veranstaltungen, die den Horizont, die Lebensweise und Perspektive dieser Zielgruppe berücksichtigen.

    Meine "Strategie" ist lösungsorientiert. Es werden im interkulturellen Dialog unterschiedliche Bedürfnisse deutlich, die es in der weiteren politschen Arbeit zu berücksichtigen gilt.

    Diese Bedürfnisse lauten:

    Auf Seiten der queeren Community: Explizite Hereinnahme queerer Themen und Darstellungen, wenn es um das Thema gesesllschaftliche Vielfalt geht. Solidarität.

    Auf Seiten der muslimischen Community: Verbale Kommunikation, frühzeitige Information. Begegnungen vor Ort. Sensibilität.
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#75 LorenProfil
  • 30.09.2016, 14:31hGreifswald
  • Antwort auf #74 von Lars
  • Was mir auffällt:

    1. Sie definieren die Bedürfnisse der Menschen dort, schlagen aber "verbale Kommunikation" und "Sensibilität" einseitig der "muslimischen Community" zu. Auf die Idee, dass der DITIB-Vertreter als Jugendleiter vor einer Entscheidung die Kommunikation mit den Jugendhaus hätte aufnehemen können, scheinen Sie nicht zu kommen (zumal laut Artikel der Bürgermeister aussagt, dass der Entwurf des Flyers den Beteiligten "rechtzeitig" vorgelegt wurde und bis zum Stichtag "keine Einwände" formuliert wurden (soviel auch zum Thema Bedürfnis nach "frühzeitiger Kommunikation"). Es hat den Anschein, dass der DITIB-Vertreter erst Fakten schaffen wollte und dann ein Gespräch anbot. Eine perfide Strategie, da ein Ablehnen dieses Angebots dann als Zurückweisung dargestellt werden kann, obwohl die Zurückweisung erst faktisch selbst vorgenommen wurde.

    2. Zudem scheinen Sie sich in der Rolle des Mittlers zu gefallen, der zwischen queeren Menschen und denjenigen, die sie ausgrenzen, Brücken bauen will (zumindest theoretisch, da ich davon ausgehe, dass Sie nicht dort leben).
    Ein Mittler sollte aber keiner Partei zuzurechnen sein. Gehören Sie zu keiner der beiden Parteien?
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#76 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 14:32h
  • Antwort auf #70 von userer
  • Wo ich Dir Recht geben kann ist, dass ein Gremium, dass sich als interkulturell und vielfältig begreift, diese Vielfalt auch in seiner Zusammensetzung spiegeln sollte. (Was in einer Kleinstadt nicht immer ganz leicht ist, denn es bracht ja jeweils kompetente und engagierte Leute). SOnst muss man das interreligiöse oder muslimisch-christliche Woche nennen. Ich gehe aber da, optimistisch we ich nun mal bin, nicht von einem bewussten Etikettenschwindel aus, sondern von einem Lernprozess.
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#77 ursus
  • 30.09.2016, 14:56h
  • Antwort auf #74 von Lars
  • "Auf Seiten der queeren Community...
    Auf Seiten der muslimischen Community"

    da fehlt jetzt plötzlich die gruppe, die du vorher erfreulich oft benannt hast: die queeren muslim_innen.

    wir wissen nicht genau, welche signale die bekommen hätten, wäre der film gezeigt worden. möglicherweise hätten sie tatsächlich erleben müssen, dass einige menschen, deren meinung ihnen wichtig ist, darüber lästern oder sich empören. möglicherweise hätten sie aber auch das signal mitgenommen, dass homosexualität zur menschlichen vielfalt selbstverständlich dazugehören kann und soll. möglicherweise hätten sie sogar ermutigende signale von ihnen nahestehenden menschen bekommen. willst du diese möglichkeiten wirklich komplett ausschließen?

    aber welches signal haben sie durch die absetzung des films erhalten, und zwar nicht nur spekulativ, sondern mit sicherheit? dass homosexualität ein problem ist, eine "belastung", ein furchtbar "sensibles thema". dass homosexualität sogar der solidarität entgegensteht, die diese veranstaltung angeblich voranbringen sollte, dass schwule und lesben unfrieden bringen.

    mich verwundert ein bisschen, mit welcher selbstverständlichkeit du die rede von der angeblich so großen "sensibilität des themas" als dominante sichtweise akzeptierst. wenn wir von vornherein annehmen, dass die mehrzahl der muslim_innen auf schwule sichtbarkeit mit nur noch größerer abwehr reagieren müsse und gar keine alternative hätte als vor dieser konfrontation davonzulaufen wie rehe beim gewehrknall, dann schließen wir zunächst mal alle muslim_innen aus, die durchaus zu größerer offenheit und neugier bereit sind. sie kommen in dieser argumentation nicht mehr vor, obwohl es sie offenbar gibt. weshalb sollten ausgerechnet die "schreckhafteren" muslim_innen entscheiden, was geht und was nicht?

    zweitens frage ich mich, wie man denn ohne konfrontation mit menschen umgehen soll, die offenbar jede nennung des themas schon als zu provokant erleben (das betrifft übrigens natürlich nicht nur muslim_innen). wie leise muss man sich anschleichen, um sie nicht zu verschrecken? und wiederum die frage: wann wird dieses leisetreten zu einem problem mit der eigenen selbstachtung?
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#78 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 16:17h
  • Antwort auf #75 von Loren
  • Ich bin ein queer-empfindender Mann, der sich für die Lebenswirklichkeit und Gefühle queerer Menschen interessiert, unabhängig von ihrem Outíngstatus oder ihrer Religion.

    Ihre Kritik an dem DITIB-Vertreter ist durchaus berechtigt. Das Verhalten des DITIB-Vertreters war nicht souverän, nicht offen und taktisch. Perfide ist allerdings eine Interpretation, der ich mich nicht anschließe. Korrekt wäre es gewesen, den Kontakt mit dem Jugendhaus zu suchen und die Beweggründe zu schildern, warum man - im Kontext des gemeinsamen Projektes - diesen Filmvorschlag für gut gemeint, aber nicht konstruktiv hält, z.B. durch die Weise, wie der muslimische queere Mann und seine Familie dargestellt werden (letztere ist nämlich, soweit ich eine Kritik richtig sehe, als stereotyp homophob gezeichnet) Ich verstehe aber auch, dass so ein Gespräch sehr schwierig sein kann, wenn man nicht Gelegenheit hatte den Film zu sehen.

    Umso besser und richtiger war sein Ansatz, aus den Fehlern zu lernen und eine Veranstaltung zum Thema Homosexualität mit dem Jugendhaus und den Rainbow Stars in Aussicht zu stellen, bei der man sich in Ruhe austauschen und besser kennen lernen und das versäumte Gespräch in Ruhe nachholen kann.

    Ebenso korrekt und wichtig finde ich das Angebot von Herrn Oelschlaegel, den Film zu einem späteren Zeitpunkt in den Räumen der evangelischen Kirche zu zeigen.
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#79 LarsAnonym
  • 30.09.2016, 16:52h
  • Antwort auf #77 von ursus
  • Ich fürchte, einige queere Muslime hätten sich daran gestört, dass es sich bei dem Film um eine israelische Produktion handelt und eine Sichtweise zeigt, bei der die Palästinenser zu schlecht oder zu stereotyp homophob dabei wegkommen. Dann ist man ganz schnell nicht mehr bei interkulturellen Fragen (wie sieht eine arabische, türkische, israelische, deutsche queerness aus, oder könnte sie aussehen?), sondern bei politischen und religiösen Ressentiments und Misstrauen. Die lassen sich nicht mit einem Aufwasch aus der Welt schaffen.

    Im Zweifel muss man einer türkisch-muslimischen Gemeinde zumuten, einen israelischen und schwulen Film zu akzeptieren, (deshalb auch die Stellungnahme von Volker Beck) aber zur Selbstfindung queerer türkischer, muslimischer oder arabischer Männer muss dieser Film nicht unbedingt was beitragen.

    Muslime verfolgen die Diskussionen über Homosexualität (und Sexualität) m.E. sehr genau, achtsam und vor allem nicht prüde, sie halten sich aber sehr bedeckt. Das macht es nicht einfacher.
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#80 LorenProfil
  • 30.09.2016, 17:23hGreifswald
  • Antwort auf #78 von Lars
  • Ich lasse es mal dabei bewenden. Sie sehen die Akteure dieses multikulturelle Beirats (der ja nicht nur aus dem erpresserisch handelnden DITIB-Vetreter besteht) offensichtlich in einem besseren Licht als ich. Ich neige halt nicht dazu, denen, die mich und meinesgleichen ausschließen, entgegenzukommen, sondern bevorzuge es, sie zu stellen und zu konfrontieren. Wehrhafte Demokratie, ganz ohne Appeasement, dem Verhalten des Aggressors angemessen.
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#81 ursus
  • 30.09.2016, 19:27h
  • Antwort auf #79 von Lars
  • "Ich fürchte, einige queere Muslime hätten sich daran gestört, dass es sich bei dem Film um eine israelische Produktion handelt und eine Sichtweise zeigt, bei der die Palästinenser zu schlecht oder zu stereotyp homophob dabei wegkommen."

    kann sein. vielleicht hätten sich einige auch gefreut, dass ihre probleme mit homofeindlichen eltern dargestellt werden und sie endlich einmal ihre diesbezügliche perspektive abgebildet sehen. vielleicht hätten sogar einige homofeindliche, aber nicht völlig verstockte eltern begriffen, was sie bei ihren kindern anrichten.

    es kann auch eine form von stereotypisierung sein, homofeindlichen muslim_innen nicht zuzutrauen, mit einer konfrontation mit der eigenen homofeindlichkeit zurechtzukommen. das sind erwachsene menschen, die ohne not ihren kindern z.t. große gewalt antun. weshalb sollte es richtig sein, sie zu schonen? wo ist der beleg dafür, dass diese schonung generell erfolgreicher ist als die konfrontation?

    und ja, ich habe mich auf deinen hinweis hin noch einmal mit rosenbergs methode der gewaltfreien kommunikation beschäftigt. da ist aber nicht von schonung die rede. wenn jemand gewalt ausübt, dann läuft der weg nicht darüber, diese gewalt zu leugnen.
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#82 userer
  • 30.09.2016, 21:04h
  • Antwort auf #79 von Lars
  • Lars: "... aber zur Selbstfindung queerer türkischer, muslimischer oder arabischer Männer muss dieser Film nicht unbedingt was beitragen."

    Um das, was Sie behaupten, geht es doch gar nicht, und so hat auch die türkisch-muslimische Gemeinde gerade nicht argumentiert. Ganz im Gegenteil hat die im Bausch und Bogen lt. Artikel Stellung gegen den Film bezogen und gesagt, dass generell "das Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt" sei.

    Und die Christen haben fröhlich zugestimmt, weil andere Religionsvertreter die Drecksarbeit für sie übernehmen.

    Übrigens: Die Originaltitel auf Arabisch und Ivrit sind weniger optimistisch als der englische und lauten einfach nur "Dunkelheit". Der lange Arm der dunklen religiösen Macht hat sich nun leider auch in Bad Säckingen gezeigt.
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#83 TheDadProfil
  • 30.09.2016, 22:08hHannover
  • Antwort auf #73 von Lars
  • ""Ich persönlich finde, dass die Beteiligten vor Ort trotz der Fehler und Versäumnisse, die sie gemacht, haben, weiterhin sehr respektvoll und vorbildlich mit einander umgehen.""..

    Natürlich..
    Nachdem man die Perversen erst einmal ausgeschlossen hat, kann der Club der "Religiösen" ja auch "im gegenseitigem Respekt" miteinander verkehren..

    Dein Geschwafel wird nicht besser..
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#84 TheDadProfil
  • 30.09.2016, 22:13hHannover
  • Antwort auf #74 von Lars
  • """Kein queerer Mensch aus der muslimischen Gemeinde wird durch die Vorführung dieses Films ausgegrenzt."

    Ausgegrenzt nicht, aber eben auch nicht wirklich integriert.""..

    Durch welchen Effekt ?
    Sich mit den Verhältnissen der Gesellschaft zu beschäftigen ist also dann keine integrative Funktion ?

    Argumentativ bewegt sich das auf der Höhe der "AFD"..

    ""Ich halte es für wichtig, dass möglichst viele Mslime und vor allem auch muslimische Eltern mit dem Thema Homosexualität in Berührung kommen, damit sie ihren Kindern Antworten geben können. Dazu bracht es aber Veranstaltungen, die den Horizont, die Lebensweise und Perspektive dieser Zielgruppe berücksichtigen.""..

    Eine solche Veranstaltung wäre möglich gewesen..
    Sie ist aber nicht gewollt !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #74 springen »
#85 TheDadProfil
#86 TheDadProfil
  • 30.09.2016, 22:25hHannover
  • Antwort auf #78 von Lars
  • ""Ihre Kritik an dem DITIB-Vertreter ist durchaus berechtigt. Das Verhalten des DITIB-Vertreters war nicht souverän, nicht offen und taktisch.""..

    Das Verhalten der Ditib und seiner Vertreter war allerdings "souverän", und vor allem "offen taktisch"..

    Deine Art der Formulierung, die Unbestimmtheit und das permanente Nachgeben gegen solche Leute, ist mehr als nur auffällig !
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#87 TheDadProfil
  • 30.09.2016, 22:31hHannover
  • Antwort auf #79 von Lars
  • ""Ich fürchte, einige queere Muslime hätten sich daran gestört, dass es sich bei dem Film um eine israelische Produktion handelt und eine Sichtweise zeigt, bei der die Palästinenser zu schlecht oder zu stereotyp homophob dabei wegkommen.""..

    Du bedienst Vorurteile ohne den Inhalt des Films zu kennen..

    Natürlich sind es dann die Palästinenser, die sich gegen diese Beziehung wenden, und nicht die Israelischen Protagonisten ?

    Kuck an..
    Weißsagen aus einer Glaskugel, oder ist das Kaffeesatzleserei ?

    de.wikipedia.org/wiki/Out_in_the_Dark

    Die Schwierigkeiten einer Beziehung ergeben sich aus einer Gemengelage der Region..
    Und aus der Tatsache das Israel LGBTTIQ* nicht so schützt, wie sie sie schützen könnten..
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#88 NorisetteProfil
  • 01.10.2016, 09:58hNürnberg
  • Ich kann nur zu der Meldung ergänzen, dass wir von Fliederlich in Nürnberg heute von pi-nbg - bekennende Nazis - eine nicht weiter unterzeichnete Email bekommen haben, wo man uns das um die Ohren schlägt und versucht klarzumachen, dass wir zukünftig den Islam zu hassen haben. Tun wir nicht, definitiv nicht.

    Das zeigt, was diese Zensur für einen Schaden angerichtet hat, indem man den Nazikreisen zusätzlich Futter geliefert hat. Ich bin mir sicher, dass irgendwelche Lesben und Schwule auch auf deren dummes Gewäsch reinfallen werden.
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#89 TheDadProfil
  • 01.10.2016, 11:56hHannover
  • Antwort auf #79 von Lars
  • ""aber zur Selbstfindung queerer türkischer, muslimischer oder arabischer Männer muss dieser Film nicht unbedingt was beitragen.""..

    Und schon wieder wird versucht aus "muslimischen Männern" eine Art "Ethnie" zu schmieden, und sie zwischen "türkischen und arabischen" Männern zu verstecken, damits nicht so auffällt welchem Unsinn man hier nachhängt..
    Taktisches Gefasel welches sich nicht anders verhält als die Idee des Ditib-Vertreters, der sich dazu einläßt, "Homosexualität" als "problematisch" zu bezeichnen, und dabei gleichzeitig die Verengung einer gesellschaftlichen Haltung offenbart, denn es geht nicht nur um "Homosexualität" und ihre "kritischen Beziehungen" zu den "Religiösen", es geht um die Formulierung der Verweigerungshaltung gegenüber Integration, wenn man LGBTTIQ* aus einer Veranstaltung quasi ausschließt, weil man wohl befürchtet sich mit den eigenen Problemen bei der Integration beschäftigen zu müssen..

    Im Film geht es um eine Beziehung zwischen einem Israeli und einem Palästinenser..
    Da ist weder von einem "jüdischem", noch einem "muslimischem" Mann die Rede..

    Trotzdem versuchst Du hier die aufgezeigten Widrigkeiten der Beziehung in einer Region die sich durch politische Nicht-Beziehungen zwischen Ethnien und Staaten auszeichnet, das Ganze auf die "religiöse Schiene" zu lenken..

    Ein Grundproblem von Dir..
    Sämtliche Vorgänge werden auf die "Religion" und die Beziehungen in diesen und mit diesen verschoben..
    Und damit darauf reduziert..
    Als gäbe es nichts anderes was Beziehungen zwischen Menschen in einem Kiez ausmachte..
    Eine Betrachtung der Personen, der Menschen, der Vorgänge in Bezug auf den Staat und seine täglichen Auswirkungen auf die Bürger findet bei Dir überhaupt nicht mehr statt..

    Im Gegenteil dazu unterstellst Du permanent Jedem eine Art "Sehnsucht" nach dem "spirituellem Gedanken", und der damit offensichtlich verbundenen "Suche nach einer Heimat in der Religion", die Deiner Auffassung nach irgendwie zu fördern sei, denn sie findet bei Dir ausschließlich statt..
    Da wünscht man sich beinahe einen Beitrag herbei der die Möglichkeiten des Innehaltens an einer Roten Fußgängerampel böte..
    Kein einziger Gedanke, kein einziger Post formuliert sich in den vielfältigen zwischenmenschlichen Beziehungen die Bürger untereinander pflegen, und die den Alltag der Menschen anfüllen..
    Wie absurd..
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#90 LarsAnonym
  • 01.10.2016, 12:13h
  • Antwort auf #87 von TheDad
  • "Du bedienst Vorurteile ohne den Inhalt des Films zu kennen.."

    Nein, es gibt eine Kontroverse über diese Themen in der queeren Communitiy. (Stichwort: Pinkwashing). Selbst wenn man sich dem Vorwurf anschließt, wäre das natürlich kein Grund, den Film nicht zu zeigen. Ich finde es gut, dass die evangelische Kirche den Film deshalb zeigen will, um genau diesen Punkt deutlich zu machen. Es gibt keine objektiven FIlme.

    Um die komplexe Gemengelage, die in "Out of the dark" auf romantisch-versöhnliche Art angesprochen wird, zu verstehen, bietet sich für interessierte queere Muslime und Nichtmuslime auch ein anderer Film an:

    www.taz.de/Schwule-Palaestinenser-in-Israel/!5289359/
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#91 TheDadProfil
  • 01.10.2016, 13:40hHannover
  • Antwort auf #90 von Lars
  • ""Um die komplexe Gemengelage, die in "Out of the dark" auf romantisch-versöhnliche Art angesprochen wird, zu verstehen,""..

    Es gibt dort keine ""romantisch-versöhnliche Art"" zu betrachten..
    Die Tatsache das Nimr seinen Bruder als einen der Mörder identifiziert, und damit zu der Erkenntnis gelangt, selbst in Lebensgefahr zu sein wenn seine sexuelle Identität und seine Beziehung zu Roy als Israeli bekannt wird, hat nichts "romantisch-versöhnliches" !

    Und was Du hier als ""komplexe Gemengelage"" bezeichnest ist die Lebensrealität Tausender Palästinenser, die täglich die Grenzen überschreiten müssen um Arbeit und Studium nachzugehen..

    """Du bedienst Vorurteile ohne den Inhalt des Films zu kennen.."

    Nein, es gibt eine Kontroverse über diese Themen in der queeren Communitiy. (Stichwort: Pinkwashing). Selbst wenn man sich dem Vorwurf anschließt, wäre das natürlich kein Grund, den Film nicht zu zeigen.""..

    Äh ?
    Der Film ist alles andere als "Pink-Washing"..
    Er zeigt im Gegenteil dazu auf wie sich die Realität von LGBTTIQ*-Menschen als Partner*innen von "arabischen Menschen" in der Region wirklich darstellt, und ist damit ein Gegen-Modell zur "Pink-Washing-Idee", Israel sei ein Hort der Freiheit in einer Region der Gefahr..
    Denn die reale Gefahr geht unter anderem aus dem Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomieregionen hervor, die Inter-Ethnische Beziehungen mehr als nur einfach verkomplizieren..
    Und dies nicht nur für Inter-Ethnische Beziehungen zwischen LGBTTIQ*..

    ""Ich finde es gut, dass die evangelische Kirche den Film deshalb zeigen will, um genau diesen Punkt deutlich zu machen.""..

    Natürlich..
    Weit außerhalb des Programmes der "Interkulturellen Woche" als Nischen-Produkt des eigenen Pink-Washings, das die Evangelen seit geraumer Zeit betreiben, bietet man den Film dann an um zu zeigen wie offen man doch ist..
    Gleichzeitig distanziert man sich damit von der Haltung des Ditib-Vertreters, und führt diesen letztlich vor..
    Man will damit Vergessen machen seine Position gestützt, und den Film damit erst aus dem Programm geschossen zu haben..

    ""Es gibt keine objektiven FIlme.""..

    Es besteht gar keine Notwendigkeit zu ""objektiven Filmen""..

    Der Film zeigt auf wie Staat und "Religion" das Leben der Menschen beeinflußt..
    Übertragen auf die Situation der Ditib-Haltung, daß das ""Thema Homosexualität für den Islam ein kritischer Punkt sei"" könnte er aufzeigen wie sehr die Leben von Menschen in der eigenen Gesellschaft durch diese Positionen beeinflußt wird..

    Es geht um die Betrachtung eigenen Handelns, und die damit verbundenen Auswirkungen..
    Teilnehmer hätten erkennen können daß ihre eigenen "religiösen Positionen" zu durchaus vergleichbaren Ergebnissen führen, und sie selbst der Hemmschuh für eine mangelhafte Integration einer gesellschaftlichen Gruppe sind..

    Diese mangelhafte Integration für originär zu einer anderen mangelhaften Integration, nämlich der der Angehörigen des "Islam", die dann als "durchweg homophob" wahrgenommen werden, und allein deshalb abzulehnen seien, was sich unter anderem in den "Demonstrationen" der "PEGIDA"-isten ausdrückt, und im Ansteigen von Ausländerfeindlichen Übergriffen, die sich im erstem Halbjahr 2016 gegenüber 2015 fast verdoppelt haben..

    Der Vorschlag den Film zu zeigen kam auf Initiative des Jugendhauses zustande..
    Offensichtlich sind die dort wesentlich weiter in der Ursachenforschung für mangelhafte Integration fortgeschritten, als die Veranstalter der "Interkulturellen Woche" !

    Was Deinen "Film-Tipp" angeht..
    Sicher ein wichtiger Film..
    Für eine andere Veranstaltung..
    Denn dazu müßten sowohl der Ditib-Vertreter als auch die anderen Verantwortlichen erst einmal wahrnehmen daß der Ausschluß eines Themas nichts anderes ist, als die Idee der Integration zu verhindern, vor allem dann wenn man sich "Vielfalt" auf die Flagge schreibt..

    Hier gehen die Veranstalter von einer Idee der "Vielfalt in der Heterosexualität" aus, die sich aus "verschiedenen Familien-Modellen" und "verschiedenen Religionen" speist..

    Mit Vielfalt in der Gesellschaft und gegenseitiger Akzeptanz des jeweils Anderen hat das nichts zu tun..
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