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Einzelkommentar zu:
Warum schwule Sichtbarkeit nicht grundsätzlich gut ist


#3 RobinAnonym
  • 09.10.2016, 16:11h
  • "wo Rassismus unter Schwulen der weißen Dominanzkultur zu finden ist und wie Schwule sich an staatlichem Rassismus und Nationalismus"

    "So stellen sich die Autoren hinter die Kritik des Vereins Gays and Lesbians aus der Türkei (GLADT) an einem Kiss-In des von weißen Männern betriebenen Projekts Maneo in Berlin-Kreuzberg."

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    Sorry, aber ich habe selten etwas rassistischeres gelesen als die Thesen aus diesem Buch.

    Alleine schon, dass man bei einem Kiss-In darauf hinweist, es sei ein Protest "weißer Männer" unterstellt allen, die sich an Kiss-Ins beteiligen implizit Rassismus. Ich glaube kaum, dass irgendein Teilnehmer etwas dagegen gehabt hätte, wenn z.B. auch schwule Türken, schwule Araber, o.ä. daran teilgenommen hätten. Wenn sie das nicht wollen, ist das auch deren gutes Recht, aber deren Fehlen dann den anderen anzukreiden, ist absurd. Muss jetzt bei jeder Demo ein Alibi-Dunkelhäutiger dabei sein, damit man der selbsternannten Sittenpolizei nicht negativ auffällt?

    Und ich lasse mich auch nicht als "weißen Mann" zum Buhmann der Nation machen und würde das auch beim "schwarzen Mann" oder wem auch immer nicht zulassen.

    Natürlich gibt es auch unter Schwulen Rechte und Linke, Gemäßigtere und Radikalere. Aber generell von einem "Rassismus unter Schwulen", der sich aus einer angeblichen "weißen Dominanzkultur" entwickelt, zu philosophieren, entbehrt nicht nur jeder faktischen Grundlage, sondern ist ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen (auch heterosexuellen), die sich für Flüchtlinge und für Vielfalt der ethnischen Herkunft einsetzen.

    Natürlich: wenn in einer muslimischen Gemeinde irgendwas homophobes stattfindet, kritisieren wir das auch. Aber genauso kritisieren wir z.B. auch die Katholische Kirche oder nicht-religiöse Homophobie. Aber dabei generalisieren wir ja nicht und wo z.B. Moslems oder Katholiken sich für uns einsetzen, loben wir das ja auch.

    Dass man Homophobie nicht kritisieren darf, sobald sie z.B. von Moslems kommt, finde ich nicht minder rassistisch als wenn man etwas nur kritisiert, WEIL es von Moslems kommt.

    Und eine generelle Skepsis allen Religionen gegenüber ist sachlich begründet und hat nun wirklich nichts mit Rassismus zu tun.

    Wenn ich also z.B. zu einem Kiss-In will, dann gehe ich da auch hin. Egal, ob da nur "weiße Männer" sind oder ob ich da der einzige "weiße Mann" bin. Das ist MEIN RECHT in einer Demokratie und ob ich das wahrnehme oder nicht, entscheide ich selbst und niemand sonst. Und wem das nicht passt, der braucht es sich ja nicht anzugucken. Aber ich lasse mir garantiert nicht in vorauseilendem Gehorsam vor der Toleranzpolizei Zülfukar Çetin und Heinz-Jürgen Voß meine Rechte absprechen.
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