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Unterstützung für homophobe EU-Bürgerinitiative

Bischof Algermissen: Einschränkung von Homo-Rechten dient "Wohl der Menschen"


Bischof Heinz Josef Algermissen kämpft bereits seit Jahren gegen die staatliche Anerkennung und Gleich­behandlung von gleich­geschlechtlichen Partnerschaften (Bild: Bistum Fulda)

  • 28. Oktober 2016, 08:26h 44 3 Min.

Mit einem "bischöflichen Segen" für die sogenannte "Demo für alle" sowie Unterstützung für eine homophobe Bürgerinitiative wirft sich der Fuldaer Bischof in den Kulturkampf.

Mit dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat ein vierter hochrangiger Würdenträger der katholischen Kirche in Deutschland seine Unterstützung für die Europäische Bürgerinitiative "Vater, Mutter, Kind" angekündigt. Sein Bistum gab am Donnerstag bekannt, dass der Bischof "die Bedeutung der Ehe von Mann und Frau als Grundlage der Familie" betone. "Er hofft, dass viele Gläubige die europäische Bürgerinitiative unterstützen, damit in Europa eine einheitliche Definition von Ehe und Familie erreicht werden kann, die dem Wohl der Menschen dient."

Die von der "Demo für alle"-Aktivistin Hedwig von Beverfoerde mitorganisierte Bürgerinitiative setzt sich dafür ein, Ehe und Familie EU-weit rein heterosexuell zu definieren (queer.de berichtete). Die Aktivisten wollen eine Million Unterschriften sammeln, damit sich die Institutionen der Europäischen Union mit dem Thema beschäftigen müssen.

Bisher haben mit Stefan Oster aus Passau, Rudolf Voderholzer aus Regensburg und Gregor Maria Hanke aus Eichstätt bereits drei deutsche Bischöfe ihre Unterstützung für die homophobe Initiative bekannt gegeben (queer.de berichtete).

"Bischöflicher Segen" für "Demo für alle"

Am Freitag wurde außerdem ein Grußwort von Bischof Algermissen an die "Demo für alle" veröffentlicht, in dem Algermissen den homophoben Aktivisten einen "bischöflichen Segen" erteilt. Die "Demo für alle", die einst als Widerstandsgruppe gegen den LGBTI-freundlichen Bildungsplan in Baden-Württemberg gestartet war, will am Sonntag in der hessischen Hauptstadt Wiesbaden gegen den von der schwarz-grünen Landesregierung initiierten Lehrplan zur Sexualerziehung protestieren, in dem die "Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen" zum offiziellen Unterrichtsziel erklärt wird. Es ist auch eine groß angelegte Gegendemonstration geplant (s. Vorbericht zu beiden Veranstaltungen).

Algermissen schrieb an die homofeindlichen Demonstranten: "Sie zeugen heute durch Ihre Teilnahme an der 'Demo für alle', dass Ihnen die Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen in unserem Land nicht gleichgültig ist und dass Sie Ihre Verantwortung als katholische Christen wahrnehmen und sich dafür einsetzen, dass unsere Gesellschaft christlich geprägt bliebt. Dafür möchte ich mich bei Ihnen ausdrücklich bedanken und erteile Ihnen gerne meinen bischöflichen Segen."

Bischof Algermissen hat sich bereits wiederholt politisch gegen LGBTI-Rechte engagiert. So hatte er 2009 für Empörung gesorgt, als er gleichgeschlechtliche Hochzeiten als "abartig" bezeichnete (queer.de berichtete). 2013 behauptete er, dass allein der Begriff Homo-Ehe heterosexuelle Familien "zerstört" (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr hetzte er zudem bei einem homophoben Kongress gegen "Gender-Strategen", die das das "christlich-jüdische Werte- und Menschenbild" bedrohten (queer.de berichtete). Bei diesem Kongress des "Forums Deutscher Katholiken" hatte Hedwig von Beverfoerde über die "Demo für alle" referiert. (dk)

Update 10:55 Uhr: Ergänzt um das Grußwort zur "Demo für alle"

-w-

#1 ClaasAnonym
  • 28.10.2016, 10:32h
  • Es würde dem "Wohl der Menschen" dienen, wenn es keine Religion gäbe, die ihre Geister vernebeln würde und mit Hass erfüllen würde...

    "Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
    (Albert Einstein)
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#2 usererEhemaliges Profil
  • 28.10.2016, 11:13h
  • Ich finde es auffällig, dass quasi im 48-Stunden-Takt Erzreaktionäre aus ihren Verschalungen hervorkommen und mit großer Selbstverständlichkeit Dinge fordern, die den Konsens von Jahrzehnten negieren.

    Deutschland hat offenbar aufgehört, west- oder mitteleuropäisch zu sein. Dagegen würde nur ein Politikwechsel helfen, der aber offensichtlich mit der SPD nicht zu machen ist.

    Scheint es nur mir so oder ist das tatsächlich analog zu den frühen 1930ern?
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#3 AlexAnonym
  • 28.10.2016, 11:31h
  • Die Hassprediger von der Kinderschänder-Sekte wollen wieder mal von ihren Verbrechen ablenken, indem sie gegen andere hetzen...
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