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Bischof Gregor Maria Hanke wirbt bei seinen Schäfchen dafür, verpartnerten oder verheirateten Homo-Paaren das Leben innerhalb der EU schwerer zu machen (Bild: pde / Andreas Schneidt Medienzentrale)

  • 26. Oktober 2016, 14:17h 71 3 Min.

Gregor Maria Hanke möchte erreichen, dass gleichgeschlechtliche Paare EU-weit nicht als Eheleute anerkannt und Regenbogenfamilien nicht wie Familien behandelt werden.

Der katholische Bischof Gregor Maria Hanke hat am Mittwoch auf der Website seines Eichstätter Bistums angekündigt, die von der "Demo für alle"-Aktivistin Hedwig von Beverfoerde mitorganisierte Europäischen Bürgerinitiative "Vater, Mutter, Kind" mit seiner Unterschrift zu unterstützen. Die Initiative setzt sich dafür ein, Ehe und Familie EU-weit rein heterosexuell zu definieren (queer.de berichtete).

Die Aktivisten wollen eine Million Unterschriften sammeln, damit sich die Institutionen der Europäischen Union mit dem Thema beschäftigen müssen. Mitgliedsstaaten sollen dem Entwurf der Homo-Gegner zufolge nicht verpflichtet werden, andere Familienmodelle aus anderen Staaten rechtlich anzuerkennen. Lebenspartner von EU-Bürgern könnten damit etwa die Freizügigkeit innerhalb der Union verlieren.

Hanke: Staatliche Ehe soll "christlichem Menschenbild" entsprechen

"Die Bürgerinitiative 'Vater, Mutter und Kind' möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert", begründete Hanke seine Unterschrift. "Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen."

Hanke hatte bereits im vergangenen Jahr kritisiert, dass Menschen, die sich für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben einsetzen, als Fundamentalisten "diffamiert" werden würden (queer.de berichtete).

Unterstützung von mehreren deutschsprachigen Bischöfen

Auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, der Passauer Bischof Stefan Oster und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer haben ihre Unterstützung für die Initiative angekündigt. Schönborn hatte im vergangenen Monat vor "ideologischer Umdeutung" des Begriffs Ehe gewarnt, Oster kündigte zur gleichen Zeit seine Unterstützung von "Vater, Mutter, Kind" auf Facebook an. Voderholzer hatte bereits im Juni erklärt, dass er auf einen Erfolg der Bürgerinitiative hofft (queer.de berichtete).

Bereits 2012 engagierten sich viele der gleichen Aktivisten, die heute bei "Vater, Mutter, Kind" aktiv sind, für die Europäische Bürgerinitiative "Einer von uns", die sich gegen Stammzellenforschung und Abtreibung ausgesprochen hatte. Deutsche Sprecherin war bereits damals Beverfoerde. Insgesamt wurden damals rund 1,9 Millionen Unterschriften gesammelt. Die Europäische Kommission beschloss allerdings 2014, "keinen Legislativvorschlag vorzulegen, da die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament erst vor kurzem die EU-Politik in diesem Bereich erörtert und beschlossen haben".

Direktlink | Erst vor wenigen Tagen hatte Hedwig von Beverfoerde via "Kirche in Not" ein neues Video veröffentlicht, um für ihre Initiative zu werben.
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"Vater, Mutter, Kind" wurde in den letzten Monaten vor allem auf konservativ-katholischen Seiten beworben, aber auch von einigen AfD-Politikern und -Gruppen. Europäische Partner von "Vater, Mutter, Kind" sind u.a. die Organisatorin des erfolgreichen kroatischen Referendums für ein Ehe-Verbot für Homo-Paare, eine Gruppe, die vor wenigen Monaten drei Millionen entsprechende Unterschriften in Rumänien gesammelt hat (queer.de berichtete), die Organisatorin einer ungarischen Online-Petition gegen die vermeintliche "Gender-Ideologie" und Ludovine de La Rochère, Präsidentin von "La Manif pour tous", dem französischen Vorbild der "Demo für alle".

Mit dieser Protestorganisation will Beverfoerde am Sonntag erstmals in Wiesbaden gegen die Berücksichtigung von LGBTI in hessischen Lehrplänen auf die Straße gehen (queer.de berichtete); die Szene plant im Zusammenspiel mit insgesamt über 50 Gruppen, Vereinen und Parteien der Stadt eine bunte Gegenkundgebung (queer.de berichtete) (dk)

-w-

#1 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 26.10.2016, 16:31h
  • Eichstätt: bayerische "Große Kreisstadt" mit sage und schreibe 13.407 Einwohner_innen.

    Woher die Ehre für so ein Mini-Städtchen?

    1) das katholische Bistum Eichstätt
    2) Hauptsitz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

    Noch Fragen?
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#2 Mausmops64
  • 26.10.2016, 16:36h Krefeld

  • Klar Gregor MARIA, rennst doch selber im Kleid rum.
    Ich bin immer wieder erschrocken was die Kirche für einen Unsinn verzapft. Wir brauchen nicht den Glauben eines 2000 Jahre alten Hirtenvolkes. Die modernen Fragen des Lebens lassen sich so nicht lösen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 26.10.2016, 16:50h
  • Antwort auf #1 von UrsaMajor
  • Du kannst jedenfalls davon ausgehen, dass sowohl Bistum als auch die Klerikal-Uni mit Deinen Steuergeldern regelrecht zugeschüttet werden, so klein sie auch sein mögen.

    Die völlige Amoralität, mit der Freifrau von Beverfoerde ihre schwarzbraune und zutieftst unmenschliche Familientradition im Land des rosa Winkels hemmungslos auslebt, ist atemberaubend.

    Dass öffentlich bezahlte Kleriker dabei mitmachen, ist dann der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.

    Deutscher Postfaschismus eben.
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