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Ein Viertel ist "latent radikalisierungsgefährdet"
Wien: Junge Muslime haben eher Probleme mit Homosexualität

Ein Ergebnis der Umfrage zeigt eine große Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben
- 17. Oktober 2016, 13:31h 2 Min.
Eine neue Wiener Studie unter sozial schwachen Jugendlichen kommt zu teils erschreckenden Ergebnissen. Die Stadt will nun gegensteuern.
Eine vom Wiener Rathaus beauftragte Studie in Wiener Jugendzentren kommt zu dem Ergebnis, dass sozial benachteiligte Jugendliche mit christlich-orthodoxem oder muslimischem Glauben Homosexuelle eher ablehnen als Katholiken (PDF). Nach Angaben der am Montag veröffentlichten Untersuchung würden 59 Prozent der befragten Muslime Homosexualität abwerten, ebenso wie 50 Prozent von orthodoxen Christen. Unter Katholiken liegt die Ablehnung bei "nur" 24 Prozent.
Die Autoren verweisen darauf, dass das Ergebnis nicht repräsentativ sei. Im Rahmen der Untersuchung waren in 30 Einrichtungen der städtischen Jugendarbeit insgesamt 401 Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren interviewt worden – bei der Frage, ob Homosexualität "ok" sei, antworteten nur 360 Jugendliche. Das Ergebnis würde nur die Einstellung dieser Befragten abbilden, die aus sozial schwächeren Milieus stammten als Durchschnittsteenager.
Kontakte zu toleranten Jugendlichen wichtig
Zu allen Jugendlichen meint die Studie: "Aufklärung und Kontakte zu anderen Jugendlichen und Bezugspersonen, die offen homosexuell sind oder homophobe Vorurteile nicht teilen und ihnen widersprechen, könnten bei jenen Jugendlichen, die eher aus Unsicherheit und Unwissen homophobe Aussagen tätigen, Wirkung zeigen."
85 Prozent der Befragten hatten einen Migrationshintergrund. Neben Homophobie seien unter muslimischen Befragten auch Antisemitismus und Rassismus weiter verbreitet als unter anderen Gruppen. Ein Viertel der Befragten seien "latent radikalisierungsgefährdet", heißt es weiter. Weniger gefährdet seien Mädchen ebenso wie Befragte mit höherer Bildung.
Die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) will nun Strategien erarbeiten, um die besonders von Hass gefährdeten Jugendlichen besser zu erreichen. Insbesondere die Themen Antisemitismus und Homophobie müssten angesprochen werden. Die Studie zeige auch, dass insbesondere Vorurteile der Eltern übernommen werden würden. "Wir müssen unsere Jugendlichen vor diesen verantwortungslosen Erwachsenen schützen, die sie radikalisieren und die Abwertung von allem, was anders ist, befeuern", erklärte Frauenberger am Montag. "Dafür gibt es keine Toleranz!" (cw)















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