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GLAAD-Bericht
US-TV: Mehr LGBT-Präsenz als je zuvor

Mitch (Jesse Tyler Ferguson) und Cam (Eric Stonestreet) sind bereits seit 2009 in der Comedyserie "Modern Family" ein Paar (Bild: ABC)
- 3. November 2016, 15:28h 2 Min.
Der Anteil der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und transgeschlechtlichen Personen im Hauptabendprogramm ist laut einer Studie so hoch wie nie.
Das US-Fernsehen ist laut dem von der LGBTI-Organisation GLAAD erstellten Bericht "Where We Are on TV – 2016/17" (PDF) so vielfältig wie noch nie, wenn es um die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität der Figuren in fiktiven Mehrteilern geht. Demnach gibt es in den Sendungen der fünf großen TV-Sender ABC, CBS, The CW, FOX und NBC insgesamt 43 LGBT-Figuren. Das entspricht einem Anteil von 4,8 Prozent – noch nie wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten, in denen GLAAD die Berichte erstellte, eine höherer Wert gemessen.
Im vergangenen Jahr betrug der LGBT-Anteil noch 4,0 Prozent. Vor zehn Jahren waren es sogar nur 1,3 Prozent (queer.de berichtete).
Auch außerhalb des "Network TV" gibt es mehr Vielfalt: So bieten die Kabelsender in der Hauptsendezeit jetzt 92 LGBTI-Hauptfiguren in fiktiven Serien auf – letztes Jahr waren es noch 84. In den eigenen Serienangeboten der Streamingdienste Amazon, Hulu und Netflix waren 45 LGBTI-Hauptfiguren zu sehen und damit zwei mehr als in der vorangegangen Staffel.
Über alle Plattformen hinweg gibt es 278 Haupt- und Nebenfiguren, die sich als LGBT identifizieren. 30 Prozent von ihnen sind Bisexuelle.
Kritik am lesbischen Massensterben
Trotz der positiven Bilanz übte GLAAD auch Kritik, insbesondere weil viele lesbische und bisexuelle Frauen den Serientod sterben mussten – seit Jahresbeginn hätten bereits zwölf weibliche Figuren dieses Schicksal ereilt. Im April hatte es etwa eine Online-Protestwelle gegeben, als die lesbische Figur Lexa in der Sciencefiction-Serie "The 100" das Zeitliche segnete.

Lexa (Alycia Debnam Carey) gehörte zu den frauenliebenden Frauen, die nicht überlebt haben (Bild: The CW)
"Damit setzt sich ein jahrzehntelanger Trend fort, LGBT-Figuren zu töten – in vielen Fällen einfach nur, um den Handlungsstrang einer heterosexuellen Cisgender-Figur weiterzuentwickeln", heißt es in dem Bericht. "Das sendet eine gefährliche Botschaft an die Zuschauer aus." Es sei wichtig, dass eine "marginalisierte Community" nicht auf diese Weise "ausgebeutet" werde.
GLAAD begrüßte insbesondere neue Serienprojekte, darunter etwa die geplante CBS-Dramaserie "Doubt", in der die transsexuelle Schauspielerin Laverne Cox eine Anwältin darstellen wird. Außerdem lobte die Organisation die siebenteilige Miniserie "When We Rise" von Dustin Lance Black, die im Februar 2017 auf ABC ausgestrahlt werden soll. Der Siebenteiler will die amerikanische LGBT-Geschichte seit dem Stonewall-Aufstand 1969 erzählen (queer.de berichtete). (dk)
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Dennoch sind die USA schon viel weiter als Deutschland und hierzulande kann man ja nur von solchen Anteilen träumen.