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- 22. April 2005 2 Min.
Das spanische Parlament stimmte mit klarer Mehrheit für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben.
Von Norbert Blech und Dennis Klein
Das spanische Parlament hat ungeachtet des Widerstands der katholischen Kirche die Schaffung einer Homo-Ehe beschlossen, die die gleichen Rechte und Pflichten wie die Ehe umfasst; das schließt auch ein umfassendes Adoptionsrecht ein. Über den Gesetzentwurf muss nun noch der Senat entscheiden, in dem die regierenden Sozialisten aber ebenfalls über eine komfortable Mehrheit verfügen. Im Unterhaus wurde das Gesetz mit 183 Ja-Stimmen und 136 Nein-Stimmen bei sechs Enthaltungen angenommen. Gegen das Gesetz die konservativen Volkspartei. Deren Sprecher Eduardo Zaplana sagte, seine Partei sei für Eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben, "aber eine jahrhundertealte Einrichtung wie die Ehe, die so fundamental für die Gestaltung unserer Gesellschaft ist, muss nicht auch für Homosexuelle gelten", so Zaplana.
Die spanische Bischofskonferenz nannte das Gesetz "einen Irrtum", der die Gesellschaft beschädige. Es sei unfair, dass die wahre Ehe genau so behandelt werde wie die Gemeinschaft gleichgeschlechtlicher Personen. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero war bereits kurz nach seiner Wahl im verganegenen Jahr vom damaligen Papst Johannes Paul II aufgefordert worden, an den "moralischen und kulturellen Werten sowie an den christlichen Wurzeln" festzuhalten und die Homo-Ehe "wegen der Kinder" nicht einzuführen.
Neben der katholischen Kirche hatten sich auch andere Religionsgemeinschaften gegen die Homo-Ehe ausgesprochen. In der Bevölkerung ist die Homo-Ehe jedoch populär: Umfragen zufolge stimmen mehr als zwei Drittel dem Entwurf der Regierung zu. Bisher haben nur die Niederlande und Belgien die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet.
22. April 2005














