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Im Film "Latter Days" aus dem Jahr 2003 (mit Steve Sandvoss und Joseph Gordon-Levitt) wurde thematisiert, wie gnadenlos die Kirche gegen Schwule vorgeht (Bild: TLA Releasing)

  • 26. Oktober 2016, 12:32h 16 3 Min.

Die US-Glaubensgemeinschaft will Homosexuelle nicht mehr grundsätzlich ausschließen. Sie dürfen aber keine sexuellen Beziehungen eingehen.

Die Mormonenkirche hat am Dienstag erstmals erklärt, dass Schwule und Lesben unter bestimmten Bedingungen als Kirchenmitglieder willkommen seien. Außerdem erwähnte die amerikanische Glaubensgemeinschaft zum ersten Mal, dass Transsexualität existiert. Diese Aussagen sind am Dienstag auf der neuen Kirchen-Website mormonandgay.lds.org veröffentlicht worden.

Auf der Seite erklärt Kirchenführer L. Whitney Clayton in einer Videobotschaft: "Ich spreche direkt die Kirchenmitglieder an, die gleichgeschlechtliche Reize empfinden oder sich als schwul, lesbisch oder bisexuell bezeichnen. Wir wollen euch wissen lassen, dass wir euch lieben. Ihr seid willkommen. Wir wollen, dass ihr Teil unserer Gemeinden seid."

Die Kirche aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah stellt auf der neuen Website mehrere homosexuelle Mormonen vor, die ihre Geschichte erzählen. Erstmals werden in einem FAQ-Abschnitt (PDF) auch transgeschlechtliche Menschen erwähnt: "Viele der Prinzipien dieser Website (zum Beispiel Eingliederung und Wohlwollen) treffen auch auf Gläubige zu, die Gender-Dysphorie erleben oder sich als transgender bezeichnen." In der Vergangenheit hatte die Kirche die Existenz von Transsexualität bestritten. Im Januar kündigten aber Anführer der Kirche in Interviews an, sich mit den "einzigartigen Problemen einer Transgender-Situation" auseinanderzusetzen.

Mormonenkirche erwartet zölibatäres Leben

Freilich heißt die neue Botschaft nicht, dass sich die Kirche fortan für die Gleichbehandlung von sexuelle Minderheiten ausspricht: Auf der Website wird etwa bekräftigt, dass die Kirche die Ehe weiterhin als eine Verbindung "zwischen einem Mann und einer Frau" ansieht. Auch sexuelle Beziehungen seien nur zwischen Mann und Frau "angemessen".

Auch die vorgestellten schwulen und lesbischen Gläubigen brüsten sich damit, zölibatär zu leben. Immerhin stellt der vorgestellte Mormone Josh fest: "Ein zölibatäres Leben als Single und als schwules Mitglied in der mormonischen Kirche zu leben, das ist hart."

Die Kirche macht auf der Seite keine Zugeständnisse an sexuell aktive Schwule und Lesben oder Regenbogenfamilien. Erst vor rund einem Jahr hatten die Mormonen für Empörung gesorgt, als sie beschlossen hatten, Kinder aus Regenbogenfamilien aus der Kirche auszuschließen (queer.de berichtete). Verheiratete gleichgeschlechtliche Paare und deren Kinder wurden im offiziellen Kirchen-Jargon als "Abtrünnige" gebrandmarkt.

Kirche engagiert sich auch politisch gegen LGBTI-Rechte

Die Mormonenkirche ("Kirche der Heiligen der letzten Tage") gehört seit Jahren zu den homo- und transphobsten Glaubensgemeinschaften der Vereinigten Staaten. Sie engagiert sich auch politisch gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben. Der größte politische Erfolg war die Unterstützung des Volksentscheids "Proposition 8" im Jahr 2008, der die vorläufige Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien zur Folge hatte (queer.de berichtete). Mormonen investierten dabei Millionen von Dollar in den Wahlkampf. Das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben wurde schließlich rund fünf Jahre später in den ganzen USA vom Supreme Court aufgehoben (queer.de berichtete).

Insgesamt gehören der 1830 gegründeten Kirche weltweit rund 15 Millionen Menschen an, davon rund die Hälfte in den Vereinigten Staaten. Im Bundesstaat Utah stellt sie die Bevölkerungsmehrheit und beeinflusst die Politik entscheidend mit.

Die Mormonen berufen sich sowohl auf die Bibel als auch auf das "Buch Mormon", das die Geschichte des auserwählten Volkes von Israel nach Nordamerika verlagert. Eines der traditionellen Hauptmerkmale der Kirche war die Unterstützung von Polygamie, von der sie sich aber heute offiziell distanziert.

Zu den bekanntesten Mormonen zählen unter anderem Mitt Romney, der republikanische Präsidentschaftskandidat 2012, "Twilight"-Autorin Stephenie Meyer und Fernsehproduzent Glenn A. Larson ("Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann", "Knight Rider", "Quincy", "Ein Colt für alle Fälle", "Kampfstern Galactica"). (dk)

-w-

#1 Martha PfahlAnonym
  • 26.10.2016, 15:09h
  • "Die Mormonenkirche hat am Dienstag erstmals erklärt, dass Schwule und Lesben unter bestimmten Bedingungen als Kirchenmitglieder willkommen seien."

    Und ich werde dem nächsten Mormonen 'unter bestimmten Bedingungen' gepflegt vor die Füße zu kotzen

    "Außerdem erwähnte die amerikanische Glaubensgemeinschaft zum ersten Mal, dass Transsexualität existiert."

    Wie soll diese "(Aber)Glaubensgemeinschaft" auch sonst Menschen psychisch töten, wenn sie den Grund dafür nicht mal anerkennen und bennen können?

    "Wir wollen euch wissen lassen, dass wir euch lieben. Ihr seid willkommen. Wir wollen, dass ihr Teil unserer Gemeinden seid."

    Heißt übersetzt: Wir lieben euch dafür, dass ihr alles, was euch etwas bedeutet, für die Zugehörigkeit in unserer 'Gemeinschaft' opfert und euch von uns euer Leben vorschreiben lasst. Es ist einfach ein tolles Gefühl, Macht über euch zu haben!

    "Ein zölibatäres Leben als Single und als schwules Mitglied in der mormonischen Kirche zu leben, das ist hart."

    Armer, gehirngewaschener Kerl. Wenn es so hart ist und du trotzdem unbedingt in einer Kirche sein willst, warum suchst du dir dann nicht zumindest eine, die dich nicht diskriminiert? Hoffentlich kommst du eines Tages zur Vernunft...
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#2 Paulus47Anonym
  • 26.10.2016, 17:23h
  • Ohh homosexuelle und transsexuelle Menschen EXISTIEREN... welch ein Fortschritt bei den Mormonen.

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    Solange die Mormonen nicht so wie die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA), wie die Christian Church (Disciples of Christ), wie die anglikanische Episcopalchurch der Vereinigten Staaten, wie die United Church of Christ, wie den Unitariern, wie die Unity Church, wie die Metropolitan Community Church und wie die Presbyterian Church of America homosexuelle Paare ethisch und theologisch akzeptiert und Trauungen ihnen kirchenrechtlich ermöglicht, sollte man/frau besser um die Kirche der Mormonen "einen großen Bogen machen". Es gibt bessere Kirchen als die Mormonen, wo homosexuelle Paare nach dem Gang zum Standesamt getraut werden.

    Desweiteren gibt es auch weitere christliche Kirchen in den USA, die zumindest so wie 19 Landeskirchen der EKD ("von denen 5 Trauungen ermöglichen"), einen Segnungsgottesdienst ermöglicht haben. Zu ihnen gehören unter anderem Alliance of Baptists, Moravian Church in North America (auf deutsch: Herrnhuter Brüdergemeine) und die Mennonite Church USA. Die Lage bei den Pfingstlern (Pentecostal) ist sehr unübersichtlich, weil es dort so viele verschiedene pfingstlerische Kirchen gibt...

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    Bei den Methodisten in den USA wird seit Jahren über das Thema "Segnung gleichgeschlechtlicher Paare" gestritten, aber erstmals wurde dieses Jahr mit Karen Olivieto die erste offen lesbische Bischöfin bei den Methodisten ordiniert, die offen in einer gleichgeschlechtlichen Ehe lebt.
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#3 PeerAnonym
  • 26.10.2016, 22:10h
  • Eine sehr durchschaubare Taktik...

    Es ist bekannt, dass bei gesunden Erwachsenen Sexualität genauso ein Grundbedürfnis ist wie Essen, Trinken und Schlafen.

    Wer das unterdrückt, wird früher oder später psychische Probleme bekommen. Und genau das wollen die: denn Psycho-Wracks lassen sich sehr leicht führen und manipulieren (siehe die Ex-Gay-Bewegung in den USA).

    Und dann können die sich sogar noch als "barmherzige Samariter" aufspielen, die diese "armen Existenzen" aufnehmen und betreuen. Aber in Wirklichkeit sind sie es, die aus gesunden Menschen solche willenlosen Zombies gemacht haben.
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