Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?27317

FA-Chef Greg Clarke hat keine guten Nachrichten für schwule Fußballprofis

Homophobie sei noch immer ein zentrales Problem im Profifußball, so Greg Clarke. Deshalb empfehle er schwulen Profis, ihre sexuelle Orientierung geheim zu halten.

Greg Clarke, der neue Chef des englischen Fußballverbandes FA, hat am Montag erklärt, dass es praktisch unmöglich für einen schwulen Spieler der Premier League sei, sich zu outen. Würde ein Spieler den Schritt dennoch wagen, sei er homophoben Sprechchören von Fans hilflos ausgeliefert. Vor dem Sportausschuss des britisches Parlaments sagte Clarke, er würde schwulen Spielern davon abraten, sich zu outen.

"Es gibt eine kleine Minderheit von Leuten, die Menschen fies beschimpfen, die sie als anders ansehen", so Clarke. "Wenn ich ein schwuler Mann wäre, würde ich mich dem nicht ausliefern wollen." Er gab zu, dass erst dieses Wochenende Anhänger des Londoner Viertligisten Leyton Orient gegnerische Fans in Sprechchören homophob beschimpft hatten.

Clarke schämt sich für Homophobie

Der Verbandschef erklärte, dass Homophobie weiterhin eines der zentralen Probleme im Profifußball sei, das es zu bekämpfen gelte. Er schäme sich dafür, dass sich in der höchsten englischen Spielklasse seit über einem Vierteljahrhundert nie ein schwuler Spieler geoutet habe. Er sei aber überzeugt, dass es in der englischen Profiliga schwule Spieler gebe.

In der Vergangenheit haben auch deutsche Fußballprofis vor einem Coming-out gewarnt, darunter etwa der frühere Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, der Bayern-Spieler Philipp Lahm (queer.de berichtete).

Immer wieder gab es Spekulationen in den britischen Medien, dass ein Coming-out mehrerer Fußballer kurz bevor stehe (queer.de berichtete). Bislang hat sich in der erfolgreichsten britischen Profiliga mit Justin Fashanu allerdings nur ein Profi während seiner aktiven Laufbahn geoutet – mit katastrophalen Folgen.

Fashanu galt in den Achtzigerjahren als einer der talentierstesten Fußballer seiner Generation und war 1980 der erste schwarze Profi in England, für den eine Ablösesumme über eine Millionen Pfund bezahlt wurde. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein homophober Trainer Brian Clough vom Club Nottingham Forrest, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Außerdem beschimpfte Clough Fashanu vor seinen Mannschaftskollegen als "verdammte Schwuchtel". Daraufhin wechselte er mehrfach den Verein und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik – seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 nahm er sich unter mysteriösen Umständen das Leben. (dk)

-w-

-w-

-w-

#1 ursusEhemaliges Profil
  • 18.10.2016, 14:15h
  • es spricht nichts dagegen, risiken einzuschätzen und zu benennen. statt immer nur zu warnen und ein vorprogrammiertes desaster an die wand zu malen, als wäre homophobie ein naturgesetz, könnte man aber auch mal sagen: "wenn jemand diesen schritt trotz der risiken gehen möchte, dann werden wir selbstverständlich hundertprozentig hinter ihm stehen und ihn mit allen mitteln, die wir haben, unterstützen. wir würden uns freuen, wenn hier endlich eine entwicklung stattfinden würde und würden diese fördern, so gut wir können. wir sind sicher, dass viele fans das ebenfalls täten."

    was hält fußballfunktionär_innen immer wieder davon ab, diese botschaft zu senden?
  • Direktlink »
#2 keinFussballfanAnonym
  • 18.10.2016, 14:47h
  • Antwort auf #1 von ursus
  • " was hält fußballfunktionär_in nen immer wieder davon ab, diese botschaft zu senden?"

    Bequemlichkeit? Die Einstellung, dass Sexualitaet Privatsache ist und man doch die Arbeitgeber nicht mit solchen privaten Nebensaechlichkeiten vom Geldverdienen abhalten darf? Oder vielleicht eher die Angst davor, dass (wichtige) Sponsoren abspringen koennten und dadurch weniger Geld reinkommt? Oder vielleicht die Angst, dass zeitlich und geistig zurueckgegebliebene "Fans" nicht mehr zu Spielen gehen, bei denen "Schwuchteln" mitspielen?

    Such Dir eines (oder mehrere?) davon aus. Verstehen tu ich's auch nicht.
  • Direktlink »
#3 LorenEhemaliges Profil