Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?27419

Kurzfilm "Lonely Dietmar"

Taschengeld für einen Blowjob


Er war jung und brauchte das Geld: 70 Euro soll der 18-jährige Jan von Freier Dietmar für einen Blowjob bekommen (Bild: queerblick)

Jetzt anschauen: Der neue Kurzfilm "Lonely Dietmar" handelt von Angeboten, die viele junge Schwule auf Dating-Portalen bekommen.

Er ist gerade 18 Jahre alt, seine Mutter eine Alkoholikerin und das Geld wie immer knapp. Das ist das Leben von Jan. Als Ebbe im Portemonnaie herrscht, lässt er sich nach einigem Zögern auf ein Taschengeldangebot auf den "Blauen Seiten" ein. 70 Euro soll er für einen Blowjob bekommen. Seine Bedingung: "Wenn ich nicht kann, dann gehe ich wieder."

Der Film "Lonely Dietmar" zeigt einen Moment der Begegnung, den sich schon viele Jugendliche und junge Erwachsene einmal vorgestellt haben. Denn das schnelle Geld für Sex ist verlockend und an so genannten Taschengeldangeboten mangelt es auf schwulen Dating-Plattformen nicht. Aber was macht es mit emotional mit einem? Bereits die Begegnung im Film zwischen Jan und seinem Freier Dietmar ist so intensiv befremdlich, dass der Film einen Warnhinweis trägt: "Inhalte und Bilder dieses Kurzfilmes könnten als verstörend wahrgenommen werden."

Entstanden ist der Kurzfilm, der am Ende des Artikels angeschaut werden kann, im Medienprojekt queerblick, David Lange hat das Drehbuch geschrieben und Regie geführt. Für ihn ist es ein persönlicher Film – denn er hat selbst bereits als Escort gearbeitet. Im Interview erzählt er über seine Erfahrungen damit und welche Botschaft er vermittelt wissen will. (fs)

- Werbung -


Regisseur David Lange hat früher selbst als Escort gearbeitet (Bild: queerblick)

David, warum hast du das Thema Taschengeldangebote gewählt?

Ich wollte gern einen Film machen, der für mich ernst ist. Und tatsächlich habe ich das Thema in dieser Situation ähnlich erlebt. Ich fand das damals so unangenehm und angespannt, dass ich das gern in einen Film bearbeiten wollte.

Wie viel steckt von deiner eigenen Story im Film?

Das Treffen selbst ist schon ziemlich autobiografisch. Aber nicht die äußeren Umstände mit der Mutter. Das habe ich hinzuerfunden, damit das Bedürfnis für den Protagonisten stärker ist, das durchzuziehen.

Im Film sind gefühlt alle Personen in der Opferrolle: Die Mutter als Alkoholikerin, der Sohn in einem ökonomisch und sozial schwachen Elternhaus, der Freier einsam und auf der Suche nach Zweisamkeit. Leiden alle?

Das Gewicht des Opfers ist im Film mehr auf dem des Jungen. Aber der ältere Mann versucht etwas mitzukriegen, was er vielleicht verpasst hat im Leben, weil er sich nicht traut in die Szene zu gehen, zu feiern und dort live Leute kennenzulernen. Indem er Geld bezahlt, macht er es sich einfach und kann daran teilhaben. Deswegen würde ich das gar nicht so dämonisieren. Das ist immer noch eine freiwillige Handlung von dem Jungen. Das Geld hätte er auch auf anderem Weg verdienen können.


Der einsame Dietmar sehnt sich nach Zweisamkeit (Bild: queerblick)

Die Szenen wirken sehr intensiv. Sie gehen nahe.

Mich hat das ein wenig erschreckt, wie nah das dann am Set dran war. Ich habe den beiden Schauspielern gesagt, ich möchte, dass ihr das ein wenig improvisiert und das nicht auswendig lernt. Und dadurch ist in die Sprechakte so eine Natürlichkeit reingekommen. Mein Puls war schon ein bisschen höher, weil das sehr nah an der Realität war. Beim Schneiden hat mich dieses Gefühl immer wieder ergriffen.

Was ist deine Botschaft an die Zuschauer?

Ich würde es gern offen halten. Ich glaube, dass viele sich das gar nicht vorstellen können, wie das wirklich abläuft. Man hört vielleicht von manchen Leuten aus der Szene: Okay, die haben das schon einmal gemacht und reden da vielleicht ziemlich cool und locker drüber – so als wäre das überhaupt kein Problem. Aber ich glaube, dass das dann oft mehr Fassade ist. Um diesen Schritt zu gehen, muss eine größere Hemmschwelle überwunden werden. Zumindest ist das in meiner Erfahrung so.

-w-

-w-

-w-

#1 NickAnonym
  • 30.10.2016, 05:37h

  • So verlockend es auch sein nag - ich lehne es ab. Es wurde mir zwar schon Geld geboten aber ich mache das nicht.

    Bin da wie viele in meinem Alter auf GR und BBF; keine TG-Angebote!
  • Direktlink »
#2 FelixAnonym
  • 30.10.2016, 06:49h
  • Antwort auf #1 von Nick
  • Ich habe auch noch nie für Sex bezahlt (zumindest bis heute nicht). Das ist nicht immer einfach, wenn man keine Schönheit und alt ist.

    Trotzdem möchte ich nicht wahllos mit irgend jemandem intim sein - obwohl auch ich regelmäßig Angebote für solche Treffen mit "TG"-Zahlung erhalte - manchmal von jungen Männern, die ich sehr attraktiv finde. Ich bedanke mich freundlich (wenn sie es mir freundlich anbieten) und wenn sie es zu platt machen, dann blocke ich sie.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass sich nicht nur für den Escort die Frage stellt: "Was macht es emotional mit einem?"
  • Direktlink »
#3 Koblenz-erAnonym
  • 30.10.2016, 12:36h

  • Mir ist das mit 15J passiert, ald ich auf der Suche nach einem Ferienjob in der Such&Find war. Jetzt hatte ich Glück das mein SugarDaddy recht attraktiv war. Es gab 100DM und ich war überrascht das es im ersten Moment sogar Spaß gemacht hat. Dann kamen aber doch die Zweifel, und ich saß bestimmt 2 Stunden in der Badewanne und mir die Schuld abzuwaschen. Während meiner Ausbildung hat mir aber das eine oder andere TG echt aus der Not geholfen - meine Eltern waren leider nicht in der Lage mich zu unterstützen. Jeder muss für sich selber entscheiden ob er für diese Art der Dienstleistung bereit ist. Es ist halt das älteste Gewerbe der Welt, aber eben nicht für jeden. Ich finde es nur wichtig es selbstbestim mt und ohne Zwang zu tun. Dann kann man sich dadurch das Leben erheblich leichter machen.... und mal ganz ganz ehrlich... wer weiß ob wir auf so einen Service nicht auch mal zurück greifen müssen, um uns noch liebenswert und lebendig zu fühlen. Oder kann sich heute schon jemand vorstellen wie es sein würde sich den Popo von jemand abputzen zu lassen, weil wir es selber nicht mehr können... auch sicher für beide Seiten nicht schön... aber manche können auch so einen Job machen, in der Regel auch für Geld
  • Direktlink »